Riffian

Riffian
(ital.: Rifiano)
Wappen von Riffian
Riffian in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Burggrafenamt
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2013)
1.333/1.359
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
97,76 % deutsch
1,85 % italienisch
0,39 % ladinisch
Koordinaten 46° 42′ N, 11° 11′ OKoordinaten: 46° 42′ N, 11° 11′ O
Meereshöhe: 504 m s.l.m.
Fläche: 35,75 km²
Dauersiedlungsraum: 2,9 km²
Fraktionen: Magdfeld, Vernuer, Gfeis, Tschenn
Nachbargemeinden: Kuens, Moos in Passeier, Sankt Leonhard in Passeier, St. Martin in Passeier, Schenna, Tirol
Partnerschaft mit: Inning am Holz, Deutschland
Postleitzahl: 39010
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021073
Steuernummer:
Bürgermeister (2015): Franz Pixner (SVP)

Riffian ([ˈrɪfɪan]; italienisch: Rifiano) ist eine Gemeinde mit 1359 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in Südtirol (Italien). Sie befindet sich am Eingang von Passeier nördlich von Meran.

Geschichte

Riffian wird im Jahre 1116 als Riffian erwähnt, was sich wahrscheinlich vom lateinischen Personennamen Rufius ableitet. Im Mittelalter erlangte Riffian Bedeutung als Marien-Wallfahrtsort. Die Gemeinde gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum Gerichtsbezirk Meran und war Teil des Bezirks Meran. Heute spielt der Tourismus eine wichtige Rolle; 34,52 % der vor Ort Beschäftigten (Stand: 2001) arbeiten im Beherbergungs- und Gaststättenwesen. Die touristische Attraktivität Riffians ist insbesondere auf das milde Klima und die Nähe zur Kurstadt Meran zurückzuführen.

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister seit 1952:[1]

  • Franz Laimer: 1952–1954
  • Johann Pircher: 1954–1974
  • Alois Pircher: 1974–1995
  • Albin Kofler: 1995–2005
  • Karl Werner: 2005–2015
  • Franz Pixner: 2015–

Partnerschaften

Partnergemeinde von Riffian ist Inning am Holz bei Erding.

Sehenswürdigkeiten

Wallfahrtskirche „Zu den sieben Schmerzen Mariens“

Wallfahrtskirche in Riffian

Dem Barockbau von Franz Delai (1671) ist ein gotischer Vorläufer (1310 erwähnt) vorausgegangen, über den Einzelheiten nicht bekannt sind. Die Kirche birgt das Gnadenbild einer gotischen Pietà, einer farbigen Tonskulptur, die heute anachronistisch in einen aufwändig gestalteten Barockaltar mit Marmorsäulen, stehenden und schwebenden Engeln, umgeben von einem Strahlenkranz, eingebettet ist. Auch die übrigen Skulpturen - ein Jesaia, ein Simeon, eine schmerzhafte Muttergottes - sind barock, ebenso das Deckenfresko der Mariä Himmelfahrt in der Kuppel sowie die Evangelisten mit ihren Symbolen in den Gewölbezwickeln.

Die Legende erzählt, dass ein Bauer einst von der Passer her ein Licht erblickte und mit anderen Bauern ein Marienbild fand. Es wurde beschlossen, an dieser Stelle eine Kapelle zu errichten. Dies war der Beginn der Wallfahrtstradition in Riffian mutmaßlich im 14. Jahrhundert, die es heute - indes eher als soziale Initiative der umliegenden Pfarrgemeinden und Vereine - zu festen Terminen immer noch gibt.

Ältestes Ausstattungsstück unbekannter Herkunft ist ein romanischer fünfeckiger Taufstein (datiert 12. Jahrhundert) mit archaischen Skulpturen, die mit Löwen kämpfen bzw. diese bezähmen. Diese Szenen beziehen sich symbolisch auf die Taufe, mit der der christliche Glaube das Böse und die Sünde bezwingt. Der Deckel aus Gröden mit stehendem Adler ist eine Zutat von 1910.

An der rechten Seitenwand: Grabstein für Beatus a Porta, Bischof von Chur, der in den Wirren der Reformation aus Chur vertrieben wurde, 1590 als Pfarrer von Tirol starb und hier beigesetzt wurde.

Kapelle Unsere Liebe Frau am Friedhof

Die Friedhofskapelle ist mit spätgotischen Fresken eines gewissen Meister Wenzeslaus (Signatur an einem Löwen mit Schriftband, datiert 1415) ausgemalt, dessen Identität noch weitgehend unerforscht ist. Nach herrschender Meinung - da vom Namen her, chronologisch und stilistisch passend - ist es derselbe aus Prag stammende Wenzeslaus, der Hofmaler von Georg I. von Liechtenstein (Trient) war und den Monats-Freskenzyklus im Adlerturm der fürstbischöflichen Residenz Castello del Buonconsiglio gestaltete. Dargestellt in der Friedhofskapelle Riffian sind Szenen aus dem Alten Testament (Mannaspeisung, Moses zerschlägt die Götzensäule) sowie aus dem Neuen Testament (Anbetung der Könige, Flucht nach Ägypten, 12-jähriger Jesus im Tempel, Kreuztragung, Auffindung des Kreuzes durch Konstantins Mutter Helena). Dominant an der Altarwand ist Gottvater als bärtige Gestalt mit ausgebreiteten Armen, umgeben von einem Doppelkranz musizierender Engel, ausgeführt. In den Gewölbezwickeln sind die vier Kirchenväter und die vier Evangelistensymbole abgebildet.

Die sorgfältige Ausgestaltung der kleinen Friedhofskapelle durch einen Künstler von überregionaler Bedeutung macht nur im Zusammenhang mit der Marienwallfahrt Sinn; da es keine exakten Belege über deren Beginn gibt, folgern Historiker im Umkehrschluss, dass es sie zur Entstehungszeit der Fresken (terminus ante quem) spätestens gegeben haben muss.

Archäologische Funde

Der Burgstall ist eine Siedlung aus der späten Eisenzeit (ca. 400 v. Chr.), die im 1. Jahrhundert v. Chr. einem Brand zum Opfer fiel. Ausgegraben ist das zentrale Herrenhaus. Geführte Wanderungen dorthin werden u.a. vom Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen organisiert.

Der vor mehr als 4000 Jahren bearbeitete Lochstein von Riffian steht im Ort.

Fraktion Magdfeld

Magdfeld (italienisch Campo) ist eine Fraktion der Gemeinde Riffian. Die Fraktion liegt auf 1148 m Meereshöhe oberhalb des Kalmtales und hat 17 Einwohner (VZ 2001).

Fraktion Vernuer

Hauptartikel: Vernuer

Vernuer (italienisch Vernurio) liegt oberhalb von Riffian. Charakteristisch sind die ca. 15 Höfe, das Gasthaus Brunner sowie die Pfarrkirche zum hl. Johannes Nepomuk. Da Vernuer keinen Pfarrer mehr hat, hält der Pfarrer von Riffian und Kuens auch in Vernuer die Messen. Der letzte Pfarrer von Vernuer war von 1956 bis 1999 Albert Prinoth aus Kastelruth.

Literatur

  • Leo Andergassen: Südtirol. Kunst vor Ort, 2002
  • Mathilde Weger: Riffian – Geschichte des Dorfes und seiner Wallfahrt, 1983
  • Ida Leinberger, Walter Pippke: DuMont Kunstreiseführer Südtirol, 2006

Weblinks

 Commons: Riffian – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015 (PDF; 15 MB).