Rainberg (Salzburg)

Rainberg
Der Rainberg von Südosten

Der Rainberg von Südosten

Höhe 511 m ü. A.
Lage Salzburg, Österreich f3
Geographische Lage 47° 47′ 41″ N, 13° 2′ 11″ O47.79472222222213.036388888889511Koordinaten: 47° 47′ 41″ N, 13° 2′ 11″ O
Rainberg (Salzburg) (Land Salzburg)
Rainberg (Salzburg)

Der Rainberg ist der kleinste der Salzburger Stadtberge, inmitten des früher namensgebenden Stadtteiles Riedenburg. Er ist ein Ausläufer des Mönchsbergs, ist an der höchsten Stelle 511 Meter hoch und besteht wie der Mönchsberg aus Konglomerat (Nagelfluh), einem mit Kalkmörtel verfestigten Flussschotter, der hier als Flussdelta abgelagert worden war.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Rainberg war schon in der ältesten Jungsteinzeit besiedelt. Die Siedlungstätigkeit dauerte in der Folge über 5000 Jahre (während der Kupfer-, der Bronze-, der Eisen-, der Hallstadt- und der Latène-Zeit) an, bis um 15. v. Chr. die Römer unter Kaiser Augustus einmarschierten und die zuletzt hier lebenden keltischen Alaunen in den Raum der heutigen Altstadt umsiedelten.

Ursprünglich hieß der Rainberg Hohe Riedenburg (Ritinburg „a rupe que Ritinburc appelatur“, 1139) oder Ofenlochberg. Im 19. Jahrhundert ging der Name Riedenburg dann auf den neu errichteten Stadtteil über.

1525 schlagen die aufständischen Bauern bei der Belagerung der Festung Hohensalzburg ihr Lager „auf der Riedenburg“ (am Rainberg) auf.

1680 pachtet der Hofbeamte Christoph Rein die Hohe Rittenburg. Seither wird der Berg nach diesem Pächter auch Rainberg genannt. Im Rainberg befinden sich mehrere Kavernen, die als Luftschutzbunker angelegt wurden und heute teilweise noch in Verwendung sind.

Schon seit dem frühen Mittelalter wird der Rainberg als Konglomeratsteinbruch genutzt. Verstärkt wurde der Berg nach 1680 und wieder nach 1857 abgebaut. Seit 1941/42 ist der Rainberg als Kulturdenkmal geschützt. Seit dieser Zeit ruht auch der Abbau. Seit etwa 1955 darf der Berg nicht mehr betreten werden. Seit 1868 steht der Steppenhang am Rainberg wegen seiner einzigartigen wärmeliebenden Pflanzen und Tierwelt unter Naturschutz, seit 1986 ist auch der Wald des Rainbergs als Naturwaldreservat geschützt.

Auf dem unteren Teil des Rainberges befindet sich das Akademische Gymnasium Salzburg.

Felsensteppe am Rainberg

Am Steppenhang konnte sich eine bemerkenswerte wärmeliebende Pflanzen- und Tierwelt über Jahrtausende halten: Färber-Ginster, Großer Ehrenpreis, Hügelmeier, Aufrechter Ziest, Österreichische Bergminze, Schillergras, Amethystschwingel, Verschiedenblättriger Schwingel, bleicher Schwingel und andere. Auch seltene Schmetterlinge und Heuschrecken leben hier.

Der südseitig gelegene Steppenhang am Rainberg ist dabei ein Relikt der nacheiszeitlichen Wärmezeit, als hier ein steppenartig warmes Klima gegeben war. In der ältesten Jungsteinzeit haben die ersten Siedler dann den Boden bearbeitet und durch Weideviehhaltung den Weiderasen am Südabhang des Rainbergs weiter erhalten. Die Besiedelung am Rainberg dauerte fast 5000 Jahre, die folgenden 2000 Jahre war der Berg aber weiter extensives Weideland (soweit nicht als Steinbruch genutzt). Heute führen Ziegen die jahrtausendealte Pflege des kleinen Steppenhanges fort.

Literatur und Quellen

  • Reinhard Medicus: Der Ofenlochberg, heute Rainberg genannt, in Natur- und Kulturgeschichte in: "Bastei" Zeitschrift des Stadtvereins, Folge 1/2004, Salzburg 2004.
  • Christian F. Uhlir (Hrsg.): Salzburger Stadtberge. Mönchsberg – Kapuzinerberg – Festungsberg – Nonnberg – Rainberg. 2011, Salzburg: edition Winterwork, ISBN 978-3-86468-033-5.

Weblinks

Informationen zum Rainberg im SalzburgWiki