Römersteinbruch Aflenz

Eingang zur Römerhöhle
Übersichtskarte unterirdische Gänge
Nachbau eines Wagens zum Transport von Steinen

Der Römersteinbruch Aflenz ist das älteste, heute noch aktive Bergwerk Österreichs.[1] Der auch als Römerhöhle Aflenz bezeichnete Steinbruch liegt in der Südsteiermark bei Wagna im Ortsteil Aflenz an der Sulm.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entstehung des Sandsteins

Vor ca. 30 Millionen Jahren, im Miozän, war das Leibnitzer Feld von Meer überflutet. Es bildeten sich Ablagerungen von kalkabscheidenden Braunalgen, Korallen und Fossilien. Im Laufe der Zeit entstand Kalksandstein, der bis heute im Römersteinbruch unterirdisch abgebaut wird.

Abbau von Sandstein

In dem von den Kelten besiedelten Gebiet wurde etwa um 15 v. Chr. eine Römer-Siedlung gegründet, die dann 70 n. Chr. vom römischen Kaiser Vespasian zur Stadt erhoben wurde. Die Stadt wurde Flavia Solva benannt. Für den Bau des Amphitheaters wurden bereits Steinblöcke aus Aflenzer Kalksandstein verwendet. Der Sandstein wurde untertags abgebaut.

Ab dem 12. Jahrhundert wurde der Stein für Bau von Kirchen und Schlössern eingesetzt. Zumindest teilweise mit Aflenzer Sandstein gebaut wurden der Stephansdom, die Grazer Burg und das Grazer Landhaus.

Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg: In den Jahren 1944-45 gab es in den "Römerhöhlen" einen bombensicheren Rüstungsbetrieb, der Flugzeug- und Panzer-Motoren für die deutsche Wehrmacht produzierte. Das Konzentrationslager Aflenz wurde als Außenlager des KZ Mauthausen errichtet, die Insassen zur Zwangsarbeit eingesetzt. Über 500 Menschen verloren dabei ihr Leben.

Nach Kriegsende wurde der Rüstungsbetrieb demontiert. Eine ursprünglich geplante Sprengung der Stollen-Anlage wurde von der britischen Besatzungsmacht verhindert. Für den Wiederaufbau zerstörter Gebäude wurde der Abbau von Sandstein wieder aufgenommen. Zumindest teilweise mit Aflenzer Sandstein restauriert wurden beispielsweise der Stephansdom, die Wiener Staatsoper, das Schloss Belvedere und die Doppelwendeltreppe der Grazer Burg. Danach wurde der Steinbruch stillgelegt.

Wiederaufnahme des Abbaus

Im Jahre 1988 wurde der stillgelegte Steinbruch von der Firma Stein von Grein erworben. Ab diesem Zeitpunkt wurden wieder ca. 200 m³ Sandstein pro Jahr abgebaut. Der Sandstein wird hauptsächlich für Renovierungsarbeiten historischer Gebäude verwendet.

Seit 1989 wird das Bergwerk auch als Konzert- und Theatersaal genutzt.

Anlässlich der Landesausstellung 2004 besuchten mehr als 38.000 Personen die Römerhöhle.

Fotos

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Beschreibung der Römerhöhle Aflenz auf Informationsseite "ORF-Lange Nacht der Museen 2010", aufgerufen am 13. Oktober 2010

46.74916666666715.549444444444Koordinaten: 46° 44′ 57″ N, 15° 32′ 58″ O