Prescenyklause

Prescenyklause

Die Prescenyklause ist eine Massivklause nahe der Ortschaft Weichselboden in der Gemeinde Gußwerk im Bezirk Bruck an der Mur in der Steiermark. Sie war die größte Massivklause Österreichs und ist das einzige noch verbliebene Bauwerk der einst groß angelegten Wassertransportanlagen im Enns-, Salza- und Mürzgebiet. Sie ist ein besonderes forsttechnisches Denkmal aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seit 1974 steht sie unter Denkmalschutz.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Prescenyklause wurde in den Jahren 1841 bis 1848 errichtet, nachdem die Holzklause, die zuvor an der selben Stelle stand, baufällig geworden war. Sie ist ein seltenes Beispiel für eine Steinklause in Österreich. Durch ihre massive Bauweise war es möglich, sie über 110 Jahre als forsttechnisches Bauwerk zu benutzen. Die Verwendung von Klausen für die Flößerei ist in Österreich nur von der Prescenyklause bekannt. Flößerei war durch das von der Prescenyklause gelieferte Zuschusswasser täglich möglich, außer im Hochsommer bei Wasserknappheit - sie bildete nach dem Übergang von Kohle- und Brennholzwirtschaft für die Eisenverhüttung zur Nutzholzwirtschaft eine wirtschaftlich wichtige Rolle für die Region. Fast in jedem österreichischen Werk aus dem 19. Jahrhundert, das die Themen Flößerei und Triftwesen behandelt, wird auf die Prescenyklause hingewiesen. Ihr Hauptverwendungszweck war jedoch das Auffangen des geschlägerten Holzes aus der Umgebung. Die Klause war bis in die 1950er-Jahre in Betrieb. 1985 bis 1987 wurde sie für das neue „Kraftwerk Prescenyklause“ von Mariazell neu adaptiert. Dafür wurde die bestehende Staumauer renoviert und verstärkt und ein Tunnel durch den Fels neben der Mauer geschlagen. Das aufgestaute Wasser fließt durch diesen Felstunnel und treibt zwei Voith-Turbinen, die Strom produzieren. Die gesamte Kraftwerksanlage ist unterirdisch und somit nicht sichtbar. Gesteuert wird das Kraftwerk von der Zentrale in Mariazell. Heute besteht sie durch behutsame Instandsetzungsmaßnahmen in ihrer ursprünglichen Form. Sie befindet sich im Besitz der Stadt Wien.

Architektur

Sie wurde als Massivklause errichtet und aus Mauerwerk gebaut. Die Prescenyklause wurde zwischen zwei Felsmassiven errichtet und besteht aus Quadersteinen. Die Länge beträgt 47, m, die Stärke in der Mitte beträgt 8,5 m, am Rand 15 m, und die Höhe 9 m. Die Staumauer hat drei Durchflussöffnungen - damit war es möglich die Salza (Enns) auf einer Länge von 1,2 km auf eine maximale Wassertiefe von 7,25 m aufzustauen. Die beiden Hauptmauern sind durch mehrere Quermauern miteinander verbunden.

Literatur

Weblinks

47.65845615.152925Koordinaten: 47° 39′ 30″ N, 15° 9′ 11″ O