Raimund Margreiter

Raimund Margreiter (* 16. Mai 1941 in Fügen im Zillertal) ist ein österreichischer Chirurg und für seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der Transplantionsmedizin bekannt. 1983 führte er die erste Herzverpflanzung in Österreich durch.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Raimund Margreiter wurde in Fügen im Zillertal geboren. Bereits sein Großvater und sein Urgroßvater waren Mediziner.[1]In Innsbruck absolvierte er das Medizinstudium in kurzer Zeit und wurde 1965 zum Dr. med. promoviert. Nach Anstellungen in Salzburg (Arbeitsunfall-Krankenhaus, Landeskrankenhaus Salzburg) kehrte er 1967 auf eine Assistentenstelle für Chirurgie nach Innsbruck zurück und absolvierte an der Universitätsklinik für Chirurgie seine Facharztausbildung. 1980 folgte die Habilitation und 1982 wurde Margreiter zum Leiter der Abteilung für Transplantationschirurgie an Universitätsklinik für Chirurgie ernannt. Seit 1999 ist er Vorstand der Universitätsklinik für Chirurgie und seit 2002 Leiter der Abteilung für Allgemein- und Transplantationschirurgie.

Neben seiner Tätigkeit als Arzt ist Margreiter auch in der Forschung tätig. So arbeitet er eng mit dem Tiroler Krebsforschungsinstitut (TKFI) und dem Daniel-Swarovski-Forschungslabor zusammen.

Werk

Margreiter hatte sich die Kenntnisse für die Transplantationsmedizin weitgehend im Selbststudium angeeignet. Unter schwierigen Umständen begann er 1974 mit den ersten Organverpflanzungen. Als weltweit erster führte er eine gleichzeitige Leber- und Nierentransplantation durch. Seit der ersten Herzverpflanzung in Österreich 1983 zählt der Chirurg zu den bekanntesten Ärzten des Landes. Ebenso erstmals in Österreich führte er eine Darmtransplantation und 1995 eine Inselzelltransplantation durch.

Sein prominentester Patient war Theo Kelz, der beim Versuch eine Bombe des Attentäters Franz Fuchs zu entschärfen, beide Hände verlor. Im März 2000 wurden Kelz in einer 18 Stunden dauernden Operation zwei Hände transplantiert.

Engagement

Neben der Organverpflanzung widmete sich Raimund Margreiter auch der Tumorchirurgie. Als ehrenamtlicher Leiter der Krebshilfe Tirol fördert er vor allem die Aufklärung und die Forschungsförderung. In jungen Jahren war Raimund Margreiter ein begeisterter Abenteurer. So war er 1970 an der Rettung des am Mount Kenya verunglückten Gert Judmair beteiligt und nahm 1978 an der erfolgreichen österreichischen Mount Everest-Expedition teil. Margreiter befuhr mit dem Kajak solo über 1.000 Kilometer des Amazonas.

Auszeichnungen

  • 2005 Ehrenring der Stadt Innsbruck
  • 2006 Siemens Life Award
  • 2006 Großes Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg

Einzelnachweise

  1. Innsbrucker Ehrenring für Prof. Raimund Margreiter vom 24. Mai 2007 abgerufen am 18. Februar 2011

Weblinks