Rudolf Biebl

Rudolf Biebl (* 6. April 1820 in Salzburg, Österreich; † 19. April 1895 ebenda) war Abgeordneter zum Salzburger Landtag und Bürgermeister der damaligen Kronlandes-Hauptstadt Salzburg.

Mit 29 Jahren war er selbständiger Handelsmann und besaß im Hause Rathausplatz 2 die Schnittwarenhandlung Wegschaider & Biebl. 1858 war er erstmals im Salzburger Gemeinderat tätig. Von 1858 bis 1860 und 1874/75 war er Präsident der Salzburger Handels- und Gewerbekammer. Dem Salzburger Landtag gehörte er von 1861 bis 1870 und ein zweites Mal von 1879 bis 1890 an.

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Sein Wirken als Bürgermeister

Von 1875 bis 1885 bekleidete er das Amt des Bürgermeisters der Kronlandes-Hauptstadt Salzburg. Bereits unter seinem Vorgänger Dr. Harrer galt er als Finanzfachmann in der Gemeinde. Trotz des Baues der Fürstenbrunner Wasserleitung, der die Stadt in große finanzielle Schwierigkeiten brachte, konnte sich das Gemeinwesen unter Biebl schnell wieder erholen. Auch der Börsenkrach nach der Wiener Weltausstellung im Jahr 1873 verschonte die Stadt Salzburg nicht. Biebl brachte es jedoch zustande, dass dennoch viele wichtige Vorhaben realisiert wurden. Weitsicht bewies er mit der Regulierung und Anlage des Giselakais, die der Stadtgemeinde nach dem Verkauf der dadurch gewonnenen Baugründe einen Gewinn von mehr als 120.000 Gulden einbrachte. Seine Zeitgenossen bezeichneten ihn als einen glühenden Anhänger freiheitlicher Prinzipien, der aber auch allzeit von echter Religiosität erfüllt. war.

In seine Amtszeit fiel die Eröffnung der Aerarischen Hauptbrücke (heutige Staatsbrücke) am 10. Mai 1877, die Zusammenkunft des österreich-ungarischen Außenministers Graf Gyula Andrássy mit dem deutschen Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck im Hotel de l´Europe (19. September 1877), die Eröffnung des Salzburger Kommunalfriedhofes in der Gemeinde Morzg (2.Jänner 1879), die Einweihung des neu erbauten Franz-Karl-Gehsteges (heutiger Müllner Steg) am 2. Jänner 1879 und die Umbenennung des Ballhausplatzes in Markartplatz (15. September 1879).

1881 erfolgte die Errichtung der ersten Kinderkrippe an der Neutorstraße in der Riedenburg, am 2. Februar 1884 die Eröffnung der neuen Karolinenbrücke (heutige Nonntaler Brücke), der Baubeginn der Trambahnstrecke bis zur Landesgrenze am Hangenden Stein (13. Juli 1884) sowie am 1. August 1885 die Eröffnung des Salzburger Künstlerhauses.

Ehrungen und Ableben

Rudolf Biebl war Träger der kgl. Bayerischen Verdienst-Medaille (1870/71), Ritter des Ordens der Eisernen Krone III. Klasse und Commandeur des Belgischen Leopold-Ordens.

Am 13. Jänner 1879 wurde er „für sein vieljähriges und verdienstvolles Wirken als Mitglied des Landtages, Gemeinderathes und der Handelskammer...sowie seiner besonders hervorragenden Verdienste um die Stadt Salzburg...als Bürgermeister“ zum 32. Ehrenbürger von Salzburg ernannt. Nach seinem Ableben fand er seine letzte Ruhestätte in der Familiengruft am Salzburger Kommunalfriedhof in Morzg.

Eine weitere Ehre wurde ihm 1909 posthum mit der Benennung der Rudolf-Biebl-Straße zuteil. Diese verbindet als Fortsetzung der Aiglhofstraße zur Ignaz-Harrer-Straße die Stadtteile Maxglan und Lehen.

Siehe auch

Literatur

  • Biebl Rudolf. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957, S. 82.
  • Ludwig Netsch: Die Salzburger Bürgermeister ab 1847; Magistrat Salzburg. Dokumentation über das Geschehen in der Stadt; Salzburg 1980
  • Josef Gassner: Die Ehrenbürger der Landeshauptstadt Salzburg. Katalog zur 10. Sonderausstellung; Selbstverlag des Museums Carolino Augusteum; Salzburg 1954


Vorgänger Amt Nachfolger
Ignaz Harrer Bürgermeister von Salzburg
18751885
Leopold Scheibl