Religion ist Privatsache

Initiative Religion ist Privatsache ist ein im Jahr 2010 gegründeter laizistischer Verein mit Sitz in Wien. Die, nach eigener Darstellung, „Initiative zur Entflechtung von Staat und Religion“ ist die medienpräsenteste laizistische Organisation in Österreich. Der Physiker Heinz Oberhummer dient seit 21. Juni 2011 als Obmann der Initiative.

Anders als die meisten Organisationen, die sich für die Trennung von Staat und Kirche bzw. Religion in Österreich einsetzen, führt die Initiative Religion ist Privatsache ihre Aktivität nicht auf eine atheistisch-agnostische Weltanschauung sondern auf das in der österreichischen Verfassung mehrfach verankerte Diskriminierungsverbot aufgrund der Weltanschauung zurück. Als Hauptmerkmal der Vereinsaktivität gilt der juristische Aktivismus; über Anzeigen, Beschwerden und andere ihm zu Verfügung stehenden Rechtsmittel versucht der Verein, Behörden bzw. Gerichte ohnehin vorhandenen laizistischen Bestimmungen zum Durchbruch zu verhelfen. Zu den bekanntesten Aktionen der Initiative zählt die Unterstützung der ersten Beschwerde gegen Kreuze und religiöse Erziehung in öffentlichen Kindergärten in Niederösterreich [1], die Veröffentlichung eines "offenen Expertenbriefes gegen den Ethik-Etikettenschwindel", der anlässlich der parlamentarischen Enquete zum Thema am 4. Mai 2011 von 50 Pädagogen und Ethikspezialisten unterschrieben wurde [2], die Verurteilung des Österreichischen Rundfunks (ORF) sowohl durch die KommAustria [3] als auch durch den Bundeskommunikationssenat [4] wegen der versuchten "pro-christlichen Sprachregelung" in Zusammenhang mit der Berichtserstattung zu den Anschlägen in Norwegen 2011, die Erstattung einer Anzeige wegen rechtlichen Ungereimtheiten in Zusammenhang mit der Sanierung des Wiener Papstkreuzes[5] sowie zahlreiche weitere Aussendungen und Interviews. Politische Unterstützung erhielt der parteipolitisch unabhängige Verein im Rahmen von Pressekonferenzen von Daniela Musiol von den Grünen[6] sowie von den Jungen Liberalen Österreich (JuLis).[7] Initiative Religion ist Privatsache koordiniert die überparteiliche Plattform "Ethik für ALLE", die eine Entkopplung des Ethikunterrichtes vom Religionsunterricht fordert. Unter den Unterstützern der Plattform befinden sich mehrere österreichische Personen und Organisationen, darunter Gerhard Streminger, der Grüne Nationalratsabgeordnete Harald Walser, die Homosexulle Initiative (HOSI) Wien, Abgeordnete zum Tiroler Landtag Elisabeth Blanik, Österreichische Kinderfreunde und die Aktion Kritischer Schülerinnen und Schüler.[8]

Initiative Religion ist Privatsache ist einer der Trägervereine des Verbandes Zentralrat der Konfessionsfreien.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Neue-Offensive-gegen-Kruzifixe/1598158
  2. http://www.religion-ist-privatsache.at/webandco/downloads/Enquete/Expertenbrief.pdf
  3. http://derstandard.at/1326249187771/STANDARD-Infos-Medienbehoerde-verurteilt-ORF-Redakteur-Mit-Breivik-Mail-ORF-Gesetz-verletzt
  4. http://diepresse.com/home/kultur/medien/745692/Urteil-zu-ChristenSprachregelung-im-ORF-bestaetigt-
  5. http://derstandard.at/1322872918416/Donaupark-Anzeige-gegen-Sanierung-des-Papstkreuzes-in-Wien
  6. http://religionv1.orf.at/projekt03/news/1103/ne110324_kreuz.htm
  7. http://religionv1.orf.at/projekt03/news/1206/ne120614_laizismus.html
  8. http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/1292073/Plattform-will-Ethikunterricht-fuer-alle-Schueler-?_vl_backlink=/home/bildung/universitaet/index.do