Roswitha Bitterlich

Roswitha Bitterlich, auch Bitterlich-Brink, heute Wingen-Bitterlich (* 24. April 1920 in Bregenz) ist eine österreichische Malerin, Grafikerin und Dichterin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Roswitha Bitterlich wurde 1920 als das erste von drei Kindern von Gabriele Bitterlich – der späteren Gründerin des "Opus Angelorum" und Mutter des Priesters Hansjörg Bitterlich – und des Landesregierungssekretärs Hans Bitterlich in Bregenz geboren. 1921 übersiedelte sie mit ihren Eltern zuerst nach Schluckenau in Böhmen und sieben Jahre später, 1928, nach Innsbruck, wo sie das Untergymnasium und die Frauenschule der Innsbrucker Ursulinen absolvierte.

Bitterlich heiratete 1945 den katholischen Publizisten und NS-Widerstandskämpfer Michael Brink. 1946 wurde die gemeinsame Tochter Mechthild Maria geboren. 1947 starb Brink an Spätfolgen der KZ-Gefangenschaft. Roswitha Bitterlich wanderte mit ihrem zweiten Ehemann Hubert Wingen und der Tochter nach Brasilien aus, wo sie noch heute lebt.

Künstlerische Entwicklung

Die seit ihrer frühen Kindheit zeichnende Roswitha Bitterlich wurde 1933 als „Wunderkind“ entdeckt, und ein eigentlich als Weihnachtsgeschenk für ihren Bruder angefertigtes Buch mit Aquarellen durch einen Berliner Verlag herausgegeben. Ihre erste Ausstellung wurde 1935 in Wien vom damaligen Bundeskanzler Kurt Schuschnigg eröffnet. Weitere Ausstellungen fanden 1936 in Prag, 1937 in Amsterdam, Rotterdam und Kopenhagen statt, 1938 in London, Zürich und Den Haag, 1939 in München und Stuttgart. 1951 folgte eine Ausstellung in New York.[1][2]

Bitterlich ging für einige Monate nach Rom, um Sgraffito und Fresko zu studieren. Anschließend studierte sie in Stuttgart und, bis 1943, an der Akademie der bildenden Künste Berlin. Während der Zeit in Berlin lernte sie ihren späteren Ehemann Michael Brink kennen.

Im folgenden verzichtete sie auf weitere Ausstellungen und konzentrierte sich auf religiöse Motive. Insbesondere der Engelkosmos ihrer Mutter wurde zum zentralen Thema ihres Schaffens und sie wurde zu einer Art offiziellen Illustratorin desselben, so finden sich z.B. in der Burg St. Petersberg in Tirol etliche Fresken von Roswitha Bitterlich mit diesem Thema. In Brasilien arbeitete sie zunächst als Buchillustratorin, wurde aber auch dort im Umfeld des Engelwerks aktiv. Roswitha Bitterlich gestaltete etliche Sakralbauten in Brasilien, Portugal und Österreich.

Werke in Publikationen

  • Licht im Schnee. Ein Weihnachtsgang. (Innsbruck-Wien-München 1935: Tyrolia Verlag)
  • Kindergedichte, mit Zeichnungen von ihr selbst. (Innsbruck 1935: Selbstverlag)
  • Schwarz-Weiß-Kunst. (Innsbruck-Leipzig o.J. [1936]: Verlag Felizian Rauch)
  • Katalog Roswitha Bitterlich (Innsbruck 1937: Selbstverlag Hanns Maria Bitterlich)
  • Roswitha Bitterlich - Eine kleine Auswahl ihrer Gemälde. Band I (Rosenheim o.J.: Kunstverlag L. Berchtenbreiter)
  • Eulenspiegel. Abwandlungen eines alten Themas. (Mit Gedichten von Hans Leip) (Stuttgart 1941: J.G.Cotta'sche Buchhandlung Nachf.)
  • Mit Roswitha ins Märchenland (Rosenheim o.J.: Verlag L. Berchtenbreiter)
  • Spielt auf dem Dach ein Wichtelmann. Zehn lustige Kinderlieder (Liedertexte Maria Berchtenbreiter, vertont von Leonore Pfund) (Rosenheim o.J.: Verlag L. Berchtenbreiter)
  • Maria Berg (Text), Roswitha Bitterlich (Illust.): Hallelui-ja Hallelui-nein! Das Himmelsmärchen von dem unartigen Engelein. (Rosenheim 1939: L. Berchtenbreiter)
  • Peter Kölln (Hrsg.): Mit Roswitha ins Märchen-Land. (Bilderbuch mit farbigen Einklebebildern nach Originalen R.B.s) (Elmshorn 1935: Firma Köllnflocken)
  • Sie fiedeln, blasen voller Luft! Zehn lustige Kinderlieder mit Bildern der jugendlichen Künstlerin Roswitha Bitterlich. (Liedertexte: Maria Berchtenbreiter. Vertonung: Leonore Pfund) (Rosenheim 1937: L. Berchtenbreiter)
  • Maria Schmidtmayr, Roswitha Brink-Bitterlich: Es wird heilige Kinder geben (Innsbruck-Wien-München o.J.: Tyrolia Verlag)
  • Beate Bitterlich (Text), Roswitha Bitterlich (Illustr.): Zwergenwelt für Enkelkinder (Reith im Alpbachtal 2001: Ed. Tirol) ISBN 3853610706

Weblinks

Einzelnachweise

  1. „Adept Child“, in: Time Magazine, 13. Juni 1938 (englisch)
  2. [1]