Reinhold Duschka

Reinhold Duschka (* 19. Januar 1900 in Berlin) war ein österreichischer Gerechter unter den Völkern.

Duschka versteckte die jüdische Apothekerin Regina Hilde Kraus und ihre zehnjährige Tochter Lucia von Anfang 1939 bis April 1945 in seiner Werkstätte für Kunsthandwerk in der Mollardgasse 85 a, im 6. Bezirk Wiens.

Kurz nach Österreichs Anschluss an das Deutsche Reich im Jahr 1938 sollten die Jüdinnen Regina und Lucia Kraus ihren Mann bzw. Vater nach Persien folgen, bekamen aber keine Transitpapiere mehr. Anfang 1939 wurde ihre Wohnung von den Nationalsozialisten beschlagnahmt.

Duschka erklärte sich bereit, Regina und Lucia Unterschlupf und Schutz vor Verfolgung und Deportation in seiner Werkstätte zu gewähren, obwohl er wusste, dass er sich damit in Todesgefahr begab. Er versorgte die beiden Versteckten mit Nahrung und Kleidung. Duschka beschaffte der kleinen Lucia Lehrbücher, mit denen ihre Mutter sie im Versteck unterrichten konnte. Im Laufe der Zeit lernten Regina und Lucia, wie man Metalle für die Arbeit Duschkas vorbereitete und halfen ihm dabei. Mit dem verdienten Geld kaufte Duschka auf dem Schwarzmarkt Nahrungsmittel für Regina und Lucia.

1944 wurde die Werkstätte Duschkas von den Alliierten bombardiert und schwer beschädigt. Duschka brachte Regina und Lucia in ein kleines Sommerhaus nach Hütteldorf, wo er sie bis zum Kriegsende versteckt hielt. Bei seinen Nachbarn gab er sie als Verwandte aus dem Altreich aus. Regina und Lucia konnten dadurch den Zweiten Weltkrieg überleben. Duschka baute nach dem Weltkrieg seine bombardierte Werkstätte um und arbeitete in ihr bis zu seiner Pensionierung.

Literatur

  • Daniel Fraenkel, Jakob Borut (Hrsg.): Lexikon der Gerechten unter den Völkern: Deutsche und Österreicher. Wallstein Verlag, Göttingen 2005; ISBN 3-89244-900-7; S. 306 f.