Regine Ulmann

Regine Ulmann, Pseudonyme Gertrud Bürger und Agnes Thal, (* 1. September 1847 als Regine Kohn in Wien; † 1939) war eine österreichische Redakteurin und Schuldirektorin.

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Leben

Regine Ulmann erhielt Privatunterricht. Sie war 1886/7 mit gerade 19 Jahren Mitbegründerin des „Mädchen-Unterstützungs-Vereins“, dessen Direktorin sie später wurde.

Innerhalb der bürgerlichen Frauenbewegung war Ulmann engste Mitarbeiterin von Marianne Hainisch, der Gründerin des Bund Österreichischer Frauenvereine. Zusammen mit ihr und Anitta Müller-Cohen eröffnete sie 1923 in der Wiener Hofburg die Weltkonferenz jüdischer Frauen. Dabei wurde unter anderem die Errichtung des jüdischen Weltfrauenbundes beschlossen. Im August 1938, firmierte Regine Ulmann, über neunzigjährig, als letzte Präsidentin des von den Nationalsozialisten zwangsaufgelösten Sozialvereines. Der Verein war auch Mitglied im Bund Österreichischer Frauenvereine: anlässlich ihres vierzigsten Dienstjubiläums als Direktorin einer der vielen Vereinsschulen wurde Ulman von Gisela Urban mit den Worten gewürdigt: „Ihr Name erglänzt in der vordersten Reihe der österreichischen Vorkämpferinnen für Frauenrechte“ (veröffentlicht in Der Bund, IX. Jg., Heft 5, Mai 1914, S. 10 – 11). Sie war aber auch im Bereich der jüdischen Wohlfahrt sowie innerhalb der überkonfessionellen bürgerlich-liberalen Frauenbewegung lebenslang tätig.[1]

Ulmann war Chefredakteurin von Das Blatt der Hausfrau, Herausgeberin des Praktischen Rathgebers der Wiener Mode und ständige Mitarbeiterin des Neuen Wiener Tagblattes, der Wiener Mode und anderen. Sie schrieb über Frauenfragen, Erziehung und Handarbeit und veröffentlichte z.B. Das Soll und Haben der Hausfrau (1897), Der Wäscheschrank, Wäschealbum der Wiener Mode und Lehrgang des Schnittzeichnens für Wäsche- und Kindergarderobe.

Veröffentlichungen

Die Frauenbewegung unter Kaiser Franz Josef I. In: Zeitschrift für Frauenstimmrecht, 6. Jg., Nr. 9 u. 10, 1916.

Einzelnachweise

  1. Elisabeth Malleier: Regine Ulmann und der Mädchen-Unterstützungs-Verein in Wien. 1999.

Literatur

  • Biographische Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen
  • Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft: 18. bis 20. Jahrhundert. Herausgegeben von der Österreichischen Nationalbibliothek. Saur, München 2002.
  • Hermann Clemens Kosel: Deutsch-österreichisches Künstler- und Schriftsteller-Lexikon. Gesellschaft für graphische Industrie, Wien 1902–06.
  • Elisabeth Malleier: Jüdische Frauen in der Wiener bürgerlichen Frauenbewegung 1890–1938. Forschungsbericht, 2001, S. 28–31. (Signatur der ÖNB: 1428420-C.Neu-Per.35)
  • Marianne Nigg: Biographien der österreichischen Dichterinnen und Schriftstellerinnen. Ein Beitrag zur deutschen Literatur in Österreich. Korneuburg 1893.
  • Sophie Pataky (Hrsg.): Lexikon deutscher Frauen der Feder. Eine Zusammenstellung der seit dem Jahre 1840 erschienenen Werke weiblicher Autoren nebst Biographien der lebenden und einem Verzeichnis der Pseudonyme. Berlin 1898 (2 Bände).

Weblinks