Rudmanns

Rudmanns ist eine ungefähr 700 Einwohner zählende Katastralgemeinde der niederösterreichischen Bezirkshauptstadt Zwettl 4 km südöstlich von dieser im Zentrum des Waldviertels gelegen. Unweit des Ortes befindet sich unter anderem der Stausee Ottenstein und die Trabrennbahn Edelhof.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Ort Rudmanns wurde im Jahre 1139 erstmals urkundlich als Besitz des Stift Zwettls erwähnt.[1] Schon im Jahr 1280 gab es in Rudmanns 35 Hofstätten und eine öffentliche Badeanlage. Die Rudmannser Bauern waren die einzigen im Herrschaftsgebiet des Klosters, die dem Stift keine Steuern zahlen mussten. Allgemein genossen die hiesigen Landwirte eine sehr freie Stellung.

Heute ist Rudmanns der südliche Vorort der Braustadt Zwettl. Nur einige wenige, große Landwirtschaften bestehen heute noch. Der Ort Rudmanns ist zu einem beliebten Siedlungsgebiet geworden, unter anderem weil in Rudmanns eine dörfliche Idylle vorherrscht, es aber unweit der Stadt liegt und verkehrstechnisch gut erschlossen ist.

Ortskapelle

Die denkmalgeschützte Ortskapelle hl. Leonhard am Anger von Rudmanns ist ein schlichter Bau von 1725 mit eingezogener Rundapsis und einem Dachreiter aus der Zeit um 1900 mit Giebelspitzhelm. Die Fassade ist durch Putzbänder gegliedert. Über dem Rundbogenportal ist eine Figurennische zu sehen. Das Innere hat ein Tonnengewölbe mit Stichkappen. An der Apsiswand befindet sich hinter dem Volksaltar ein Hochrelief mit einer Gnadenstuhl-Darstellung vom Ende des 17. Jahrhunderts und darüber eine Rosenkranzmadonna aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Seitenwände sind mit bemerkenswerten Flachreliefs der vierzehn Nothelfer versehen, die um 1530 datiert sind und der Donauschule zuzuordnen sind. An der Nordwand sind die Hll. Blasius, Achatius, Veit, Pantaleon, Barbara, Katharina und Georg abgebildet; an der Südwand Maria mit Kind, Margarete, Christophorus, Dionysius, Erasmus und Cyriacus. Die Reliefs befanden sich ursprünglich in der Pfarrkirche Zwettl.[2]

Der Edelhof

Der gleich im Anschluss an das Siedlungsgebiet von Rudmanns gelegene Edelhof ist ebenfalls eine Katastralgemeinde der Gemeinde Zwettl, kann jedoch aufgrund mangelnder Einwohner kaum als eigener Ort gelistet werden. Dort befinden sich unter anderem der ehemalige Gutshof Edelhof, der seit 1873 eine landwirtschaftliche Fachschule beherbergt, das Waldviertel-Management, eine Trabrennbahn sowie seit 2008 das Fußballstadion von Zwettl.

Sport

Die Sportunion SU Rudmanns/Stift Zwettl besteht aus den drei Sektionen Fußball, Tennis und Surfen.

Sektion Fußball:

  • 1988: Gründung des Fußballvereins.
  • seit 1989/90: Teilnahme am Spielbetrieb der Hobbyliga Zwettl.
  • 1991: Eröffnung des Fußballplatzes in Stift Zwettl. Zuvor wurde in Edelhof gespielt. Gründung der Sportunion Rudmanns/Stift Zwettl mit den Sektionen Fußball und Tennis.
  • 1993: Erstmalige Austragung des Pfingstturniers in Rudmanns. Turniersieg in Serfaus.
  • 1995: Bau der Vereinshütte.
  • 1997: Errichtung einer Flutlichtanlage und einer Bewässerungsanlage.
  • Saison 2002/03: 1. Meisterschaftsgewinn.

Einzelnachweise

  1. Urkunde Nr. 36 in Friedrich Hausmann (Hrsg.): Diplomata 21: Die Urkunden Konrads III. und seines Sohnes Heinrich (Conradi III. et filii eius Heinrici Diplomata). Wien 1969, S. 58–60 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  2. DEHIO Niederösterreich nördlich der Donau. Berger, Wien 2010, ISBN 978-3-85028-395-3, S. 1007

Weblinks

48.615.216666666667Koordinaten: 48° 36′ N, 15° 13′ O