Richard Kröll

Richard Kröll Ski Alpin
Nation OsterreichÖsterreich Österreich
Geburtstag 15. März 1968
Geburtsort Schwaz
Sterbedatum 5. Oktober 1996
Sterbeort Stumm
Karriere
Disziplin Riesenslalom, Super-G
Verein SV Ginzling/Dornauberg
Karriereende 5. Oktober 1996
Medaillenspiegel
Junioren-WM 0 × Gold 2 × Silber 1 × Bronze
FIS Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften
Silber Bad Kleinkirchheim 1986 Slalom
Silber Bad Kleinkirchheim 1986 Kombination
Bronze Bad Kleinkirchheim 1986 Riesenslalom
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Weltcupsiege 3
 Gesamtweltcup 20. (1994/1995)
 Super-G-Weltcup 4. (1994/1995)
 Riesenslalomweltcup 4. (1989/1990)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Super-G 1 1 0
 Riesenslalom 2 0 2
 

Richard Kröll (* 15. März 1968 in Schwaz; † 5. Oktober 1996 in Stumm) war ein österreichischer Skirennläufer. Er war auf die Disziplinen Riesenslalom und Super-G spezialisiert, gewann drei Rennen im Weltcup, mehrere Rennen im Europacup, drei Medaillen bei der Juniorenweltmeisterschaft 1986 und wurde dreimal Österreichischer Meister. Er verstarb 28-jährig bei einem Autounfall im Zillertal.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Kröll kam durch seinen Onkel zum Skisport und zum Skiverein seines Heimatortes Ginzling. Ende der 1970er-Jahre gelang ihm der Sprung in den Tiroler Nachwuchskader, 1984[1] kam er in den Kader des Österreichischen Skiverbandes. Kröll wurde 1985 Österreichischer Jugendmeister im Riesenslalom[2] und belegte im selben Jahr bei seiner ersten Juniorenweltmeisterschaft den sechsten Platz im Riesenslalom. Bei der nächsten Juniorenweltmeisterschaft 1986 in Bad Kleinkirchheim gewann er zwei Silbermedaillen im Slalom und in der Kombination sowie die Bronzemedaille im Riesenslalom. In den folgenden Jahre stellten sich Erfolge im Europacup ein, so erzielte er in der Saison 1987/1988 den dritten Platz in der Super-G-Wertung und den achten Rang im Gesamteuropacup. Im selben Jahr nahm er auch schon öfters an Weltcuprennen teil, wobei er den ersten Weltcuppunkt am 25. März 1988 mit Platz 15 im Riesenslalom von Saalbach-Hinterglemm gewann.

Nachdem Kröll in der Saison 1988/1989 wiederum einen Weltcuppunkt als 15. des Riesenslaloms von Kirchberg in Tirol gewonnen hatte, entschied er im Jänner 1990 überraschend die beiden Riesenslaloms von Alta Badia und Veysonnaz für sich. Im letzten Riesenslalom der Saison 1989/1990 belegte er als Dritter wiederum in Veysonnaz einen weiteren Podestplatz, womit er Vierter im Riesenslalomweltcup wurde. Im selben Winter wurde Kröll auch Österreichischer Meister im Riesenslalom. Zwei weitere Titel im Super-G folgten 1991 und 1996.

Nach der für ihn unerwartet erfolgreichen Saison musste Kröll den Großteil des Winters 1990/1991 verletzungsbedingt pausieren. Im Weltcup blieb er deshalb ohne Punkte, auch 1991/1992, als erstmals Weltcuppunkte für die besten 30 und nicht mehr wie zuvor nur für die besten 15 vergeben wurden, konnte er nur zweimal punkten. Bessere Ergebnisse erzielte er in diesen Jahren im Europacup, wo er 1990/1991 den vierten und 1991/1992 den fünften Platz in der Super-G-Wertung belegte. Zu Beginn der Saison 1992/1993 gelang Kröll auch im Weltcup wieder eine vordere Platzierung, als er im Riesenslalom von Sestriere auf den fünften Platz fuhr. Danach kam er erstmals bei einem Großereignis, der Weltmeisterschaft 1993 im japanischen Morioka, zum Einsatz, wo er Elfter im Riesenslalom wurde. Für die Olympischen Winterspiele 1994 konnte sich Kröll innerhalb des österreichischen Teams allerdings nicht qualifizieren, obwohl er davor im Riesenslalom von Hinterstoder den dritten Rang und damit seinen ersten Weltcup-Podestplatz seit knapp vier Jahren erreicht hatte.

Nachdem Kröll bereits im Europacup einige Erfolge im Super-G gefeiert hatte und auch in den Jahren 1994/1995 und 1995/1996 mehrere Rennen gewann, er im Weltcup aber bislang nur im Riesenslalom in Erscheinung getreten war, konnte Kröll im Winter 1994/1995 auch im Weltcup in der Disziplin Super-G zur Spitze aufschließen. Er fuhr am 16. Jänner 1995 als Sechster in Kitzbühel erstmals unter die besten zehn und feierte am 16. März 1995 einen Sieg im Super-G von Bormio. Damit beendete er den Super-G-Weltcup an vierter Position. Im Riesenslalom war Kröll 1994/1995 noch zweimal unter die besten fünf gefahren, doch in der Saison 1995/1996 blieb er in dieser Disziplin fast ohne Weltcuppunkte, während er im Super-G weiterhin zur Weltspitze gehörte. Er belegte einen zweiten Platz in Vail, fuhr weitere dreimal unter die schnellsten zehn und wurde Sechster im Super-G-Weltcup. Das schlechteste Super-G-Ergebnis des Winters erzielte er ausgerechnet bei der Weltmeisterschaft 1996 in der spanischen Sierra Nevada, bei der er nur auf den 20. Platz kam.

Am 5. Oktober 1996 verunglückte Kröll im Alter von 28 Jahren bei einem Autounfall auf der Zillertalstraße im Gemeindegebiet von Stumm tödlich. Er stieß am Heimweg auf regennasser Fahrbahn frontal gegen einen deutschen Reisebus und verstarb noch am Unfallort. Im Reisebus wurden zehn Personen verletzt.[1][3][4] Kröll hinterließ seine Frau und die 1993 geborene Tochter.

Erfolge

Weltmeisterschaften

Juniorenweltmeisterschaften

Weltcup

  • 6 Podestplätze, davon 3 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
14. Jänner 1990 Alta Badia Italien Riesenslalom
23. Jänner 1990 Veysonnaz Schweiz Riesenslalom
16. März 1995 Bormio Italien Super-G

Europacupwertungen

Österreichische Meisterschaften

Dreifacher Österreichischer Meister:

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Skistar raste in den Tod. In: Hamburger Abendblatt, 7. Oktober 1996, S. 22.
  2. Medaillengewinne von Richard Kröll bei österreichischen Jugendmeisterschaften. ÖSV-Siegertafel, abgerufen am 23. November 2012.
  3. Freiwillige Feuerwehr Kaltenbach (Hrsg.): 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Kaltenbach. 2003, S. 30.
  4. Armin Assinger, Robert Seeger: Gold. Österreichs größte Ski-Stars. Ueberreuter, Wien 2004, ISBN 3-8000-7041-3, S. 113.