Popmuseum

Das Popmuseum war eine wöchentliche Musiksendung des österreichischen Radiosenders Ö3. Die Sendung wurde 1972 von Wolfgang Kos entwickelt und von Wolfgang Hübsch präsentiert. Im Lauf der Jahre wurde das "Popmuseum" immer wieder zu wechselnden Sendezeiten ausgestrahlt. Nach einer mehrjährigen Unterbrechung wurde das "Popmuseum" ab Ende 1987 mehrere Jahre lang von Wolfgang Kos selbst präsentiert (Seit 2003 ist Wolfgang Kos Direktor des Wien Museums und verwendet seither den Namen seiner früheren Radiosendung als Reihentitel für jene "Musikvorträge", die gelegentlich begleitend zu den Ausstellungen in seinem Museum stattfinden).[1]

Inhaltsverzeichnis

Sendungskonzept

Das bestimmende Motto der Themen- und Musikauswahl der wöchentlichen Popmuseums-Ausstellungen war, Klassiker und Raritäten, aber keine sogenannten „Oldies“ zu spielen.

In seinen Anfangszeiten hat das kabarettistisch angelegte „Popmuseum“ eine halbe Stunde gedauert. Damals hat Kos das Manuskript einem fiktiven Museumsaufseher auf den Leib geschrieben, der als Hauptfigur die Sendung präsentiert hat. Der von Wolfgang Hübsch gespielte Museumswärter hat halb ahnungslos, aber doch mit den wichtigen Fakten versehen, durch die laufende Ausstellung seines Museums geführt und bei der Präsentation der akustischen Exponate immer wieder einen "Herrn Direktor" erwähnt, dessen Fachwissen er teils devot, teils besserwisserisch, teils von "von unten herab" wiedergab.

Nach einer mehrjährigen Sendepause wurde dieses Sendungskonzept Ende 1987 für die Neuauflage des „Popmuseums“ überarbeitet und die Sendezeit verdoppelt. Im Rahmen der 1995 erfolgten Ö3-Reform wurde das „Popmuseum" ab Herbst 1995 einige Jahre lang Sonntags zwischen 23:05 und Mitternacht ausgestrahlt. [2]

Themen

Die Sendung widmete sich teils einzelnen Musikern und Bands, teils Themen und Motiven, die in der Rock- und Popmusik eine bestimmende Rolle spielen: „Autos“, die Gemütszustandsfarbe „Blau“, „Doktoren“ (in Bandnamen und Liedtiteln), „Güterzügen“, „Pferden” und Ähnlichem mehr. Mit dieser assoziativ gemischten Themensetzung ist das „Popmuseum“ mit Bob Dylans „Theme Time Radio Hour“ vergleichbar, dessen Sendungskonzept auch auf thematischen Schwerpunkten („Gefängnis“, „Hunde”, „Kaffee“, „Nachbarn“, „Radio“, „Schuhe“, „Telefon”, „Wasser” „Wetter“ etc.) beruht.

Kennung

Akustisch begann die Sendung ursprünglich mit dem Geräusch einer knarzenden Eisentüre, die aufgesperrt und langsam, aber geräuschvoll geöffnet wurde, was durch die Assoziation an das Öffnen einer verstaubten Dachbodenkammer den ironisch-kabarettistischen "Munsters"-Effekt des "Popmuseums" betont hat.

Die spätere Kennung begann mit der gesprochenen Aufzählung, der einzelnen Popmusik-Jahrzehnte, die jeweils durch prototypische Tonproben kurz charakterisiert wurden: „The Fifties, the Sixties, the Seventies and finally the Eighties“, anschließend war Canned Heats „On The Road Again“ mit der darüber gelegten, von einer Frau gesprochenen Ansage „Das Popmuseum präsentiert von Wolfgang Kos“ zu hören.

Weblinks

  • Matthias Däuble: Wolfgang Kos. Porträt (mit Popmuseum-Bezug).
  • Thomas Trescher: Porträt. Dr. Wolfgang Kos. Radiomacher, Ö1 (mit Popmuseum-Bezug).
  • Brigitte Borchhardt-Birbaumer und Julia Urbanek: Wolfgang Kos, der Direktor des Wien Museums ... erinnert sich an seine alte Liebe, die Popmusik. Interview (mit Popmuseum-Bezug).

Einzelnachweise

  1. Zum Beispiel: Dienstag, 29. April 2008, 18.30 Uhr. Pop Museum "I feel free"- Hits und Raritäten aus Swinging London. Wolfgang Kos mit Edek Bartz. Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung. Late Sixties. Fotografien von Christian Skrein. Wien Museum Karlsplatz, A-1040 Wien, Karlsplatz.
  2. Ö 3 weiterhin nur auf Ö 3. Oberösterreichische Nachrichten vom 14. September 1995. S.17.