Reichenberger Automobil Fabrik

RAF von 1907

Die Reichenberger Automobil Fabrik (RAF) war ein Fahrzeughersteller aus Österreich-Ungarn.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmensgeschichte

Das Unternehmen wurde 1907 von dem Textilfabrikanten und Rennfahrer Theodor Freiherr von Liebieg[1], einem Enkel von Johann Liebieg in Rosenthal bei Reichenberg (heute Liberec) gegründet.

Bereits 1908 nahm Theodor Freiherr von Liebieg gemeinsam mit Frhr. Oscar von Klinger und Frhr. Hugo von Klinger an der Prinz-Heinrich-Fahrt mit drei RAF-Fahrzeugen erfolgreich teil. Diese Fahrt führte insgesamt 2.201,3 km von Berlin über Stettin – Kiel – Hamburg – Hannover – Köln – Trier zum Ziel nach Frankfurt am Main.

Eines der ersten RAF-Autos war das Modell T mit einem 4,508-Liter-Vierzylindermotor und 30 PS. Es verfügte bereits über eine Vierradbremse und wurde 1908 auf dem Prager Automobilsalon vorgestellt. Dieser Wagen wurde mit teuren Karosserien versehen. Es gab auch eine Version mit einem Zweizylindermotor.

Danach folgte 1910 das Modell H 10, ebenfalls ein Vierzylinder, aber mit 5,3 Litern Hubraum und 45 PS. Dieses Fahrzeug war mit vier voneinander unabhängigen Bremsen ausgerüstet – zwei Fußbremsen, die als Getriebe- und Hinterradbremse dienten, einer normalen Handbremse und der damals üblichen Bergstütze. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 90 km/h.

Gleichzeitig wurde der FW 25 gebaut, ein Lieferwagen mit 3,05 Litern Hubraum. 1910 folgte der 14/18. Bei diesem Fahrzeug waren Motor, Kupplung und Getriebe auf einem Hilfsrahmen befestigt, der sehr schnell zu Reparaturarbeiten vom Chassis gelöst werden konnte.

Unter der Führung des damals bekannten Konstrukteurs Paul Henze wurden der C 25 mit 5,7 Litern Hubraum und der 28/32 mit 3,5-Liter-Motor entwickelt. Beides waren sehr teure Autos. Da sich diese Wagen nur in kleinen Stückzahlen verkaufen ließen, wurden der Hansa 6/14 PS und der Hansa 10/22 PS der Vareler Hansawerke in Lizenz gefertigt.

Seit 1908 gab es auch einen Lastkraftwagen mit 4,5 Litern Hubraum. Bei diesem Fahrzeug war der Motor unter dem Fahrersitz eingebaut.

RAF hatte auch ein Lizenzabkommen mit Daimler in Coventry zum Bau der Knight-Motoren mit Schiebersteuerung. 1912 entstand der LK 1 mit Knight-Motor und einer Leistung von 35 PS. Knight-Motoren wurden von RAF auch an Puch in Graz geliefert.

Als sich 1912 der Niedergang der Firma RAF abzeichnete, fusionierte sie noch im gleichen Jahr mit Laurin & Klement. RAF bestand noch bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs und es wurden in dieser Zeit mit dem 18/50 PS und dem 13/40 PS noch zwei neue Modelle entwickelt, beide mit Knight-Motoren. Viele Konstruktionen von L&K basierten auf früheren RAF-Konstruktionen.

Fotogalerie

Quelle

  • Automobil und Motorrad Chronik 2/1978

Weblinks

 Commons: Reichenbacher Automobil Fabrik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hinweise zu Liebieg