Riccardo Muti

Riccardo Muti, 2008

Riccardo Muti (* 28. Juli 1941 in Neapel) ist ein italienischer Dirigent.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Sein musikalisches Elternhaus förderte Mutis Interesse für Musik, weswegen er schon frühzeitig Klavier- und Gesangsunterricht erhielt. Am Conservatorio di Musica San Pietro a Majella in Neapel absolvierte er ein Musikstudium und schloss dieses als Pianist ab. Komponieren und Dirigieren lernte Riccardo Muti am Mailänder Verdi-Konservatorium.

Der Dirigentenpreis des Guido-Cantelli-Wettbewerbs des Jahres 1967 bescherte Riccardo Muti öffentliche Aufmerksamkeit. Kurz darauf gab er sein Debüt als Dirigent mit dem italienischen Radio- und Fernsehorchester. Sehr schnell wurde Riccardo Muti zu einem gefragten Gastdirigenten aller großen Orchester. 1972 trat er erstmals in den USA mit dem Philadelphia Orchestra auf, dessen Musikdirektor er 1980 wurde.

Orchester

Muti dirigierte eine Vielzahl renommierter Orchester bei Opern- und Konzertaufführungen und Schallplattenaufnahmen. Werke Mozarts gehörten dazu sowie Kompositionen der italienischen Romantiker, Opern Richard Wagners und Stücke des 20. Jahrhunderts.

Nach dem Tod von Otto Klemperer im Jahre 1973 wurde er dessen Nachfolger beim New Philharmonia Orchestra London. Als Nachfolger von Eugene Ormandy wirkte er von 1981 bis 1992 als Chefdirigent des Philadelphia Orchestra. Seit 2010 hat Muti diesen Posten beim Chicago Symphony Orchestra als Nachfolger von Bernard Haitink übernommen.

Mit den Wiener Philharmonikern verbindet Muti seit Jahrzehnten eine enge Beziehung. Er dirigiert Abonnementskonzerte, bei Tourneen der Philharmoniker und auch bei deren Neujahrskonzert 2000.

Salzburger Festspiele

Von 1971 an dirigierte er alljährlich bei den Salzburger Festspielen. Seither leitete er dort zahlreiche Opern- und Konzertaufführungen. 1983 dirigierte er eine beifällig aufgenommene Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Così fan tutte (Regie Michael Hampe) sowie 2005 Die Zauberflöte (Regie Graham Vick). 2006 betreute er eine Neuproduktion der Zauberflöte in der Regie von Pierre Audi sowie im Bühnenbild von Karel Appel. Im Großen Festspielhaus brachte er mit den Wiener Philharmonikern die Komposition „Giusta Armonia“ von Fabio Vacchi zur Uraufführung.

Wiener Staatsoper

Seit 1973 tritt Muti regelmäßig an der Wiener Staatsoper auf: Seinem Debüt mit Giuseppe Verdis Aida (1973, Regie Nathaniel Merrill, Bühnenbild Günther Schneider-Siemssen, Kostüme Leo Bei) folgten u. a. Verdis La forza del destino (1974, Regie Luigi Squarzina, Bühne und Kostüme Pier Luigi Pizzi), Vincenzo Bellinis Norma (1977, Regie Piero Faggioni, Bühne Ezio Frigerio, Kostüme Franca Squarciapino), Verdis Rigoletto (1983, Regie Sandro Sequi, Bühnenbild Pantelis Dessyllas, Kostüme Giuseppe Crisolini-Malatesta) und – im Theater an der WienLe nozze di Figaro (2001, Regie Michael Heltau nach Giorgio Strehler, Bühne Ezio Frigerio, Kostüme Franca Squarciapino).

Im Dezember 2005 sowie im April 2006 dirigierte er an der Staatsoper insgesamt acht Vorstellungen von Le nozze di Figaro (Regie und Ausstattung Jean-Pierre Ponnelle).

Im Februar 2008 dirigierte er an der Staatsoper vier vom Publikum gefeierte Vorstellungen von „Così fan tutte“ mit Barbara Frittoli (Fiordiligi), Angelika Kirchschlager (Dorabella), Ildebrando D’Arcangelo (Guglielmo), Francesco Meli (Ferrando), Laura Tătulescu (Despina) und Natale De Carolis (Don Alfonso). Die Inszenierung von Roberto de Simone (Bühnenbild Mauro Carosi, Kostüme Odette Nicoletti) hatte Muti bereits einige Jahre zuvor im Theater an der Wien bei einer Gemeinschaftsproduktion der Wiener Festwochen und der Staatsoper geleitet.

Mailänder Scala

1980 debütierte Muti an der Mailänder Scala bei einer Neuinszenierung von Mozarts Le nozze di Figaro (Regie Giorgio Strehler). 1986 folgte er dort Claudio Abbado als Musikdirektor dieses Opernhauses nach und leitete zahlreiche Neuproduktionen, vor allem von Werken Mozarts, Verdis und Richard Wagners.

Muti dirigierte am 7. Dezember 2004 die Oper L’Europa riconosciuta von Antonio Salieri (Regie Luca Ronconi, Ausstattung Pizzi) anlässlich der Wiedereröffnung der Mailänder Scala, nachdem das Theater wegen Renovierungsarbeiten für mehrere Jahre geschlossen gewesen war.

Zum Chefdirigenten des Philharmonischen Orchesters der Mailänder Scala wurde Riccardo Muti 1987 berufen und bestritt mit diesem im darauf folgenden Jahr eine Tournee durch Japan, Deutschland und Frankreich, der sich im Jahr 1989 eine Gastspielreise durch die damalige UdSSR anschloss.

Im April 2005 beendete Muti seine Tätigkeit als Musikdirektor der Mailänder Scala, nachdem der von ihm favorisierte Intendantenkandidat Maurizio Meli nicht die erhoffte Zustimmung der Belegschaft gefunden hatte. Das musikalische Personal sprach sich mit 700 zu 5 Stimmen gegen Muti aus[1]. Meli wurde Intendant des Teatro Regio di Parma.

Auszeichnungen

Muti wurde am 19. Juni 2001 mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich[2] sowie dem Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

2000 erhielt er den Order of the British Empire.[3]

Am 13. Oktober 2003 wurde ihm der Ehrendoktortitel der Universität Barcelona verliehen, 2007 wurde er mit dem GLOBArt Award ausgezeichnet.

2011 erhielt Muti den Prinz-von-Asturien-Preis in der Kategorie Kunst sowie den Birgit-Nilsson-Preis, den weltweit höchstdotierten Musikpreis.

Am 11. Mai 2012 zeichnete Papst Benedikt XVI. ihn mit dem Päpstlichen Gregoriusorden aus.

Weblinks

 Commons: Riccardo Muti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Tages-Anzeiger vom 6. August 2010, S. 24
  2. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952
  3. talymag