Rankweil

Rankweil
Wappen von Rankweil
Rankweil (Österreich)
Rankweil
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Feldkirch
Kfz-Kennzeichen: FK
Fläche: 21,85 km²
Koordinaten: 47° 16′ N, 9° 39′ O47.2666666666679.65468Koordinaten: 47° 16′ 0″ N, 9° 39′ 0″ O
Höhe: 468 m ü. A.
Einwohner: 11.668 (30. Sep. 2012)
Bevölkerungsdichte: 534 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6830
Vorwahl: 05522
Gemeindekennziffer: 8 04 14
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Marktplatz 1
6830 Rankweil
Website: www.rankweil.at
Politik
Bürgermeister: Ing. Martin Summer (ÖVP)
Gemeindevertretung: (2010)
(33 Mitglieder)
21 ÖVP, 3 SPÖ, 2 FPÖ, 7 Grünes Forum Rankweil
Lage der Marktgemeinde Rankweil im Bezirk Feldkirch
Altach Düns Dünserberg Feldkirch Frastanz Fraxern Göfis Götzis Klaus Koblach Laterns Mäder Meiningen Rankweil Röns Röthis Satteins Schlins Schnifis Sulz Übersaxen Viktorsberg Weiler Zwischenwasser VorarlbergLage der Gemeinde Rankweil im Bezirk Feldkirch (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Rankweil ist eine Marktgemeinde im österreichischen Bundesland Vorarlberg und liegt im Bezirk Feldkirch. Mit 11.668 Einwohnern (Stand 30. September 2012) ist sie die zweitgrößte Gemeinde im Bezirk Feldkirch und die achtgrößte Gemeinde in Vorarlberg.

Besonders bekannt ist Rankweil als Wallfahrtsort durch die 1985 zur basilica minor erhobenen Liebfrauenbergkirche, die auch im Rankweiler Wappen zu sehen ist. Außerdem ist die Marktgemeinde als Schulstandort zweier höherer Schulen besonders für die Region Vorderland bedeutsam.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Rankweil liegt im oberen Rheintal in Vorarlberg, Bezirk Feldkirch, in der Grenzregion zur Schweiz (St. Galler Rheintal) und zum Fürstentum Liechtenstein, auf 468 Metern Seehöhe. Rankweil ist die drittwestlichste Gemeinde Österreichs. Rund 70 % der 22 km² großen Gemeinde liegen in der Rheinebene, der Rest im größtenteils bewaldeten Hügelland.

Zwischen dem Hohen Sattel (752 m) im Süden und dem Sattelberg (575 m) im Norden bei Klaus bildet die Rheinebene die geschützte Bucht des „Vorderlandes“ mit ausgesprochenem Gunstklima, das anspruchsvolle landwirtschaftliche Kulturen erlaubt. 30 % der Fläche Rankweils sind bewaldet.

Ortsteile der Gemeinde sind Brederis und Rankweil.

Der größte Bach des Ortes ist die Frutz, ein längerer Wildbach an der Nordgrenze. Östlich der sogenannten "Fabrik", am Übergang vom Hügelland ins Rheintal wird von der Frutz der Mühlbach abgezweigt. Seit 1846 erfolgt die Abzweigung etwas weiter oberhalb mittels eines Stauwehrs, "rotes Tor" genannt. Der Mühlbach wird künstlich durch Rankweil geführt und betrieb früher mal bis zu 23 Wasserkraftanlagen. Die erste Wasserkraftnutzung erfolgte schon im Jahre 1300. Das größte Kraftwerk läuft heute in der ehemaligen Spinnerei, jetzt "Fabrik" genannt. Weiter wird der Mühlbach zur Wasserentnahme durch die Feuerwehr genutzt.[1]

Nachbargemeinden

Die Marktgemeinde Rankweil hat gemeinsame Gemeindegrenzen mit zehn anderen Gemeinden im Bezirk Feldkirch. Dies sind (von Norden aus im Uhrzeigersinn) Koblach, Röthis, Sulz, Zwischenwasser, Laterns, Übersaxen, Satteins, Göfis, Feldkirch und Meiningen.

Geschichte

Zur Zeit des Römischen Reiches war das heutige Rankweil unter dem Namen „Vinomna“ ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, an dem die befestigten römischen Straßen zusammenliefen, unter anderem die Hauptverkehrsstraße von Chur nach Augsburg. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 842.

1375 verkaufen die Grafen von Montfort die Herrschaft Feldkirch, und damit Rankweil, an die Habsburger. Diese verwalteten ihre im heutigen Vorarlberg gelegenen Herrschaftsgebiete abwechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Im späten Mittelalter, in der Zeit der Appenzellerkriege (1405–1429, zwischen dem mit Habsburg verbündeten Fürstabt von St. Gallen und den ihnen untergebenen Appenzellern) ergab sich die Herausbildung der in der Neuzeit abgeschlossenen staatlichen Territorien.

Signifikant dafür sind unterschiedliche Bündnisse der Städte und der Stände, wie auch der Herrschaft Feldkirch (Rankweil) mit den Hofleuten zu Altstätten, Berneck und Marbach, mit der Stadt St. Gallen sowie mit den Landleuten am Eschnerberg.

1405 erfolgte durch die Aufnahme der Herrschaft Feldkirch, und damit von Rankweil, die eigentliche Gründung des nach eidgenössischem Vorbild organisierten „Bundes ob dem See“, des wichtigsten Bündnisses dieser Zeit. Dieser dehnte sich rasch aus (u. a. Bludenz, Rankweil, Sax, Gaster und Toggenburg). Gewagte militärische Unternehmungen und Erhebungen gegen die Herrschaft der Habsburger (Tirol, Allgäu, Thurgau) waren kurzfristig erfolgreich und führten zur Zerstörung zahlreicher Adelsburgen. Am 13. Januar 1408 unterlag der Bund jedoch bei Bregenz dem habsburgischen Ritterheer.

1618 wurde Rankweil das Marktgemeinderecht verliehen. Von 1805 bis 1814 gehörte Rankweil mit Vorarlberg zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Rankweil seit der Gründung 1918.

Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung


Im Jahr 2002 lag der Ausländeranteil in der Gemeinde bei 16,5 %.

Politik

Die Gemeindevertretung besteht aus 33 Mitgliedern. Die Zusammensetzung nach der Wahl 2010 ist: ÖVP 21 Sitze, SPÖ 3 Sitze, FPÖ 2 Sitze und Grüne 7 Sitze. Bürgermeister ist seit dem 1. Juli 2008 als Nachfolger von Hans Kohler Ing. Martin Summer.

Bürgermeister von Rankweil

  • Seit 2008: Martin Summer
  • 1990–2008: Hans Kohler
  • 1978–1990: Thomas Linder
  • 1964–1978: Rudolf Ammann
  • 1957–1964: Herbert Keßler
  • 1945–1957: August Fröhlich
  • 1938–1945: Hans Jenny
  • 1936–1938: Seraphin Reich
  • 1919-1936: Joseph Längle
  • 1915–1919: Jakob Abbrederis
  • 1907–1915: Johann Wendelin Nachbaur
  • 1906–1907: Josef Fröhlich
  • 1897–1906: Johann Jakob Scheidbach
  • 1891–1897: Josef Fröhlich
  • 1888–1891: Johann Jakob Scheidbach
  • 1885–1888: Josef Rheinberger

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Mutterkirche St. Peter

Die Pfarrkirche St. Peter ist ein barockisierte romanische Kirche in ummauertem Friedhofhof mit Beinhaus und Denkmal zu Josef Sigmund Nachbauer.

Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frauen Mariä Heimsuchung“

→ Hauptartikel: Liebfrauenbergkirche

Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frauen Mariä Heimsuchung“

Die Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frauen Mariä Heimsuchung“, auch „Basilika Rankweil“ genannt, hat ihre Anfänge im frühen Mittelalter um etwa 700 in einer churrätischen Kirchenburg mit Mauerring und Friedhof. Seit dem 9. Jahrhundert war die Kirche Zentrum einer Großpfarrei. 1445 wurde sie im Zürcher Krieg durch einen Brand stark beschädigt.

1657/58 erbaute der Barockbaumeister Michael Beer die berühmte „Loretokapelle“, das Zentrum der Wallfahrt mit dem „Gnadenbild“, einer Lindenholzskulptur um 1480 von Hans Rueland. Bis 1816 gehörte Rankweil mit dem Vorarlberger Oberland zum Bistum Chur. Den Titel einer päpstlichen Basilica minor erhielt sie 1985 [2].

Römervilla

Die Römervilla von Brederis war zum ersten Mal 1954 Gegenstand archäologischer Untersuchungen durch das Vorarlberger Landesmuseum. Die damals ausgegrabene Anlage wurde konserviert und bildete das erste Freilichtmuseum Vorarlbergs.

In den Jahren 2003 bis 2007 wurde ein weiterer Teil der Römervilla ergraben, der sich als das eigentliche Hauptgebäude herausstellte. Seitens der Marktgemeinde Rankweil wurde dazu eine umfangreiche Grabungsdokumentation veröffentlicht, die beim Rathaus der Marktgemeinde erhältlich ist [3].

Spinnerei Rhomberg

Spinnerei-Gelände (heute Gewerbepark)

Diese Anlage wurde 1839 von Ohmaier erbaut, ist mit wenigen Zubauten in zwei Bauphasen entstanden und wirkt heute wie aus einem Guss. Der Hochbau gehört zu den ältesten Spinnereibauten des Landes.

Durch die Lage zwischen Wasser und Straße waren keine Ausdehnungsmöglichkeiten vorhanden, sodass notgedrungen ein kompaktes Objekt entstand, das mit der Topographie wie verwachsen scheint. Die ruhigen Volumen, Fensterfronten und nicht zuletzt der gut aufgesetzte Wasserturm ergaben einen Industriebau von elementarer Schönheit.

Sport

Der Fußballverein FC Rot-Weiß Rankweil spielte bis 2009 in der Regionalliga West. Die Spielstätte ist das Stadion auf der Gastra.

Aus der Sparte Leichtathletik der Turnerschaft Rankweil haben es immer wieder Athleten (insbesondere auch im Nachwuchs) an die nationale Leistungsspitze geschafft, Klaus Bodenmüller erreichte sogar Weltklasse.

Große Bedeutung hat in Rankweil der Radrennsport. Einmal jährlich findet das traditionelle Kriterium um den Liebfrauenberg statt. Seit vielen Jahrzehnten misst sich bei diesem Rundstreckenrennen im Ortszentrum ein internationales Top-Starterfeld auf der 1 km langen Schleife, bei der auch ein kurzes Stück auf Kopfsteinpflaster gefahren wird.

Auch große internationale Radrundfahrten führten öfters schon durch den Ort; Rankweil war dabei schon Etappenziel der Österreich-Radrundfahrt.

Seit einigen Jahren ist in Rankweil der Sitz des einzigen Profi-Radteam in Vorarlberg. Das Team Vorarlberg besitzt eine UCI Continental-Lizenz.

Der Verein "Pool Player Club Rankweil" spielt in der österreicher Poolbillard-Bundesliga.

Rankweil hat zahlreiche Sport- und Tennisplätze, eine Tennishalle, eine Skateboardanlage, einen Sportschützenplatz und eine Eislauffläche für Publikumseislauf und Eishockey.

Seit 8. August 2008 verfügt Rankweil des Weiteren über einen 18-Loch Golfplatz.

Wirtschaft und Infrastruktur

Am Ort gab es im Jahr 2003 242 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 4.435 Beschäftigten und 302 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 4.885. Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle. Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei 47,3 %. Größter Arbeitgeber in Rankweil ist der Fruchtsafthersteller Rauch.

Das Landeskrankenhaus Rankweil ist ein Schwerpunktkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie und ist neben seiner Bedeutung für die medizinische Infrastruktur ein wichtiger Arbeitgeber in der Gemeinde.

Bildung

In Rankweil bestehen 9 Kindergärten, 3 Volksschulen, 2 Mittelschulen (eine davon als Sportmittelschule), eine Polytechnische Schule, ein Sonderpädagogisches Zentrum und eine Musikschule.

Im Bereich der höheren Schulen existieren in Rankweil eine Höhere Technische Lehranstalt mit Schwerpunkten in der Elektronik und der Bautechnik, sowie eine Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe. Am Landeskrankenhaus Rankweil gibt es zudem eine psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflegeschule.

Kultur

Wichtig für die Marktgemeinde ist der „Kulturtempel“ Altes Kino. Seit über 20 Jahren macht ein ehrenamtlicher Verein Kultur und das auf einem Niveau das über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist.

Weiters kulturell bedeutend und von großer regionaler Beliebtheit sind jährliche Veranstaltungen wie der Rankweiler Herbstmarkt (eines der größten Volksfeste der Region), der Rankweiler Faschingsumzug (gehört mit zu den größten Umzügen in Vorarlberg), die Rankweiler Kilbi und auch das Rankweiler Kellerfest.

Landesweit bekannt ist Rankweil insbesondere auch für die vielen Gasthäusern und Gastgärten. Der Ursprung für diese hohe Dichte an gut bürgerlichen Wirtshäusern liegt an der langen Geschichte Rankweils als Wallfahrtsort.

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. Mühlbachgenossenschaft Rankweil
  2. Basilika Rankweil
  3. Freilichtmuseum Römervilla Rankweil-Brederis  (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv) [1] [2] Vorlage:Toter Link/www.mamilade.at

Weblinks

 Commons: Rankweil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien