Rodeneck

Rodeneck
(ital: Rodengo)
Wappen von Rodeneck
Rodeneck in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Eisacktal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2013)
1.195/1.179
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
99,65 % deutsch
0,26 % italienisch
0,09 % ladinisch
Koordinaten 46° 47′ N, 11° 41′ OKoordinaten: 46° 47′ N, 11° 41′ O
Meereshöhe: 850–1200 m s.l.m. (Zentrum: 885 m s.l.m.)
Fläche: 29,5 km²
Dauersiedlungsraum: 5,1 km²
Fraktionen: Ahnerberg, Fröllerberg, Gifen, Nauders, Spisses, St. Pauls, Vill
Nachbargemeinden: Mühlbach, Vintl, Kiens, St. Lorenzen, Lüsen, Natz-Schabs
Partnerschaft mit: Mainz-Finthen, Gnadenwald
Postleitzahl: 39037
Vorwahl: 0472
ISTAT-Nummer: 021075
Steuernummer: 81006010219
Bürgermeister (2015): Klaus Faller (SVP)

Rodeneck ([ˈrodɛnɛk]; italienisch Rodengo) ist eine italienische Gemeinde Südtirols mit 1179 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) am Eingang des Pustertals, südöstlich von Mühlbach.

Geographie

Lage

Das Siedlungsgebiet liegt verstreut auf einer Mittelgebirgsterrasse nordöstlich über der Rienzschlucht. Das Gemeindegebiet reicht von 590 m bis auf 2100 m (Rodenecker Alm bis unterhalb des Astjoches). Das Siedlungsgebiet an sich erstreckt sich von einer Höhe von 750 m bis auf 1400 m. Eine gut ausgebaute Straße führt ins 4 Kilometer entfernte Mühlbach. Die nächsten Städte sind Brixen (16 km; dorthin auch tägliche Linienbusverbindung) und Bruneck (30 km). Die Südtiroler Landeshauptstadt Bozen ist 60 km entfernt, die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck knapp 100 km.

Rodeneck gehört zur Bezirksgemeinschaft Eisacktal.

Gliederung

Rodeneck besteht aus sieben Fraktionen. Im Hauptort Vill (885 m; ca. 500 Einwohner) befinden sich Grundschule und Kindergarten, Gemeindeamt und Bibliothek, das Mehrzweckgebäude „Haus Konrad von Rodank“ und das Feuerwehrhaus, Widum und Pfarrkirche, eine Bank und ein Gewerbegebiet sowie die Hauptsehenswürdigkeit, das Schloss Rodenegg. Durch eine Art Ringstraße mit Vill verbunden und jeweils ca. 1 Kilometer voneinander entfernt finden sich die Fraktionen Gifen (980 m; Haufendorf; ca. 100 Einwohner), Nauders (980 m; Straßendorf; ca. 250 Einwohner) und St. Pauls (860 m; kleiner Dorfkern mit weiter Streusiedlung; ca. 100 Einwohner). Zwischen Vill und Gifen zweigt die Straße ab, die nach Spisses führt (960 m; ca. 80 Einwohner), einer südöstlich gegen Lüsen hin sich erstreckenden ausgedehnten Streusiedlung. Von Nauders aus führt eine Bergstraße vorbei am 2004 neu errichteten Kunstrasen-Fußballplatz zu den Bergweilern Ahnerberg (1200 m; ca. 40 Einwohner) und Fröllerberg (1200 m; ca. 70 Einwohner), weiter bis an den Rand der Rodenecker Alm (Parkplatz Zumis; 1750 m) und von dort hinab ins Nachbardorf Lüsen.

Bevölkerungsentwicklung

Die Gemeinde hat heute knapp 1200 Einwohner, eine Zahl, die sich in den letzten 200 Jahren nur geringfügig geändert hat. So waren 1821 schon 933 Einwohner gemeldet, 1900 waren es 746, im Jahr 1961 893, bei der Volkszählung 1991 schließlich 1031 und um die Jahrtausendwende erstmals über 1100.

Geschichte

Blick über Rodeneck von der Straße auf die Rodenecker Alm aus

Rodenecker Orts- und Hofnamen weisen auf eine prähistorische bzw. römische Besiedlung hin. Gestützt wird diese These auch durch den Fund von Resten von „Wallburgen“, die in die mittlere Bronzezeit zurückreichen (ca. 1500 v. Chr.). Spuren von Jägerrastplätzen (ortsfremde Silex- und Bergkristallsplitter) auf der Rodenecker Alm stammen gar aus der Mittelsteinzeit (ca. 5000 v. Chr.). Urkundlich wird die Ansiedlung erstmals als „Rotungun“ 1050 erwähnt (als Ort von Schenkungen an den Bischof). Sie tritt dann jahrhundertelang in verschiedenen Wortwandlungen auf; der Name „Rodeneck“ wird erstmals 1314 genannt. Rodeneck erlangte als eigene Gerichtsherrschaft weit über die Ortsgrenzen hinaus an Bedeutung. Als Burgfrieden von Schloss Rodenegg war die Geschichte des Ortes stets eng mit dem Schicksal der Burg verknüpft; die Einwohner waren verpflichtet, für den Unterhalt des Burgherrn und die Erhaltung der Burg zu sorgen, und genossen dafür ihrerseits so manche (v.a. steuerliche) Vorrechte. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wird Rodeneck als eigenständige Gemeinde geführt, die seit 1822 ein Gemeindevorsteher verwaltete. Schwere Zeiten durchlebte der Ort im Ersten Weltkrieg und in den darauf folgenden Jahren des Faschismus und der rücksichtslosen Italianisierung. Dabei verlor die Gemeinde 1926 auch ihre Selbstverwaltung und wurde der Gemeinde Mühlbach unterstellt. Erst 1955 erlangte man nach langem Ringen wieder die Eigenständigkeit zurück.

Die Verfachbücher des Gerichtes Rodeneck befinden sich im Südtiroler Landesarchiv (Zeitraum 1528–1850).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister seit 1956:[1]

  • Leo Rastner: 1956–1969
  • Franz Amort: 1969–1970
  • Anton Faller: 1970–1974
  • Franz Mutschlechner: 1974–1985
  • Anton Faller: 1985–1990
  • Gottfried Silgoner: 1990–2005
  • Klaus Faller: 2005–

Wappen

Das Gemeindewappen von Rodeneck zeigt in blauem Schild einen silber/weißen, allseits randständigen Sparren. Es ist identisch mit dem Wappenschild der Erbauer und Herren von Burg Rodank bzw. Rodenegg.[2]

Partnerschaften

Persönlichkeiten

Literatur

  • Alois Rastner, Ernst Delmonego (Hrsg.): Heimatbuch Rodeneck. Geschichte und Gegenwart. Athesia, Brixen 1986
  • Alois Rastner: Rodeneck – Vom Burgfrieden zur Gemeinde. Athesia, Brixen 1994
  • Johann Hochgruber: Rodeneck im Wandel der Zeit. Athesia, Bozen 1974
  • Helmut Stampfer: Schloss Rodenegg. Geschichte und Kunst. Pluristamp, Bozen 1998, ISBN 88-87301-01-8
  • Ignaz Mader: Ortsnamen und Siedlungsgeschichte von Mühlbach-Rodeneck. In: Schlern-Schriften Bd. 99. Innsbruck 1952
  • Bildungsausschuss Rodeneck (Hrsg.): Rodeneck – Bilder aus vergangenen Zeiten. Athesia, Brixen 2005

Weblinks

 Commons: Rodeneck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015 (PDF; 15 MB).
  2. http://www.gemeinde.rodeneck.bz.it/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=219901108&detailonr=220363924