Premiere (Film)

Filmdaten
Originaltitel Premiere
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1937
Länge 77 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Géza von Bolváry
Drehbuch Max Wallner
F. D. Andam
Produktion Wilhelm Székely
Musik Dénes von Buday
Fényes Szabolcs
(Peter von Fenyes)
Willy Schmidt-Gentner
(Musikalische Leitung)
Kamera Franz Planer
Schnitt Hermann Haller
Besetzung

Premiere heißt ein österreichischer Revuefilm mit Krimielementen unter der Regie von Géza von Bolváry, der im Februar 1937 seine Uraufführung erlebte. Es war Zarah Leanders erster deutschsprachiger Film. Karl Martell, Attila Hörbiger und Theo Lingen waren ihre Partner.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Im Foyer des großen Revuetheaters herrscht ein lebhaftes Treiben. Der Raum ist erfüllt von jener undefinierbaren Erwartung des Publikums, wie sie bei einer Premiere üblich ist. Auch die auf und hinter der Bühne agierenden Theaterleute sind davon erfasst. Für den Finanzmann Rainold geht es in erster Linie um den geschäftlichen Erfolg des Unternehmens. Er verspricht sich allerdings auch, nach der Premiere der von ihm begehrten Diva Carmen Daviot näherzukommen. Um deren Liebhaber Fred Nissen auszuschalten, bricht er mit diesem einen Streit vom Zaun. Er gibt dann den Beleidigten und fordert, die Rolle des Bonvivant, die von Nissen gespielt wird, an die zweite Besetzung abzugeben. Der Direktor spricht sich dagegen aus, er muss sowieso schon überall eingreifen.

Endlich hebt sich der Vorhang. Eine phantastische Tanzszene macht den Anfang. Bei einer im weiteren Verlauf des Programms ausgeführten Revolverkanonade, kommt es zu einem tragischen Zwischenfall. Es gibt bei dieser Revue-Premiere nun tatsächlich einen Toten, und zwar in der Proszeniumsloge. Das Publikum bemerkt nichts. Alle Theaterleute jedoch beschäftigt nur die eine Frage. Wer hat den Schuss abgegeben? Der Zufall will es, dass Kommissar Helder, ein Kriminalkommissar, seine Mutter zu dieser Revue begleitet hat und sich im Publikum befindet. Er wird verständigt und leitet sofort alle notwendigen Maßnahmen ein.

Kommissar Helder, der die Ermittlungen nun leitet, erweist sich als ein findiger Kriminalist, der bei seinen Nachforschungen einen eher unkonventionellen Weg einschlägt.

In der Pause lässt er die entscheidenden Spielminuten, in deren Verlauf der Schuss fiel, nach einmal wiederholen. In der anschließenden Vernehmung ergeben sich Verdachtsmomente gegen verschiedene Personen, allerdings die meisten gegen Fred Nissen. Aus seiner Waffe, die man erst nach längerem Suchen findet, wurde der scharfe Schuss abgegeben. Der erfahrene Beamte verhaftet Nissen allerdings nicht sogleich, sondern lässt die Revue zu Ende spielen. Das Publikum ahnt nichts von der Tragödie, die sich durch den scharfen Schuss, der wahrscheinlich von der Bühne aus abgefeuert wurde, zugetragen hat.

Das Durcheinander, das die Untersuchung des Mordfalls mit sich bringt, führt Carmen Daviot und Fred Nissen, deren Beziehung in letzter Zeit nicht die beste war, wieder zusammen. In diesem Wirrwarr erkennen sie, dass es wirklich Liebe ist, die sie verbindet. Die Auflösung des Mordfalls bringt eine Überraschung, die so wohl niemand erwarten konnte.

Produktion

Die Dreharbeiten fanden zwischen Ende November 1936 und Mitte Januar 1937 in den Wiener Rosenhügel-Filmstudios statt, die Außenaufnahmen entstanden in Wien und in Polen. Produziert von der Gloria-Film GmbH Wien, wurde Premiere von der Syndikat-Film verliehen, den Weltvertrieb übernahm die Rex-Film GmbH Wien.

Die Uraufführung fand am 5. Februar 1937 im Wiener Buschkino statt. [1]
Die deutsche Erstaufführung des Films war am 25. Februar 1937 im Berliner Premierenkino der UFA, dem Tauentzienpalast, sowie im Alhambra. Der Film wurde mit Jugendverbot belegt (Zensur (DE): 10. Februar 1937, B.44690).

Die Bauten entwarf Emil Hasler, die Kostüme stammen von Alfred Kunz. Für den Ton zeichnete Alfred Norkus verantwortlich.

Am 15. März 2007 gelangte der Film in Deutschland zur Wiederaufführung erneut ins Kino.

Hintergrund

Zarah Leander wollte diesen Film unbedingt machen. Dem Film war an sich nur anzukreiden, dass die Beleuchtung und manche Kameraeinstellungen Zarah sehr ungünstig trafen. Auch ihre Kostüme waren nicht sehr geschickt gewählt, denn in einigen Einstellungen war ihre Rundlichkeit zu deutlich zu erkennen; stellenweise wirkte sie geradezu plump. Mit etwas Raffinesse ließen sich diese Schwächen beseitigen, das war den Verantwortlichen bei der Ufa und auch bei anderen Filmstudios klar: In dieser Schwedin steckten alle Qualitäten, die ein Star aufweisen mußte; sie war «Starmaterial». Die Wiener Filmgesellschaft konnte die von vielen Seiten umworbene Zarah nicht halten.[2]

Zarah Leander und Karl Martell waren in vier Filmen Partner.
Die Wiener Polizei wirkte in dem Film mit.

Die Tanzszenen des Films wurden von Floyd du Pont und seinen (je nach Quellenlage) 348 bis 400 Tänzerinnen und Tänzern dargeboten.

1938 drehte Walter Summers ein britisches Remake dieses Kiminalfilms.

Lieder im Film:

  • Ich hab' vielleicht noch nie geliebt – gesungen von Zarah Leander, Text: Hanns Schachner, Musik: Dénes von Buday
  • Merci, mon ami, es war wunderschön ...! (Lied und Slowfox) – gesungen von Zarah Leander, Text: Hanns Schachner, Musik: Peter von Fényes
  • Das Buch der Liebe – gesungen von Doddy Delissen, Text: Hanns Schachner, Musik: Dénes von Buday
  • Eine Braut in Shanghai ... – Text: Hanns Schachner, Musik: Peter von Fényes

DVD

  • DVD „Ein Wiedersehen mit Theo Lingen“ mit den Filmen: Premiere und Im Prater blüh'n wieder die Bäume – von Kinowelt Home Entertainment, Zusatzausstattung: 28seitiges Booklet mit Starinformationen, erschienen am 7. November 2008
  • DVD „Zarah Leander – Jubiläumsedition“ mit den Filmen: Ave Maria, Cuba Cabana, Gabriela und Premiere von Arthaus, erschienen am 9. März 2007

Kritiken

Premiere ist ein überaus großzügig ausgestatteter Revuefilm, der in manchen Einstellungen eine faszinierende Wirkung ausübt, vor allem dann, wenn Zarah – zum ersten Mal – ihre enorme Leinwandpräsenz voll entfaltet. Sie wirkte noch nicht so professionell und perfekt wie in ihren späteren Filmen, doch ihre Anlagen wurden bereits deutlich erkennbar. Premiere lockte die Leute in Scharen ins Kino, sicherlich ein Verdienst Zarahs: «Wenn sie singt, wird es im Kino mucksmäuschenstill. Wenn sie verhört wird, halten die Menschen den Atem an. Sie alle spüren, das ist mehr als eine Schauspielerin, das ist ein ganzer Mensch, das ist eine Frau, die lebt, die atmet, die Gefühle, die Leidenschaft hat ...»[3]

„Zarah Leanders erster deutschsprachiger Film - eine Ausstattungsrevue mit effektvollen Darbietungen und Liedern, durch eine Kriminalstory leidlich spannend zusammengehalten: Bei der Premiere wird ein zwielichtiger Geldgeber in der Loge des Revuetheaters von der Bühne aus erschossen. Trotz falscher Spuren findet der Kriminalkommissar zum Schluß der Vorstellung den Täter. Der geschickt inszenierte Film etablierte die Hauptdarstellerin beim Publikum als Garbo/Dietrich-Ersatz: der Beginn ihrer Erfolgskarriere.“

Lexikon des Internationalen Films[4]

„Geza von Bolvary präsentierte Zarah Leander in ihrer ersten deutschsprachigen Filmrolle mit zahlreichen Gesangseinlagen und knüpfte damit an ihren enormen Theatererfolg an.“

filmportal: [5]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.filmportal.de/film/premiere_fe597600d90a4dde9d9f55b1d10c6a99
  2. zit. aus Heyne Filmbibliothek: Zarah Leander Ihre Filme – ihr Leben, Nr. 32/120, Seite 64
  3. zit. aus Heyne Filmbibliothek, wie zuvor, Seite 64
  4. Premiere (Film) im Lexikon des Internationalen Films
  5. http://www.filmportal.de/film/premiere_fe597600d90a4dde9d9f55b1d10c6a99