Regionalwahlkreis Innsbruck

Wahlkreis Innsbruck
Regionalwahlkreise Oesterreich.png
Staat Österreich
Bundesland Tirol
Anzahl der Mandate 3[1]
Wahlberechtigte 87.834 (2008)[2]
Wahlbeteiligung 69,8 %[2]
Wahldatum 28. September 2008

Der Regionalwahlkreis Innsbruck ist ein Regionalwahlkreis in Österreich, der bei Wahlen zum Nationalrat für die Vergabe der Mandate im ersten Ermittlungsverfahren gebildet wird. Der Wahlkreis umfasst die Stadt Innsbruck. Bei der letzten Nationalratswahl 2008 waren im Regionalwahlkreis Innsbruck 87.834 Personen wahlberechtigt, wobei bei der Wahl die Österreichische Volkspartei (ÖVP) mit 21,6 % als stärkste Partei hervorging. Von den angetretenen Parteien .[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach dem Ende des Staates Österreich-Ungarn wurden für das Gebiet Tirols mit der Wahlordnung 1918 für die Wahl der konstituierenden Nationalversammlung zwei Wahlkreise geschaffen, wobei für das Gebiet des heutigen Regionalwahlkreises der Wahlkreis Nordtirol (Wahlkreis 25) gebildet wurde, der mit Ausnahme Osttirols das gesamte, heutige Bundesland Tirol umfasste.[3] Nachdem Gebiete wie Südtirol und Südböhmen endgültig von Österreich an die Nachfolgestaaten Österreich-Ungarns abgetreten hatten werden mussten, wurde aus den verbliebenen Teilen Tirols, der Wahlkreis Tirol (Wahlkreis 18) geschaffen.[4] Nachdem die Wahlordnung von 1923 von der austrofaschistischen Regierung 1934 außer Kraft gesetzt worden war, wurde die ursprüngliche Einteilung der Wahlkreise nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Verfassungsgesetz vom 19. Oktober 1945 weitgehend wieder eingeführt.[5] Mit der Nationalrats-Wahlordnung 1971 kam es zu einer tiefgreifenden Wahlkreisreform, mit der die Anzahl der Wahlkreise in Österreich auf nur noch neun reduziert wurde. Für das Bundesland Tirol änderte sich dadurch bis auf die Nummer des Wahlkreises (nun Wahlkreis 7) nichts.[6] Mit Inkrafttreten der Nationalrats-Wahlordnung 1992 wurde das österreichische Bundesgebiet schließlich in 43 Regionalwahlkreise unterteilt und somit ein drittes Ermittlungsverfahren eingeführt, wobei Innsbruck zum Wahlkreis Graz (Wahlkreis 7A) wurde.[7] 1993 wurden dem Regionalwahlkreis drei Mandate zugewiesen,[8] wobei die Neuberechnung der Mandatsverteilung im Jahr 2002 (nach den Ergebnissen der Volkszählung 2001) zu keinen Veränderungen führte.[9]

Seit der Schaffung des Wahlkreises gelang es der SPÖ bei zwei von sechs Wahlen, nämlich in den Jahren 1994 und 1995 die relative Mehrheit zu erzielen, wobei sie bei der Nationalratswahl 1995 mit 31,9 % ihr bestes und Nationalratswahl 2008 mit 19,8 % ihr schlechtestes Ergebnis erreichte. Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) errang bei den Nationalratswahlen 2002, 2006 und 2008 die relative Mehrheit, wobei sie 2002 mit 39,3 % das bisher beste Ergebnis aller Parteien erzielte. Ihr bisher schlechtestes Ergebnis verbuchte die ÖVP hingegen bei der Nationalratswahl 1999, als sie mit 22,0 % wie bei den beiden Wahlen zuvor nur den dritten Platz belegte. Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) verbuchte ihre besten Ergebnisse bisher in den 1990er Jahren, als sie 1995 den zweiten Platz belegte und 1999 schließlich mit 27,5 % auf den ersten Platz vorstieß. Danach rutschte die FPÖ jedoch auf den vierten Platz ab und landete bei zwei Wahlen in Folge hinter den Grünen. Die Grünen – Die grüne Alternative (GRÜNE) profitierten vor allem vom Niedergang des in Innsbruck sehr starken Liberalen Forums und konnten sich bei den Wahlen 2002 und 2006 vor der FPÖ auf dem dritten Platz platzieren. Ihr bestes Ergebnis erreichten die Grünen 2006 mit 22,4 %.

Wahlergebnisse

Nationalratswahl im Wahlkreis 7A 2008
 %
40
30
20
10
0
21,6 %
(-8,9 %p)
19,8 %
(-6,2 %p)
19,1 %
(-3,3 %p)
17,3 %
(+5,1 %p)
7,1 %
(+3,9 %p)
15,1 %
(+9,4 %p)
2006

2008

Nationalratswahlen im Regionalwahlkreis Innsbruck[2][10]
Wahltermin GM[11] ÖVP SPÖ FPÖ GRÜNE BZÖ LIF Sonstige
9. Oktober 1994 Stimmenanteile (%) 24,6 27,0 24,0 13,3 - 8,5 2,6
3 Grundmandate 0 0 0 - - 0 0
17. Dezember 1995 Stimmenanteile (%) 23,2 31,9 25,3 8,4 - 9,2 2,0
3 Grundmandate 0 0 0 0 - 0 0
3. Oktober 1999 Stimmenanteile (%) 22,5 25,5 27,5 14,8 - 6,6 3,1
3 Grundmandate 0 0 0 0 - 0 0
24. November 2002 Stimmenanteile (%) 39,3 28,6 9,5 19,9 - 2,0 0,7
3 Grundmandate 0 0 0 0 - 0 0
1. Oktober 2006 Stimmenanteile (%) 30,5 26,0 12,2 22,4 3,2 - 5,7
3 Grundmandate 0 0 0 0 0 - 0
28. September 2008 Stimmenanteile (%) 21,6 19,8 19,1 17,3 7,1 4,4 10,7
3 Grundmandate 0 0 0 0 0 0 0

Einzelnachweise

  1. Bundesministerium für Inneres - Wahlkreiseinteilung
  2. a b c d Ergebnis der Nationalratswahl 2008 auf den Seiten des Bundesministeriums für Inneres
  3. Wahlordnung 1918
  4. Nationalrats-Wahlordnung 1923
  5. Staatsgesetzblatt 51/1945 Gesetz Nr. 198
  6. Nationalrats-Wahlordnung 1971 BGBl. 391/1970
  7. Nationalrats-Wahlordnung 1992 BGBl. 471/1992
  8. BGBl. 322/1993 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  9. BGBl. 337a/2002 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  10. Wahlergebnisse ab 1995
  11. Anzahl der zu vergebenden Grundmandate

Literatur

  • Verbindungsstelle der Bundesländer beim Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Wahlstatistik. Die Wahlen in den Bundesländern seit 1945. Nationalrat und Landtage. 8. Auflage, Wien 1994