Robert Schwarzenbacher

Robert Schwarzenbacher (* 25. Jänner 1973 in Mittersill) ist ein österreichischer HTL-Lehrer und Strukturbiologe.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Robert Schwarzenbacher wuchs im Oberpinzgau im Bundesland Salzburg auf. Von 1979 bis 1987 besuchte er die Volksschule und die Hauptschule in Bramberg am Wildkogel und dann bis 1991 das Bundesoberstufenrealgymnasium (BORG) in Mittersill. Er ging ab 1991 zum Studium an die Technische Universität Graz und erhielt den Titel „Dipl.-Ing. für Biochemie und Biotechnologie“, um dann 1999 mit dem Doktoratsstudium abzuschließen. Seine Dissertation trägt den Titel Molecular Structure of apolipoproteins and lipid-protein complexes. Danach leistete er Zivildienst in der Einrichtung Jugend am Werk in Graz. Von 2000 bis 2005 arbeitete er in den USA als Postdoc, von 2000 bis 2002 am renommierten Burnham Institute for Medical Research in La Jolla in der Gruppe von Robert C. Liddington. Bis 2005 war er dann am Joint Center for Structural Genomics (JCSG) der University of California, San Diego tätig. Im Herbst 2005 wurde er Professor für Protein Engineering Biotechnology im Fachbereich Molekulare Biologie der Universität Salzburg. Dieses Dienstverhältnis wurde wegen Unstimmigkeiten bei Forschungsergebnissen in einer Publikation im April 2012 gekündigt. In einem Interview des ORF äußerte sich Schwarzenbacher zu dem seiner Ansicht nach ungewöhnlichen Vorgang der Kündigung. Er betonte, dass er eine fehlerhafte Struktur sofort aus der öffentlichen Proteindatenbank zurückgezogen hat, als der Fehler bekannt wurde. Nach der Mitte Mai 2012 geäußerten Ansicht des Vorsitzenden der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität, Christoph Kratky, handelt es sich jedoch nicht um ein bloßes Versehen, sondern um eine Manipulation von Daten, und um den schwerwiegendsten Fall, mit dem die Agentur bis dato befasst war[1].

Seit 2012 arbeitet Schwarzenbacher als Lehrer für technische Chemie an der Höheren Technischen Lehranstalt Itzling in Salzburg.[2]

Werk

Robert Schwarzenbachers Hauptinteressen sind der programmierte Zelltod, die Apoptose, die NLR-Proteine in der Immunantwort und bei Entzündungen, die Krankheit Chorea Huntington, die PQQ-Biosynthese und die Biologie des Alpensalamanders.

Schwarzenbacher publizierte gemeinsam mit seinem Salzburger Kollegen Stefan Riedl 2009 eine Studie, in der sie den Schlüsselmechanismus des programmierten Zelltodes im Körper des Menschen aufklärten. Das Fachmagazin Nature veröffentlichte diese Studie in der Ausgabe vom 19. Februar 2009. Sie fanden den Schlüsselmechanismus, der das Selbstzerstörungsprogramm aktiviert, welches jede Zelle in ihrem Erbgut trägt. Damit könnten eines Tages neue Mittel gegen Krebszellen hergestellt werden. Ein weiterer Erfolg gelang ihm als Mitglied eines internationalen Forscherteams zur Entschlüsselung der Erbkrankheit Chorea Huntington.

Die Datenbank für Biowissenschaften PubMed listet 93 seiner Publikationen, die im Verfahren des Peer-Review überprüft worden sind. Durch seine kristallographischen Arbeiten hat er entscheidend zur Lösung von 69 Proteinstrukturen beigetragen, deren Koordinaten in der öffentlich zugänglichen Protein Data Bank als PDB-Datensätze hinterlegt sind. Besonders hervorzuheben sind einige Publikationen in den führenden Wissenschaftsjournalen Nature und Cell.

Auszeichnungen

  • Erwin Schrödinger Forschungsstipendium J2209-B04 (FWF) (2001)
  • Marie Curie Excellence Grant MCEXT-033545 (EU) (2005)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.salzburg.com/nachrichten/wissen/sn/artikel/ein-sehr-dramatischer-fall-14469/?v=1337065456 Berichterstattung der Salzburger Nachrichten vom 15. Mai 2012
  2. Gekündigter Wissenschafter wird HTL-Lehrer., APA, DiePresse.com, 13. August 2012, abgerufen am 1. Dezember 2012.