Regionalwahlkreis Mostviertel

Wahlkreis 3C: Mostviertel
Regionalwahlkreise Oesterreich.png
Staat Österreich
Bundesland Niederösterreich
Wahlkreisnummer 3C
Anzahl der Mandate 6
Wahlberechtigte 192.009 (2008)[1]
Wahlbeteiligung 86,5 %[1]
Wahldatum 28. September 2008
Abgeordnete

Der Regionalwahlkreis Mostviertel (Wahlkreis 3C) ist ein Regionalwahlkreis in Österreich, der bei Wahlen zum Nationalrat für die Vergabe der Mandate im ersten Ermittlungsverfahren gebildet wird. Der Wahlkreis umschließt die politischen Bezirke Amstetten, Melk, Scheibbs sowie die Stadt Waidhofen an der Ybbs und umfasst damit weitgehend das Gebiet des gleichnamigen Mostviertels. Bei der letzten Nationalratswahl 2008 waren im Regionalwahlkreis Mostviertel 192.009 Personen wahlberechtigt, wobei bei der Wahl die Österreichische Volkspartei (ÖVP) mit 36,8 % als stärkste Partei hervorging. Von den sechs zu vergebenden Grundmandaten entfielen zwei Mandate auf die ÖVP und zwei Mandat auf die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ).[1]

Geschichte

Nach dem Ende des Staates Österreich-Ungarn wurde für das Gebiet von Niederösterreich mit der Wahlordnung 1918 für die Wahl der konstituierenden Nationalversammlung mehrere Wahlkreise geschaffen, wobei das Gebiet des heutigen Wahlkreises Mostviertel im Osten des neu geschaffenen Wahlkreises Viertel oberm Wienerwald lag.[2] Nachdem die Wahlordnung von 1923 von der austrofaschistischen Regierung 1934 außer Kraft gesetzt worden war, wurde die ursprüngliche Einteilung der Wahlkreise nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Verfassungsgesetz vom 19. Oktober 1945 weitgehend wieder eingeführt.[3] In der folge war der Wahlkreis Viertel oberm Manhartsberg mehrmals von Gebietsverschiebungen betroffen, bis durch die Nationalrats-Wahlordnung 1971 eine tiefgreifende Wahlkreisreform erfolgte. Durch die Nationalrats-Wahlordnung 1971 wurde Anzahl der Wahlkreise in Österreich auf nur noch neun reduziert. Für das Bundesland Niederösterreich bestand in der Folge nur noch ein Wahlkreis, der Wahlkreis Niederösterreich (Wahlkreis 3).[4] Mit Inkrafttreten der Nationalrats-Wahlordnung 1992 wurde das österreichische Bundesgebiet schließlich in 43 Regionalwahlkreise unterteilt und somit ein drittes Ermittlungsverfahren eingeführt, wobei die Bezirke Amstetten, Melk, Scheibbs, und die StadtWaidhofen an der Ybbs zum Wahlkreis Mostviertel (Wahlkreis 3C) zusammengefasst wurden.[5] Der Regionalwahlkreis Mostviertel erhielt in der Folge 1993 sechs Mandate zugewiesen,[6] wobei die Neuberechnung der Mandatsverteilung nach den Ergebnissen der Volkszählung 2001 im Jahr 2002 zu keinen Veränderungen im Wahlkreis führten.[7]

Seit der Schaffung des Wahlkreises erreichte die ÖVP bei jeder Nationalratswahl die relative Mehrheit. Einmalig gelang es ihr bei der Nationalratswahl am 24. November 2002 mit 53,6 % sogar die absolute Mehrheit zu erreichen. Bei der Nationalratswahl 2008 sank die ÖVP jedoch mit 36,8 % auf ihren bisher schlechtesten Wert ab. Zweitstärkste Partei war seit 1994 immer die SPÖ, die jedoch bei der Nationalratswahl 2008 mit 27,5 % ebenfalls ihr bisher schlechtestes Ergebnis einfuhr. Dahingegen konnte die FPÖ 2008 wieder stark hinzugewinnen und erreichte mit 17,0 % ihr bisher zweitbestes Ergebnis. Dadurch konnte die FPÖ den seit 1994 belegten dritten Platz verteidigen. Als viertstärkste Partei konnten sich ab 1994 zunächst Die Grünen – Die grüne Alternative (GRÜNE) etablieren, die jedoch 2008 vom Bündnis Zukunft Österreich(BZÖ) überholt wurden.

Wahlergebnisse

Nationalratswahl im WK Mostviertel 2008
 %
50
40
30
20
10
0
36,8 %
(-8,1 %p)
27,5 %
(-5,7 %p)
17,0 %
(+8,3 %p)
6,9 %
(-0,6 %p)
7,1 %
(+4,8 %p)
4,6 %
(+1,2 %p)
2006

2008

Nationalratswahlen im Regionalwahlkreis Mostviertel[1][8]
Wahltermin GM[9] ÖVP SPÖ FPÖ GRÜNE BZÖ LIF Sonstige
9. Oktober 1994 Stimmenanteile (%) 40,7 31,3 16,6 6,0 - 3,9 1,4
6 Grundmandate 2 1 0 0 - 0 0
17. Dezember 1995 Stimmenanteile (%) 39,7 34,6 16,5 4,1 - 3,5 1,6
6 Grundmandate 2 1 0 0 - 0 0
3. Oktober 1999 Stimmenanteile (%) 38,7 31,0 21,0 5,9 - 1,9 1,6
6 Grundmandate 2 1 1 0 - 0 0
24. November 2002 Stimmenanteile (%) 53,6 33,0 6,3 6,2 - 0,6 0,4
6 Grundmandate 3 1 0 0 - 0 0
1. Oktober 2006 Stimmenanteile (%) 44,9 33,3 8,7 7,5 2,3 - 3,3
6 Grundmandate 2 1 0 0 0 - 0
28. September 2008 Stimmenanteile (%) 36,8 27,5 17,0 6,9 7,1 1,1 3,5
6 Grundmandate 2 1 0 0 0 0 0

Einzelnachweise

  1. a b c d Ergebnis der Nationalratswahl 2008 auf den Seiten des Bundesministeriums für Inneres
  2. Wahlordnung 1918
  3. Staatsgesetzblatt 51/1945 Gesetz Nr. 198
  4. Nationalrats-Wahlordnung 1971 BGBl. 391/1970
  5. Nationalrats-Wahlordnung 1992 BGBl. 471/1992
  6. BGBl. 322/1993 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  7. BGBl. 337a/2002 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  8. Wahlergebnisse ab 1995
  9. Anzahl der zu vergebenden Grundmandate