Regionalwahlkreis Osttirol

Wahlkreis Osttirol
Regionalwahlkreise Oesterreich.png
Staat Österreich
Bundesland Tirol
Region Osttirol
Anzahl der Mandate 1[1]
Wahlberechtigte 40.094 (2008)[2]
Wahlbeteiligung 70,0 %[2]
Wahldatum 28. September 2008

Der Regionalwahlkreis Osttirol (Wahlkreis 7E) ist ein Regionalwahlkreis in Österreich, der bei Wahlen zum Nationalrat für die Vergabe der Mandate im ersten Ermittlungsverfahren gebildet wird. Der Wahlkreis umfasst den Bezirk Lienz. Bei der letzten Nationalratswahl 2008 waren im Regionalwahlkreis Osttirol 40.094 Personen wahlberechtigt, wobei bei der Wahl die Österreichische Volkspartei (ÖVP) mit 39,3 % als stärkste Partei hervorging.[2] Der Regionalwahlkreis Osttirol ist der bevölkerungsärmste Regionalwahlkreis in Österreich und weist mit nur einem Grundmandat die geringste Mandatszahl aller Wahlkreise auf.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach dem Ende des Staates Österreich-Ungarn wurden für das Gebiet Tirols mit der Wahlordnung 1918 für die Wahl der konstituierenden Nationalversammlung zwei Wahlkreise geschaffen, wobei für das Gebiet des heutigen Regionalwahlkreises der Wahlkreis Deutsch-Südtirol (Wahlkreis 26) gebildet wurde, der Süd- und Osttirol sowie die die deutschsprachigen Gebiete Welschtirols umfasste.[3] Nachdem Südtirol endgültig von Österreich an Italien abgetreten hatten werden mussten, wurde aus den verbliebenen Teilen Tirols, d.h. aus Nord- und Osttirol der Wahlkreis Tirol (Wahlkreis 18) geschaffen.[4] Nachdem die Wahlordnung von 1923 von der austrofaschistischen Regierung 1934 außer Kraft gesetzt worden war, wurde die ursprüngliche Einteilung der Wahlkreise nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Verfassungsgesetz vom 19. Oktober 1945 weitgehend wieder eingeführt.[5] Mit der Nationalrats-Wahlordnung 1971 kam es zu einer tiefgreifenden Wahlkreisreform, mit der die Anzahl der Wahlkreise in Österreich auf nur noch neun reduziert wurde. Für das Bundesland Tirol änderte sich dadurch bis auf die Nummer des Wahlkreises (nun Wahlkreis 7) nichts.[6] Mit Inkrafttreten der Nationalrats-Wahlordnung 1992 wurde das österreichische Bundesgebiet schließlich in 43 Regionalwahlkreise unterteilt und somit ein drittes Ermittlungsverfahren eingeführt, wobeider Bezirk Lienz zum Wahlkreis Osttirol (Wahlkreis 7E) erhoben wurde.[7] 1993 wurde dem Regionalwahlkreis ein Mandat zugewiesen,[8] wobei die Neuberechnung der Mandatsverteilung im Jahr 2002 (nach den Ergebnissen der Volkszählung 2001) zu keinen Veränderungen führte.[9]

Seit der Schaffung des Wahlkreises gelang es der ÖVP bei jeder Wahl stimmenstärkste Partei zu werden, wobei sie Nationalratswahlen 2002 mit 64,3 % ihr bisher bestes Ergebnis erreichte. Neben der Nationalratswahl 2002 konnte die ÖVP auch bei der Nationalratswahl 1994 und bei der Nationalratswahl 2006 die absolute Stimmenmehrheit erzielen. Ihr schlechtestes Ergebnis musste die ÖVP bei der letzten Wahl 2008 hinnehmen, als sie auf 39,3 % kam. Nachdem die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) bei den Nationalratswahlen zwischen 1994 und 1999 hinter die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) auf den dritten Platz gerutscht war, konnte sie sich von 2002 bis 2008 wieder auf den zweiten Platz vorschieben. Dennoch verzeichnete die SPÖ 1995 mit 20,0 % ihr bestes Ergebnis und zuletzt 2008 mit 13,8 % ihr schlechtestes Ergebnis. Die FPÖ erzielte ihr bestes Ergebnis 1999 mit 24,3 %, rutschte danach bis 2006 auf 9,9 % ab und sogar hinter Die Grünen – Die grüne Alternative (GRÜNE), die ihr bestes Ergebnis 2006 mit 11,2 % hatten. 2008 fielen sie jedoch als fünftstärkste Kraft auch hinter das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) zurück, dass 2008 bei 13,4 % landete, dem bester Ergebnis des BZÖ in einem Regionalwahlkreis.

Wahlergebnisse

Nationalratswahl im Wahlkreis 7E 2008
 %
60
50
40
30
20
10
0
39,3 %
(-14,9 %p)
13,8 %
(-2,7 %p)
13,5 %
(+3,6 %p)
9,0 %
(-2,2 %p)
13,4 %
(+9,7 %p)
11,0 %
(+6,5 %p)
2006

2008

Nationalratswahlen im Regionalwahlkreis Osttirol[2][10]
Wahltermin GM[11] ÖVP SPÖ FPÖ GRÜNE BZÖ LIF Sonstige
9. Oktober 1994 Stimmenanteile (%) 51,8 16,8 17,1 8,3 - 3,9 2,1
1 Grundmandate 0 0 0 - - 0 0
17. Dezember 1995 Stimmenanteile (%) 45,5 20,0 22,7 6,3 - 4,1 1,4
1 Grundmandate 0 0 0 0 - 0 0
3. Oktober 1999 Stimmenanteile (%) 47,5 15,4 24,3 8,4 - 2,5 1,9
1 Grundmandate 0 0 0 0 - 0 0
24. November 2002 Stimmenanteile (%) 64,3 15,5 10,5 8,5 - 0,9 0,3
1 Grundmandate 0 0 0 0 - 0 0
1. Oktober 2006 Stimmenanteile (%) 54,2 16,5 9,9 11,2 3,3 - 4,9
1 Grundmandate 0 0 0 0 0 - 0
28. September 2008 Stimmenanteile (%) 39,3 13,8 13,5 9,0 13,4 1,2 9,8
1 Grundmandate 0 0 0 0 0 0 0

Einzelnachweise

  1. Bundesministerium für Inneres - Wahlkreiseinteilung
  2. a b c d Ergebnis der Nationalratswahl 2008 auf den Seiten des Bundesministeriums für Inneres
  3. Wahlordnung 1918
  4. Nationalrats-Wahlordnung 1923
  5. Staatsgesetzblatt 51/1945 Gesetz Nr. 198
  6. Nationalrats-Wahlordnung 1971 BGBl. 391/1970
  7. Nationalrats-Wahlordnung 1992 BGBl. 471/1992
  8. BGBl. 322/1993 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  9. BGBl. 337a/2002 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  10. Wahlergebnisse ab 1995
  11. Anzahl der zu vergebenden Grundmandate

Literatur

  • Verbindungsstelle der Bundesländer beim Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Wahlstatistik. Die Wahlen in den Bundesländern seit 1945. Nationalrat und Landtage. 8. Auflage, Wien 1994