Richterhöhe

Unterer Zwinger: Georgsturm mit Blick auf die Richterhöhe
Richterhöhe: Josefsturm
Richterhöhe: Michaelsturm
Unterer Zwinger: Bertoldsturm mit Weingarten

Die beiden Zwinger im Südwesten des Mönchsberges sind Teil der historischen Befestigungsanlagen auf dem Mönchsberg in Salzburg. Sie stammen im Wesentlichen aus dem Mittelalter, werden aber nach Fürsterzbischof Paris von Lodron (1586-1653) gelegentlich irrtümlich auch Lodronsche Zwinger oder Paris-Lodron-Zwinger genannt. Allgemein bekannt und unbestritten ist der Name Richterhöhe für den Oberen Zwinger.

Inhaltsverzeichnis

Befestigungsanlagen des Mönchsberges

Mit ersten durchgehende Befestigungsmauer auf dem Mönchsberg wurde bereits im 13. Jahrhundert begonnen und in den Jahren nach 1465 wesentlich verstärkt. Die bis heute erhaltene Wehrmauer und der untere Wehrturm des Florianizwingers und die beiden erhaltenen Wehrtürme des Falkenzwingers stammen aus dieser mittelalterlichen Periode. Unter Erzbischof Paris Lodron wurden während des Dreißigjährigen Krieges die Wehranlagen der Stadt Salzburg einschließlich des Kapuziner-, Mönchs- und Festungsbergs erneut verbessert und erweitert, die Stadt wurde damit zu einer für damalige Verhältnisse uneinnehmbaren Festung ausgebaut. Die Stadtberge wurde erneut skarpiert (der Mönchsberg ab 1623), sodass dadurch eine Bezwingung der nun teilweise noch höheren und gleichzeitig völlig glatten Felswände noch schwieriger wurde.

Der Festung Hohensalzburg wurden die Hasengrabenbasteien mit großen Stützmauern vorgelegt. Von dem Zeughaus der Festung konnte der Sattel zum Mönchberg mit Geschützen beherrscht werden. Die „Katze“ genannte Bastei schloss die Befestigungen der Festung in Richtung Mönchsberg ab. Von hier aus wurde eine Mauer quer über die Scharte errichtet, aus der 1863 ein Tor herausgebrochen wurde, (das sog. „Bürgermeisterloch“), wodurch ein alter Weg nach Nonntal wieder begehbar wurde.

Die Zwinger im Südwesten des Mönchsberges

Der Untere Zwinger (Jakobizwinger) versperrt einen leicht zugänglichen Weg auf den Mönchsberg und war zugleich als Ausfalltor angelegt. Der Untere Zwinger ist ein Mauergeviert mit zwei Toren: Sollten Angreifer durch das untere Ausfalltor eindringen, konnten sie in dem Geviert von vier Seiten aus bekämpft werden. Das untere Tor befindet sich im Bertoldsturm (Früher Florianiturm) genannt, der obere im Lodronschen Militärwachthaus.

Auf der Richterhöhe ( Oberer Zwinger, Falkenzwinger) befinden sich der Michaelsturm und der Josefsturm, die beide wohl aus dem 14. Jahrhundert stammen. Der dritte Diese Türme wurden 1724 als Depot für Pulver verwendet. 1931 fiel der baufällige mittelalterliche Falkenturm in sich zusammen, an Stelle der früheren Turmes wurde das Marien- oder Kupelwieserschlössl errichtet. Ein vierter Turm, der kleine, bis heute erhaltene Barbaraturm schloss früher den Oberen Zwinger nach Norden hin ab.

Die Stadt Salzburg wurde während des Dreißigjährigen Krieges nie angegriffen, obwohl es seitens des Schwedenkönigs Gustav Adolf durchaus Überlegungen in diese Richtung gab. Die Stadt, die damals zu den am besten befestigten Städten Europas zählte, galt als „wehrhafte Friedensinsel“, in die sogar der Kurfürst Maximilian I. von Bayern, der Oberbefehlshaber der Katholischen Liga, zweimal mit Schatz und Archiv (1632, 1646 bzw. 1648) flüchten musste; die Stadt beherbergte auch viele Flüchtlinge. Das Fürsterzbistum Salzburg war niemals Mitglied der Katholischen Liga. Durch die sehr hohen Steuern für die zahlreichen neuen Wehranlagen, für die Ausrüstung der eigenen Soldatenschaft und für Geldzuwendungen an die Katholische Liga bekam die Bevölkerung aber trotzdem den Krieg drastisch zu spüren.

Richterhöhe heute

Seit 1905 befindet sich die Örtlichkeit im öffentlichen Eigentum der Stadt Salzburg. Die Anlage wurde in den Jahren nach 2004 restauriert.

Auf der Erhebung befindet sich eine Gedenkstätte für Eduard Richter, einen österreichischen Geographen und Gletscherforscher; daher ist auch die Bezeichnung Richterhöhe gebräuchlich. Ebenso befindet sich hier die vom Chor der Salzburger Mittelschüler 1931 gepflanzte Volkslied-Linde.

1908 wurde mit Ausblick zum Untersberg vom Stadtverein Salzburg ein marmorner Orientierungstisch nach Plänen von Oberst E. Hettwers errichtet. [1]

Auf verschiedenen Steilhängen des Möchsberges wurde bereits im Mittelalter und der frühen Neuzeit Wein angebaut. Damals war es angeblich die Rebsorte “Frühroter Veltliner”, auch als “Malvasia ”bekannt. (Konkrete historische Angaben darüber sind aber nicht bekannt.) Diese Tradition wurde nach der Anlage des Weingartens durch die Pfadfinder [2] 2008 wieder aufgenommen; die Salzburger Pfandfinder und Pfadfinderinnen, unterstützt von Weingütern erzeugen hier heute einen Weißwein, der "Paris Lodron Zwinger" Wein genannt wird. (Der Wein ist aber nicht im freien Verkauf erhältlich). [3]

Von der Richterhöhe aus hat man einen schönen Ausblick in Richtung Süden, auf das Schloss Leopoldskron, auf das Salzburger Becken und das umliegende Hochgebirge.

Weitere Bilder

Literatur

  • Heinz Dopsch; Robert Hoffmann: Salzburg. Die Geschichte einer Stadt. 2. aktualisierte Auflage. Verlag Anton Pustet, Salzburg, 2008. ISBN 978-3-7025-0598-1. S. 309–314. (Das Buch nimmt keinen Bezug auf die Bauten der Richterhöhe.)

Einzelnachweise

  1. Franz Schirlbauer; Franz Ruedl: Salzburg. Bleibende Werte in guter Hand. 1862-1987. 1987, Salzburg: Stadtverein Salzburg, S. 37.
  2. pfadfinder-gilde salzburg maxglan [1].
  3. Mozarts Lieblingswein feiert ein Comeback [2].

47.79352513.040353Koordinaten: 47° 47′ 37″ N, 13° 2′ 25″ O