Richard-Kralik-Platz

Richard-Kralik-Platz 2, 1889 nach Entwurf von Borkowski erbaut [1]
Wohnhaus von Richard Kralik, erbaut 1890 [Anm. 1]
Natursteinbrunnen in der Platzmitte

Der Richard-Kralik-Platz ist eine trapezförmige Platzanlage an der Grenze der Wiener Gemeindebezirke Währing und Döbling. Benannt wurde sie nach dem Schriftsteller und Philosophen Richard Kralik. Der Platz liegt am Kreuzungspunkt zwischen Weimarer Straße und Hasenauerstraße.

Inhaltsverzeichnis

Straßengeschichte

Der Platz wurde nach dem Tod von Erzherzog Karl Ludwig, dem Bruder von Kaiser Franz Joseph I. im Döblinger Cottage angelegt und Carl-Ludwig-Platz benannt. Durch spätere Grenzverschiebungen kam er dann genau auf die Grenze zwischen Währing und Döbling zu liegen. 1920 wurde er in Weimarer Platz umbenannt, 1934 nach dem Tod Richard Kraliks erfolgte die endgültige Umbenennung. Richard Kralik ließ hier nach den Plänen seines Schwiegervaters Wilhelm von Flattich das Haus Nr. 3 erbauen, in dem er auch verstarb.

Besonderheiten

Ursprünglich befand sich in der Mitte des Platzes ein an Erzherzog Karl Ludwig erinnernder Obelisk, der jedoch im Zweiten Weltkrieg einen Bombenschaden erlitt und daher 1945 abgetragen wurde. Stattdessen errichtete hier Robert Ullmann 1954 die Natursteinskulptur 2 Kinder mit Schildkröte. Außerdem befinden sich auf dem Platz zwei Villen des Chefarchitekten des Cottage-Vereines Karl Ritter von Borkowski aus dem Jahre 1889 [Anm. 2].

Von 1903 bis 1960 überquerte die Straßenbahn (ab 1907: Linie 40) den Platz. Auf Grund des Gefälles der Hasenauerstraße, des Laubfalles, aber auch aus Unachtsamkeit kam es hier immer wieder zu gefährlichen Situationen.[2] Die Strecke der Straßenbahn wurde durch die Buslinie 40A übernommen.[3]

Literatur

  • Felix Czeike: Le – Ro. Historisches Lexikon Wien, Band 4. Kremayr & Scheriau, Wien 2004, ISBN 3-218-00748-8.
  • Wolfgang Czerny (Bearb.): Wien X. bis XIX. und XXI. bis XXIII. Bezirk. Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Anton Schroll & Co, Wien 1996, ISBN 3-7031-0693-X.

Einzelnachweise

  1. Czerny: Dehio-Handbuch, S. 486.
  2. Lokalbericht. (…) Beschädigung einer Villa durch einen losgekoppelten Straßenbahnwagen. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt (Nr. 20948/1923), 4. Jänner 1923, S. 7, oben rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp.
  3. Von Montag an Autobusbetrieb auf der Linie 40. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 13. November 1960, S. 7. sowie
    So sieht sie aus, die neue Tramway. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 15. November 1960, S. 5.

Anmerkungen

  1. Im Bild halblinks: die zum Türkenschanzpark hin ansteigende Hasenauerstraße, die zwischen 19. März 1907 und 13. November 1960, bis auf Ausweichstellen, eingleisigen Straßenbahnverkehr aufwies. Eine zweigleisige Ausführung war 1903 vom Wiener Gemeinderat wider eine Verunstaltung des Währinger Cottageviertels versagt worden. – Siehe: Communal-Zeitung. Die elektrische Straßenbahnlinie durch das Währinger Cottageviertel. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 13856/1903, 24. März 1903, S. 7, Mitte oben. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp.
  2. Neben der im Bild dargestellten ON 2 die auf Liegenschaft ON 1 für den selben Jahres in den Ruhestand getretenen k.k. Bergrath und Professor der Bergakademie Příbram Franz Pošepný (1836–1895) errichtete Villa. – Siehe: Parte: Franz Pošepný. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt (Nr. 10988/1895), 28. März 1895, S. 15. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp sowie
    E(lisabeth) Lebensaft: Pošepný, Franz (1836-1895), Montangeologe. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 8, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1983, ISBN 3-7001-0187-2, S. 219.

48.23361111111116.343888888889Koordinaten: 48° 14′ 1″ N, 16° 20′ 38″ O