Posten Vezzena

Posten Vezzena vom gedeckten Weg 1915/16
Plan Posten Vezzena

Das kleine Fort Vezzena, von der k.u.k.-Militärverwaltung offiziell Posten Vezzena und von den Italienern Forte di Cima Vezzena genannt, liegt auf dem Gipfel des Pizzo di Levico (1908 m) oberhalb des Val Sugana und südlich der Ortschaft Levico Terme bzw. des Lago di Caldonazzo.

Dieser Abschnitt wurde, unabhängig von seiner tatsächlichen Lage, von der österreichisch-ungarischen Militäradministratur als Sperrgruppe auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden bezeichnet. (Auch die italienischen Landkarten geben das so an, richtiger wäre jedoch die Bezeichnung Hochfläche von Lavarone/Folgaria.)

Auf einigen italienischen Karten wird die Anlage auch als „ex Forte Spitz Verle“ bezeichnet.

Es diente als Beobachtungsstation für das westlich benachbarte Werk Verle und war der östlichste Pfeiler der Festungskette Lusern/Lavarone (Lafraun)/Folgaria (Vielgereuth).

Das 1914 fertiggestellte Werk besaß keinen Fernkampfwert und war lediglich mit fünf Maschinengewehren in zwei feststehenden und einem drehbaren Stand bewaffnet. Die Kriegsbesatzung bestand aus insgesamt 23 Mann unterschiedlicher Gattungen (Landesschützen, Sappeure, Telegraphisten, Telefonisten). Optische Verbindung (Lichtsignal) konnte mit den Werken Verle und Lusern sowie den Stellungen auf Horst, Selva, Busa grande und Monte Agaro hergestellt werden. Telefonisch bestand Verbindung mit dem Werk Verle. Werkskommandant war der Fähnrich Kurt Schwarz.

Durch die italienische Beschießung im Jahr 1915 wurde das Werk stark beschädigt, aber nicht völlig zerstört. Schrottsammler haben jedoch in den 1930er-Jahren wegen des gegen das faschistische Italien anlässlich des Abessinienkrieges verhängten Stahlembargos die Eisenteile herausgesprengt und so am Ende mehr Schaden angerichtet als die Artillerie.

Literatur

  • Walther Schaumann: Schauplätze des Gebirgskrieges in 5 Bänden. Ghedina & Tassotti Editori, Cortina, 1973.
  • Heinz von Lichem: Krieg in den Alpen 1915–1918. Weltbild Verlag, Augsburg 1992, ISBN 3-89350-545-8.
  • Robert Striffler: Von Fort Maso bis Porta Manazzo. Buchdienst Südtirol Kienesberger, Nürnberg 2004, ISBN 3-923995-24-5.
  • Erwin Anton Grestenberger: K.u.k. Befestigungsanlagen in Tirol und Kärnten 1860–1918. Verlag Österreich, Wien 2000, ISBN 3-7046-1558-7.
  • Rolf Hentzschel: Festungskrieg im Hochgebirge. Athesia, Bozen 2008, ISBN 978-88-8266-516-6.
  • Rolf Hentzschel: Österreichische Gebirgsfestungen im Ersten Weltkrieg. Athesia, Bozen 1999.
  • Militärgeschichtlicher Reiseführer Dolomiten. Mittler Verlag, Hamburg.
  • C.H. Baer: Die Kämpfe um Tirol und Kärnten – Elfter Band. Verlag Hoffmann, Stuttgart 1917.

Weblinks

45.97861111111111.345277777778Koordinaten: 45° 58′ 43″ N, 11° 20′ 43″ O