Rolf-E. Breuer

Rolf-Ernst Breuer (* 3. November 1937 in Bonn) ist ein deutscher Bankmanager und war von 1997 bis 2002 Vorstandssprecher sowie von 2002 bis 2006 Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank.

Inhaltsverzeichnis

Karriere bei der Deutschen Bank (1956 bis 2006)

Breuer absolvierte 1956 eine Banklehre bei der Deutschen Bank in Mainz und München. Anschließend studierte er von 1958 bis 1966 Rechtswissenschaft an den Universitäten Lausanne, München und Bonn. 1967 wurde er an der Universität Bonn promoviert. Ab 1966 arbeitete er in der Filiale Karlsruhe, bis er 1969 in die Börsenabteilung nach Frankfurt am Main versetzt wurde, die er ab 1974 als Direktor leitete. 1985 wurde Breuer Mitglied des Vorstands der Deutschen Bank, ab 1997 Sprecher des Vorstands. Von 2002 bis 2006 war er Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Bank.[1] Seine Nachfolger waren als Vorstandssprecher Josef Ackermann und als Vorsitzender des Aufsichtsrates Clemens Börsig. Weitere Aufsichtsratsmandate hatte Breuer bei E.ON, der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, Lufthansa und der Siemens AG. Er war Mitglied im Verwaltungsrat der Landwirtschaftlichen Rentenbank.[2] Sein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Börse AG musste er 2005 aufgeben, nachdem Hedge-Fonds die von ihm geplante Übernahme der London Stock Exchange durch die Deutsche Börse verhinderten. Außerdem ist er Sprecher des Hochschulrates der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und Vorsitzender des Kuratoriums der Kulturstiftung der Länder.

Juristische Auseinandersetzung

Die Deutsche Bank ist seit 2002 in gerichtliche Auseinandersetzungen mit Leo Kirch verwickelt: Kirch warf Breuer vor, 2002 durch eine kritische Äußerung in einem TV-Interview mit dem Journalisten Michael Storfner im Nachrichtsender Bloomberg den Zusammenbruch der Kirch-Gruppe herbeigeführt zu haben.

Zitat Breuer: „Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.“ (Auszug aus dem Bloomberg-Interview).

Das Oberlandesgericht München (OLG) sprach Leo Kirch im Dezember 2003 dem Grunde nach einen Anspruch auf Schadenersatz zu. Das Urteil wurde vom Bundesgerichtshof (BGH) wieder aufgehoben. Darauf gingen Kirchs Anwälte in Revision, da das OLG eine Schadenersatzklage gegen Breuer persönlich verworfen hatte. In seinem Urteil vom 24. Januar 2006 beschied der BGH Breuer und der Deutschen Bank eine Verletzung vertraglicher Pflichten, indem sich Breuer über die Kreditwürdigkeit des DB-Kunden Leo Kirch öffentlich geäußert habe. Der damalige Vorstandschef und die Deutsche Bank müssten für jene Schäden haften, die mit Breuers Äußerungen in einem direkten Zusammenhang stünden. Art und Höhe des Schadens werden seitdem in einem weiteren Prozess geklärt. Ein Vergleich in Form von einer Zahlung von € 800 Millionen an die Erben des inzwischen verstorbenen Kirch wurde 2012 vom Vorstand der Deutschen Bank abgelehnt.[3]

Vor dem Hintergrund des Rechtsstreits gab Breuer am 3. Mai 2006 seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank ab. Im März 2011 wurde eine Anklage der Staatsanwaltschaft wegen versuchten Prozessbetrugs im Zusammenhang mit den Kirch-Prozessen zugelassen. Das Landgericht München stellte das Verfahren im Dezember 2011 gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von € 350.000 ein.[4]

Unterstützer des Zentrums gegen Vertreibungen

Breuer ist Unterstützer des Zentrums gegen Vertreibungen.[5][6]

Auszeichnungen

Quellen

  1. Breuers Kurzbiographie von der Historischen Gesellschaft der Deutschen Bank
  2. Suche im elektronischen Bundesanzeiger nach Landwirtschaftlicher Rentenbank: Konzernabschluss zum Geschäftsjahr 2009 sowie vorige Konzernabschlüsse
  3. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,818628,00.html
  4. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. Dezember 2011, S. 15
  5. Unterstützer Überblick
  6. Stellungnahmen zur Motivation
  7. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952

Weblinks