Regionalwahlkreis Innviertel

Wahlkreis 4B: Innviertel
Regionalwahlkreise Oesterreich.png
Staat Österreich
Bundesland Oberösterreich
Wahlkreisnummer 4B
Anzahl der Mandate 5
Wahlberechtigte 165.085 (2008)[1]
Wahlbeteiligung 79,1 %[1]
Wahldatum 28. September 2008
Abgeordnete

Der Regionalwahlkreis Innviertel (Wahlkreis 4B) ist ein Regionalwahlkreis in Österreich, der bei Wahlen zum Nationalrat für die Vergabe der Mandate im ersten Ermittlungsverfahren gebildet wird. Der Wahlkreis umschließt die politischen Bezirke Braunau am Inn, Ried im Innkreis sowie Schärding und entspricht in seinem Umfang damit dem Landtagswahlkreis Innviertel. Bei der letzten Nationalratswahl 2008 waren im Regionalwahlkreis Innviertel 165.085 Personen wahlberechtigt, wobei bei der Wahl die Österreichische Volkspartei (ÖVP) mit 32,1 % als stärkste Partei hervorging. Von den fünf zu vergebenden Grundmandaten entfiel je eines auf die ÖVP, auf die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) und auf die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ).

Geschichte

Nach dem Ende des Staates Österreich-Ungarn wurden für das Gebiet von Oberösterreich mit der Wahlordnung 1918 für die Wahl der konstituierenden Nationalversammlung sechs Wahlkreise geschaffen, wobei bereits zu dieser Zeit ein Wahlkreis mit dem Namen Innviertel gebildet wurde. Dieser Wahlkreis (zunächst Wahlkreis 14, ab 1923 Wahlkreis 13) umfasste das Gebiet der Gerichtsbezirke Braunau, Engelhartszell, Mattighofen, Mauerkirchen, Obernberg am Inn, Raab, Ried im Innkreis, Schärding und Wildshut.[2] Nachdem die Wahlordnung von 1923 von der austrofaschistischen Regierung 1934 außer Kraft gesetzt worden war, wurde die ursprüngliche Einteilung der Wahlkreise nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Verfassungsgesetz vom 19. Oktober 1945 weitgehend wieder eingeführt.[3] Der Wahlkreis Innviertel wurde dadurch unverändert wieder eingeführt und blieb bis 1971 bestehen, als es durch die Nationalrats-Wahlordnung 1971 schließlich erstmals seit 1918 zu einer tiefgreifenden Wahlkreisreform, mit der die Anzahl der Wahlkreise in Österreich auf nur noch neun reduziert wurde. Für das Bundesland Oberösterreich bestand in der Folge nur noch ein Wahlkreis, der Wahlkreis Oberösterreich (Wahlkreis 4).[4] Mit Inkrafttreten der Nationalrats-Wahlordnung 1992 wurde das österreichische Bundesgebiet schließlich in 43 Regionalwahlkreise unterteilt und somit ein drittes Ermittlungsverfahren eingeführt, wobei die Bezirke Braunau, Ried im Innkreis und Schärding erneut zum Wahlkreis Innviertel (Wahlkreis 4B) zusammengefasst wurden.[5] 1993 wurden dem Regionalwahlkreis fünf Mandate zugewiesen,[6] wobei die Neuberechnung der Mandatsverteilung im Jahr 2002 (nach den Ergebnissen der Volkszählung 2001) zu keinen Veränderungen führte.[7]

Seit der Schaffung des Wahlkreises erreichte die ÖVP bei jeder Wahl die relative Mehrheit, wobei sie bei der Nationalratswahl 2002 mit 49,4 % ihr bestes Ergebnis und beinahe die absolute Mehrheit erreicht. Mit Ausnahme dieser Wahl, bei der die ÖVP zwei Grundmandate gewann, erreichte die ÖVP bei Nationanalratswahlen immer ein Grundmandat. Bei der Wahl 2008 sackte sie jedoch mit 32,1 % auf ihren bisher schlechtesten Wer ab. Die SPÖ belegte bei vier von sechs Wahlen den 2. Platz, wobei sie 1994 und 1999 von der FPÖ geschlagen wurde. Während die SPÖ jedoch bei jeder Wahl ein Grundmandat erreichte, gelang dies der FPÖ bei den Wahlen 2002 und 2006 nicht. Dennoch erzielte die FPÖ im Innviertel immer ihr jeweils bestes Wahlergebnis in Oberösterreich. Im Gegensatz zur FPÖ stellt das Innviertel für die Grünen den schlechtesten Wahlkreis dar, wobei sie hier 2008 auch vom BZÖ überholt wurden und damit auf den fünften Platz zurückfielen.

Wahlergebnisse

Nationalratswahl im WK Innviertel 2008
 %
50
40
30
20
10
0
32,1 %
(-10,2 %p)
23,5 %
(-4,2 %p)
22,8 %
(+7,3 %p)
7,7 %
(-0,1 %p)
9,5 %
(+6,4 %p)
4,4 %
(+0,8 %p)
2006

2008

Nationalratswahlen im Regionalwahlkreis Innviertel[1][8]
Wahltermin GM[9] ÖVP SPÖ FPÖ GRÜNE BZÖ LIF Sonstige
9. Oktober 1994 Stimmenanteile (%) 34,1 27,2 27,4 6,4 - 3,3 1,6
5 Grundmandate 1 1 1 0 - 0 0
17. Dezember 1995 Stimmenanteile (%) 33,6 30,0 27,4 4,5 - 3,2 1,3
5 Grundmandate 1 1 1 0 - 0 0
3. Oktober 1999 Stimmenanteile (%) 40,0 19,3 26,6 8,6 - 4,0 1,6
5 Grundmandate 1 1 1 0 - 0 0
24. November 2002 Stimmenanteile (%) 49,4 28,8 13,9 6,7 - 0,7 0,5
5 Grundmandate 2 1 0 0 - 0 0
1. Oktober 2006 Stimmenanteile (%) 42,3 27,7 15,5 7,8 3,1 - 3,5
5 Grundmandate 1 1 0 0 0 - 0
28. September 2008 Stimmenanteile (%) 32,1 23,5 22,8 7,7 9,5 1,2 3,2
5 Grundmandate 1 1 1 0 0 0 0

Einzelnachweise

  1. a b c Ergebnis der Nationalratswahl 2008 auf den Seiten des Bundesministeriums für Inneres
  2. Wahlordnung 1918
  3. Staatsgesetzblatt 51/1945 Gesetz Nr. 198
  4. Nationalrats-Wahlordnung 1971 BGBl. 391/1970
  5. Nationalrats-Wahlordnung 1992 BGBl. 471/1992
  6. BGBl. 322/1993 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  7. BGBl. 337a/2002 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  8. Wahlergebnisse ab 1994
  9. Anzahl der zu vergebenden Grundmandate