Reinprecht IV. vom Graben

Reinprecht IV. vom Graben, sowie Reinprecht IV. ab dem Graben, Herr von Graben und Alt-Grabenhofen (* vor 1396 auf Schloss Graben oder Schloss Alt-Grabenhofen; † nach 1468), war ein krainisch-steirischer Edelmann und entstammte dem edelfreien Geschlecht der Herren von Graben. Reinprecht IV. war der letzte männliche Vertreter des Stammzweiges auf Schloss Graben in Krain.

Biografie

Stammwappen der Konradinischen Linie der Herren vom Graben am Graben in Krain, Scheiblersches Wappenbuch

Seine Eltern waren Georg vom (ab dem) Graben († 1439) und Creszentia von Stainach gewesen. Einer seines Vaters Vettern war Konrad II. vom (ab dem) Graben, welcher als Stammherr des Grafen- und Fürstengeschlechts der Orsini-Rosenberg aufgetreten sein könnte. [1]

Seine erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 1396, als er gemeinsam mit seinem Bruder oder Vetter Ulrich dem Grabner seinen Pflegschaftsrevers an das Spital am Pyhrn. Es ist dadurch anzunehmen, dass Reinprecht IV. als dessen kaiserlicher Pfleger oder Burggraf aufgetreten ist. Im Jahre 1410 tritt er als Zeichner in einer Verkaufsurkunde von seinem Onkel Reinprecht III. vom (ab dem) Graben an dessen Vetter Cholman von Windisch-Graetz.

Im Jahre 1410 hatte Reinprecht IV. noch über kein eigenes Siegel verfügt, so dass für ihn der Grazer Stadtrichter Hans der Stetner siegelte. In den darauf folgenden Urkunden hatte Reinprecht IV. mit dem Grabenschen Schrägbalkenwappen unterzeichnet. Aus dem Jahre 1456 datiert die Urkunde über den Verkauf der Grabenschen Erbgüter und Walseer Lehen an den Grazer Patrizier Caspar Zinser. Der ansehnliche Besitz lag am oberen und unteren Graben bei Graz, und bestand aus sechs Hofstätten, einer Hofmarch und Stadl, einem Weingarten und einigen Äckern an der Mur, Wiesen und einem Steinbruch. Hier trat Reinprecht IV. gemeinsam mit seiner Mutter Crescentina und seinem Bruder Wolfgang als Verkäufer auf.

Im Jahre 1468 ließ er in der Grazer Stadtpfarrkirche für seinen im Jahre 1439 verstorbenen Vater einen schönen roten märbl grabstein aufmachen. Als Reinprecht IV. dann selbst verstorben ist starb mit ihm auch die Stammlinie der Herren von Graben in Krain aus. Das Schloss und die Herrschaft Graben kam mangels männlicher Nachkommen in die Hände des in Kärnten ansässigen Zweiges der Herren von Graben. Der Historiker Johann Weichard von Valvasor nennt in seinem Werk Die Ehre dess Hertzogthums Crain im Jahre 1499 (eigentlich schon ab den frühen 1470er-Jahren) mit Virgil von Graben den nachfolgenden Besitzer.

Literatur

  • Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben in Zeitschrift des historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960. Auf den Seiten 52-55 sowie auf S. 90

Einzelnachweis

  1. Siehe: Collegium Res Nobilis Austriae: Orsini und Rosenberg (Anmeldung erforderlich)