Rätia-Höhle

Die Rätia-Höhle (auch Raetia-Höhle) liegt nordöstlich von Telfes im vorderen Stubaital im Bezirk Innsbruck Land in Tirol in Österreich.

Bei der Fundbergung des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum konnten zahlreiche Astragali (Fußknochen) von Schafen oder Ziegen und über 200 meist gut erhaltene Gefäße der Fritzens-Sanzeno-Kultur[1] geborgen werden. Gefäße und Knochen weisen häufig einfache Zeichen, ähnlich den Buchstaben des so genannten rätischen oder nordetruskischen Alphabets auf.

Die Klufthöhle wurde wohl bereits in prähistorischer Zeit als Zisterne genutzt. Im Inneren sammelte sich Tropfwasser, nach der Schneeschmelze bzw. nach Starkregen lief die Zisterne über. Das mineralreiche, leicht säuerliche Wasser enthält sulfatische Lösungen.

Der Ausgräber Gerard Kaltenhauser vermutet, dass in dieser Höhle die Göttin Raetia verehrt wurde, wobei nach dem Genuss des heilbringenden Wassers die Trinkschalen und Votivgaben geopfert wurden. Die Funde sind im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum ausgestellt.

Literatur

  • Otto H. Urban: Wegweiser in die Urgeschichte Österreichs. Bundesverlag Wien 1989 ISBN 3-215-06230-5 S. 219

Einzelnachweise

  1. Die Fritzens-Sanzeno-Kultur ist eine alpine archäologische Kultur der Eisen- bzw. La-Tène-Zeit. Ihre Träger, die als Räter identifiziert werden, wurden während der römischen Feldzüge im Jahre 15 v. Chr. vollkommen ausgelöscht oder nachhaltig romanisiert

Weblinks


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