Rudolf Hoyos-Sprinzenstein

Rudolf Ernst Hoyos-Sprinzenstein (* 4. Juli 1884 in Gutenstein; † 21. September 1972 in Horn; bis 1919 Reichsgraf von Hoyos-Sprinzenstein[1]) war ein österreichischer Politiker und Großgrundbesitzer.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Hoyos-Sprinzenstein absolvierte ein Studium der Nationalökonomie in Leipzig sowie der Forstwirtschaft in München. Nach dem Ersten Weltkrieg musste er auf Grund von Spekulationen Verluste an seinen Besitzungen in Drosendorf, Horn, Raan und Rosenburg hinnehmen. Im autoritären österreichischen Ständestaat hatte er ab 1934 als Vorsitzender des Staatsrates das zweithöchste Staatsamt inne. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurde er wegen seines politischen Engagements im Ständestaat von den Nationalsozialisten verfolgt. Er war mehrfach in Gestapo-Haft und Teile seines Besitzes wurden, unter anderem durch die Deutsche Ansiedlungsgesellschaft und die Gemeinde Rosenburg enteignet. Nach 1945 wurden die enteigneten Besitzungen restituiert. In den 1950er Jahren engagierte er sich für die Wiedererrichtung der von den Nationalsozialisten aufgelösten Bürgerspitalsstiftung in Horn.

1972 starb er bei einem Verkehrsunfall in Horn.[2]

Familie

Rudolf Hoyos-Sprinzenstein entstammt dem spanischen Adelsgeschlecht Hoyos, das im 16. Jahrhundert von Spanien nach Niederösterreich eingewandert war. Er war ein Sohn von Ernst Karl Heinrich Hoyos-Sprinzenstein (1856–1940) und dessen Frau Maria Leontine Hoyos, geborene Larisch von Moennich (1862–1886) und wuchs in Wien, Horn und in Gutenstein auf.[3] Er war mit Marie Karoline, geborene Hartig (1893–1967; bis 1919 Gräfin von[1]) verheiratet und hatte fünf Kinder, darunter seinen Nachfolger Hans Hoyos-Sprinzenstein (1923–2010).

Literatur

  • Michael S. Habsburg-Lothringen: Die Familie Hoyos. Geschichte und Persönlichkeiten. In: Adel im Wandel. Politik, Kultur, Konfession 1500–1700. Katalog der Niederösterreichischen Landesausstellung Rosenburg 1990, Wien 1990, ISBN 3854600194, S. 565–576.

Einzelnachweise

  1. a b Siehe Adelsaufhebungsgesetz 1919.
  2. Geschichte der Besitzer von Schloss Rosenburg (PDF).
  3. Genealogie der Familie Hoyos