Regionalwahlkreis Lungau/Pinzgau/Pongau

Wahlkreis 5C: Lungau/Pinzgau/Pongau
Regionalwahlkreise Oesterreich.png
Staat Österreich
Bundesland Salzburg
Wahlkreisnummer 5C
Anzahl der Mandate 4[1]
Wahlberechtigte 138.035 (2008)[2]
Wahlbeteiligung 81,2 %[2]
Wahldatum 28. September 2008

Der Regionalwahlkreis Lungau/Pinzgau/Pongau ist ein Landeswahlkreis in Österreich, der bei Wahlen zum Nationalrat für die Vergabe der Mandate im ersten Ermittlungsverfahren gebildet wird. Der Wahlkreis umfasst die politischen Bezirke Sankt Johann im Pongau (Pongau), Tamsweg (Lungau) und Zell am See (Pinzgau). Bei der letzten Nationalratswahl 2008 waren im Regionalwahlkreis Lungau/Pinzgau/Pongau 138.035 Personen wahlberechtigt, wobei bei der Wahl die Österreichische Volkspartei (ÖVP) mit 30,4 % als stärkste Partei hervorging. Neben der ÖVP erreichte auch die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) eines der als einzige Partei eines der vier zu vergebenden Grundmandate.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach dem Ende des Staates Österreich-Ungarn wurde für das Gebiet des Landes Salzburg mit der Wahlordnung 1918 für die Wahl der konstituierenden Nationalversammlung ein einziger Wahlkreis geschaffen (Wahlkreis 19), der auch die Bezirke St. Johann, Tamsweg und Zell am See umfasste.[3] Mit der Neuordnung der Wahlkreise nach dem endgültigen Verlust von Gebieten wie Südböhmen und Südtirol erhielt der unveränderte Wahlkreis Salzburg die Wahlkreisnummer 17.[4] Nachdem die Wahlordnung von 1923 von der austrofaschistischen Regierung 1934 außer Kraft gesetzt worden war, wurde die ursprüngliche Einteilung der Wahlkreise nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Verfassungsgesetz vom 19. Oktober 1945 weitgehend wieder eingeführt.[5] Der Wahlkreis Salzburg war auch in der Folge nicht von Veränderungen betroffen, auch durch die Einführung der Nationalrats-Wahlordnung 1971, mit der die Anzahl der Wahlkreise in Österreich auf nur noch neun reduziert wurde, blieb der Wahlkreis Salzburg (nun als Wahlkreis 5) unverändert bestehen.[6] Mit Inkrafttreten der Nationalrats-Wahlordnung 1992 wurde das österreichische Bundesgebiet schließlich in 43 Regionalwahlkreise unterteilt und somit ein drittes Ermittlungsverfahren eingeführt, wobei der Landeswahlkreis Salzburg (Wahlkreis 5) für das erste Ermittlungsverfahren in die drei Regionalwahlkreise Salzburg Stadt (5A), Flachgau/Tennengau (5B) und Lungau/Pinzgau/Pongau (5C) unterteilt wurde.[7] Der Regionalwahlkreis Lungau/Pinzgau/Pongau erhielt in der Folge 1993 vier Mandate zugewiesen,[8] wobei die Neuberechnung der Mandatsverteilung zwischen den Wahlkreisen im Jahr 2002 (nach den Ergebnissen der Volkszählung 2001) für den Regionalwahlkreis Lungau/Pinzgau/Pongau zu keinen Veränderungen führte.[9]

Nach der Schaffung des Wahlkreises wurde der Regionalwahlkreis Lungau/Pinzgau/Pongau zunächst von der SPÖ dominiert, die sich bei den Nationalratswahlen von 1994 bis 1999 klar vor der ÖVP etablieren konnte. Die SPÖ erreichte dabei bei der Nationalratswahlen 1994 mit 36,21 % ihr bisher bestes Ergebnis. Ihr bisher schlechtestes Ergebnis fuhr die SPÖ bei der letzten Nationalratswahl 2008 ein, als sie nur noch 27,2 % erreichte. Die Österreichische Volkspartei belegte im Regionalwahlkreis zwischen 1994 und 1999 jeweils den zweiten Platz, bis ihr bei der Nationalratswahl 2002 mit 48,0 % ein fulminanter Wahlsieg gelang. Dieses Ergebnis, dass das höchste jemals erzielte Ergebnis einer Partei in diesem Wahlkreis darstellte konnte die ÖVP jedoch bei den folgenden Wahlen nicht halten. Sie verlor sukzessive und erreichte bei der letzten Nationalratswahl nur noch 30,4 %. Obwohl die ÖVP damit den ersten Platz verteidigen konnte, lag das Ergebnis nur noch knapp über dem schlechtesten Ergebnis der Partei aus dem Jahre 1999, als die ÖVP 29,7 % erzielt hatte. Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) belegte bei allen Wahlen seit 1994 den dritten Platz im Regionalwahlkreis Lungau/Pinzgau/Pongau und erreichte bei der Nationalratswahl 1999 mit 28,9 % ihr bestes Ergebnis, wobei sie nur mehr knapp hinter der ÖVP bzw. der SPÖ zurücklag. In der Folge stürzte die FPÖ 2002 jedoch auf 10,8 %, ihr bisher schlechtestes Ergebnis, ab. 2008 konnte sich die FPÖ wieder auf 18,2 % steigern. Die Grünen – Die grüne Alternative (GRÜNE) belegten im Regionalwahlkreis immer den vierten oder fünften Platz, wobei sie ihr bestes Ergebnis im Jahr 2006 mit 7,2 % erzielten. 2008 wurden die Grünen jedoch vom Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) überholt und wie bereits 1995 (damals vom Liberalen Forum) auf den fünften Platz verdrängt. Das BZÖ konnte hingegen bei der letzten Wahl 13,1 % erzielen.

Wahlergebnisse

Nationalratswahl im Wahlkreis 5C 2008
 %
50
40
30
20
10
0
30,4 %
(-10,5 %p)
27,2 %
(-5,7 %p)
6,8 %
(-0,4 %p)
18,2 %
(+6,2 %p)
13,1 %
(+10,3 %p)
4,4 %
(+0,2 %p)
2006

2008

Nationalratswahlen im Regionalwahlkreis Lungau/Pinzgau/Pongau[2][10]
Wahltermin GM[11] ÖVP SPÖ FPÖ GRÜNE BZÖ LIF Sonstige
9. Oktober 1994 Stimmenanteile (%) 30,7 36,2 22,4 5,5 - 4,0 1,3
4 Grundmandate 1 1 0 - - 0 0
17. Dezember 1995 Stimmenanteile (%) 30,3 36,2 24,7 3,7 - 4,0 1,1
4 Grundmandate 1 1 0 0 - 0 0
3. Oktober 1999 Stimmenanteile (%) 29,7 32,6 28,9 5,5 - 2,2 1,1
4 Grundmandate 1 1 1 0 - 0 0
24. November 2002 Stimmenanteile (%) 48,0 33,8 10,8 6,3 - 0,8 0,3
4 Grundmandate 1 1 0 0 - 0 0
1. Oktober 2006 Stimmenanteile (%) 40,9 32,9 12,0 7,2 2,8 - 4,2
4 Grundmandate 1 1 0 0 0 - 0
28. September 2008 Stimmenanteile (%) 30,4 27,2 18,2 6,8 13,1 0,8 3,5
4 Grundmandate 1 1 0 0 0 0 0

Einzelnachweise

  1. Bundesministerium für Inneres - Wahlkreiseinteilung
  2. a b c d Ergebnis der Nationalratswahl 2008 auf den Seiten des Bundesministeriums für Inneres
  3. Wahlordnung 1918
  4. Nationalrats-Wahlordnung 1923
  5. Staatsgesetzblatt 51/1945 Gesetz Nr. 198
  6. Nationalrats-Wahlordnung 1971 BGBl. 391/1970
  7. Nationalrats-Wahlordnung 1992 BGBl. 471/1992
  8. BGBl. 322/1993 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  9. BGBl. 337a/2002 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  10. Wahlergebnisse ab 1995
  11. Anzahl der zu vergebenden Grundmandate

Literatur

  • Verbindungsstelle der Bundesländer beim Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Wahlstatistik. Die Wahlen in den Bundesländern seit 1945. Nationalrat und Landtage. 8. Auflage, Wien 1994