René Clemencic

René Clemencic [rə'ne kleː'məntʃitʃ] (* 27. Februar 1928 in Wien) ist ein österreichischer Musikwissenschaftler, Dirigent, Komponist, Organist, Cembalist und Blockflötist.

Clemencics Vorfahren stammen aus verschiedenen Gegenden der ehemaligen Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie, einschließlich Istrien und Kroatien. Sein Vater war Notar und sprach ausschließlich Italienisch mit ihm. Er studierte Philosophie und Musikwissenschaft an der Universität Wien und an der Sorbonne. Mit der Dissertation Sein und Bewusstsein bei Louis Lavelle erlangte er den Doktorgrad an der Universität Wien.

Clemencic studierte Blockflöte und Cembalo in Wien, den Niederlanden und Berlin. Er studierte auch musikalische Formenlehre, Musiktheorie sowie Zwölftonlehre. 1957 gründete er das historische Aufführungspraxis-Ensemble Clemencic Consort, in einer variablen Besetzung von 2 bis 50 Musikern.

René Clemencic betreute 1996 bis 2005 den Musica Antiqua-Zyklus des Wiener Musikvereins. Seit Herbst 2005 gibt es im selben Haus einen eigenen Clemencic-Consort-Zyklus.

Das Clemencic Consort spielt z.B. die Carmina Burana mit den Melodien der Entstehungszeiten dieser Sammlung mit damals populären Instrumenten. Heinrich Ignaz Franz Biber, Johann Joseph Fux und Johann Heinrich Schmelzer sind ebenso im Programm wie François Couperin und Jean-Philippe Rameau oder John Dunstable, Guillaume Dufay und Johannes Ockeghem.

René Clemencic komponierte u.a. die Oratorien Kabbala (1992), Apokalypsis (1996), Reise nach Ninive (1999), die Filmmusik zu Molière (1978), die Tanzpantomime Drachenkampf (1987) und die Oper Der Berg (1993). Für das sirene Operntheater schrieb er die Operelle "Monduntergang" (2007) und die Kammeropern "Nachts unter der steinernen Brücke" (2009) und "Harun und Dschafar" (2011).

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