Residenzplatz (Salzburg)

Residenzplatz in Salzburg, Blick auf das Glockenspiel

Der Residenzplatz liegt als repräsentativer und prunkvoller Platz in nord-südlicher Richtung im Zentrum der Altstadt der Stadt Salzburg. Der Platz wird im Westen von der Alten Residenz, im Osten von der Neuen Residenz mit dem kunstvollen Glockenspiel und im Süden vom Dom begrenzt. Im Norden schließen in einer geschlossenen Fassade Bürgerhäuser an, die im Kern auf mittelalterliche Bauten zurückgehen.

Der Platz in seiner heutigen Größe ist unter Schleifung von Bürgerhäusern und Entfernung des alten Domfriedhofes durch Erzbischof Wolf Dietrich entstanden und steht im Zusammenhang mit der damaligen Umgestaltung Salzburgs von einer mittelalterlichen Stadt zu einer fürstlichen barocken Residenzstadt. 1587 begann Wolf Dietrich, das alte Domkloster und 55 Bürgerhäuser am damaligen Westende der Pfeifergasse abzureißen und den Domfriedhof (Aschhof genannt) aufzulassen. Hier befanden sich einst auch Teile der alten Residenz, des Vorgängerbaues des Domes und der St.-Johannes-Hofkapelle.

Reste des Friedhofs unter dem Residenzplatz

Ursprünglich war der Platz durch einen gegliederten Belag aus Salzachkieselsteinen gestaltet. Diese Steine sind unter einer wenige Jahrzehnte alten Sandschicht großteils erhalten. Nach den vorgesehenen umfangreichen Grabungen zur Erforschung der Geschichte der Stadt Salzburg und der römischen Vorgängerstadt Iuvavum mit ihren vornehmen Bürgerhäusern soll ein neuer, gut begehbarer, aber historisch authentischer Belag verlegt werden. Die Umsetzung dieses Vorhabens ist mit Stand September 2011 jedoch ungeklärt.

Inhaltsverzeichnis

Die Bürgerhäuser am Residenzplatz

  • Haus Residenzplatz 2: Bemerkenswert sind die spätgotischen Fensterlaibungen in den Jahren nach 1500, die seinerzeit von Wolfgang Püchler eingebaut worden waren und um 1930 bei einer Restaurierung wiederentdeckt und freigelegt wurden. In diesem Haus wohnte in den Jahren um 1693 der große Barockmaler Johann Michael Rottmayr, während seiner Arbeiten in der Salzburger Residenz.
  • Haus Residenzplatz 3: Das Haus besitzt ein schönes barockes Portal mit seitlichen Pilastern und ein Volutenkapitell mit einer marmornen Blumenvase.
  • Haus Residenzplatz 4: Die Fassadengestaltung dieses Hauses stammt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts.
  • Haus Residenzplatz 5: Zinngießerhaus, Eckhaus am Aschhof: Das Haus besitzt goldgassenseitig ein Trichterportal mit historischer Eisengittertüre sowie darüber ein marmorgerahmtes Haussegensbild „Heilige Familie auf der Flucht nach Ägypten“ aus dem 18. Jahrhundert.

Der Residenzbrunnen (Hofbrunnen)

Residenzbrunnen

Der Residenzbrunnen ist ein aus Untersberger Marmor, einem Kalkstein, gehauener monumentaler Brunnen. Er ist der größte Barockbrunnen Mitteleuropas und wurde zwischen 1656 und 1661 im Auftrag von Erzbischof Guidobald von Thun wohl von Tommaso di Garona gestaltet. Als leitender Ingenieur war damals Antonio Dario tätig.

Das untere Brunnenbecken auf allseitigen stufenartigen Sockeln ist vierseitig symmetrisch und besitzt eine ausgebogene und geknickte barocke Formgebung. Der dortige mittige Felsen ist von vier wasserspeienden Meerrossen (Hippocampen) umgeben. Der Felsen trägt vier Athleten mit einer weiteren flachen Wasserschale, in denen drei Delphine mit ihrer Schwanzflosse wiederum ein flaches Wasserbecken halten. Dieses oberste Becken trägt Triton, der aus einer Muschel Wasser senkrecht in die Luft stößt.

Nach dem gescheiterten Versuch, von der Quelle Fürstenbrunn am Untersberg hierher Wasser zu leiten, wurde einige Jahre später (1679) das Wasser unter Leitung des Brunnenmeisters Rupert Kraimoser aus der Hellbrunner Sternweiherquelle entnommen und über das Nonntaler Hofbrunnhaus zum Residenzplatz und ins Kaiviertel geleitet. Seit 1962 ist der Brunnen wieder an das Salzburger Wasserleitungsnetz angeschlossen und bezog sein Wasser damit wesentlich aus der Fürstenbrunner Quelle. Heute stammt das Trinkwasser Salzburgs wesentlich aus dem Tiefenbrunnen bei St. Leonhard.

Bücherverbrennung

Gedenktafel

Am 30. April 1938, kurz nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland, inszinierte der Lehrer und Schriftsteller Karl Klingenschmid auf dem Residenzplatz die einzige Bücherverbrennung nach nationalsozialistischem Muster im ehemaligen Österreich.[1]

Panoramabild

360°-Panorama vom Residenzplatz

Quellen

  • Bernd Euler, Ronald Gobiet u.a.: Die Kunstdenkmäler Österreichs – SALZBURG Stadt und Land, Verlag Schroll, Wien 1986, ISBN 3-7031-0599-2
  • F.W. Zillner: Geschichte der Stadt Salzburg, - Sonderbände der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1885
  • Josef Hübl: Heimatkunde der Stadt Salzburg, Verlag Salzburger Druckerei, Salzburg 1965

Einzelnachweise

  1. http://www.uni-salzburg.at/pls/portal/docs/1/1289237.PDF

Weblinks

 Commons: Residenzplatz (Salzburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.79842513.046366666667Koordinaten: 47° 47′ 54,3″ N, 13° 2′ 46,9″ O