Rudolf Leiner (Unternehmen)

Rudolf Leiner GmbH
Logo der Rudolf Leiner GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1910
Sitz Sankt Pölten, Österreich
Leitung Familie Leiner
Mitarbeiter 2.900
Branche Möbeleinzelhandel
Website www.leiner.at

Das Möbelhaus Rudolf Leiner GmbH ist ein Handelsunternehmen mit Sitz in St. Pölten (Österreich).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Stammhaus 1906
Das Stammhaus am Rathausplatz in Sankt Pölten

Die Rudolf Leiner GmbH ist seit Beginn ein Familienunternehmen. 1910 kaufte Rudolf Leiner senior das Stammhaus am St. Pöltner Rathausplatz. Gemeinsam mit seiner Gattin Therese übernahm er das Bettwarengeschäft des Ignaz Irlweck. Das Sortiment umfasste damals Bettfedern, Daunen, Matratzen, Decken und Tuchenten, aber auch schon Eisenmöbel. Die Zusatzleistung des Hauses war die Bettfedernreinigung.

Von Beginn an setzte Rudolf Leiner senior auf Werbung. Der erste Katalog, eine 36-seitige Preisliste mit Illustrationen, erschien 1913/1914. Er übernahm auch das Markenzeichen seines Vorgängers Irlweck: die 3 Gänse, bis heute sind sie das Logo der Leiner-Gruppe.

Ende der 1920er Jahre wurde das Sortiment um Tischler- und Tapeziermöbel aufgestockt: Ein Produktkatalog aus diesen Jahren preist neben Schlaf- und Speisezimmern auch Produkte zur Raumausstattung an.

Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile des Stammhauses zerstört, Firmengründer Rudolf Leiner Senior starb im Dezember 1940 im Alter von knapp 59 Jahren. Das Geschäft am Rathausplatz wurde einstweilen von seiner Gattin Therese, Schwiegertochter Frieda und Tochter Grete weitergeführt.

Nachdem Rudolf Leiner junior (1913–2008) aus dem Krieg zurückgekommen war, fing der Wiederaufbau an. Anfang der 1950er Jahre wurde der erste Lieferwagen angekauft. Das Sortiment wurde in dieser Zeit ausgebaut: Matratzen und Couchen wurden in das Stammprogramm aufgenommen.

Nach und nach konnte die Produktion auf 15 Mitarbeiter aufgestockt werden. Mitte der 1950er Jahre war der Wiederaufbau beendet. „Der Leiner“ hatte 40 Mitarbeiter, mehr als vor dem Krieg, an Verkaufsräumen und Lagerflächen standen insgesamt 2.500 Quadratmeter zur Verfügung.

Schon damals wurden den Kunden Teilzahlungssysteme und zinsenlose Kredite angeboten. Im Bereich Werbung war Rudolf Leiner Pionier: Anfang der 1950er Jahre kam der erste Leiner-Prospekt mit färbiger Titelseite heraus.

Tragisch verlief ein Großbrand im Haupthaus im Zentrum von St. Pölten im Jahr 1989, bei der neben dem Totalverlust aller vier Stockwerke auch eine Verkäuferin den Tod fand.[1]

Expansion

Die Expansion begann im Jahr 1954. Das Stammhaus wurde massiv erweitert und im Laufe der Jahre umgebaut. Im Jahr 1960 wurden dann in Wiener Neustadt und 1962 in Bruck an der Mur die ersten Filialen gebaut. Der Kauf des Bekleidungshauses Esders an der Wiener Mariahilfer Straße erwies sich als gute Entscheidung. 1970 begann dann die nächste Expansionswelle: Wels, danach 1971 Linz, dann Graz und Judenburg.

Erweiterung der Standorte

Heute gibt es insgesamt 17 Leiner-Einrichtungshäuser. 1976 eröffnete eine Filiale in der Shopping City Süd, 1980 in Krems, 1984 in Steyr, 1989 in Salzburg. Im Jahre 1984 wurde die neue Zentralverwaltung in St. Pölten bezogen. Im gleichen Jahr wurde das neue Zentrallager in St. Pölten-Spratzern gebaut. 1991 erfüllte sich Rudolf Leiner den Wunsch, den er schon in den 1960er Jahren hatte und errichtete in Amstetten ein Einkaufszentrum. 1995 folgten Tulln und Vöcklabruck. Mit der Übernahme der Möbelkette Michelfeit wuchs das Unternehmen auf 17 Geschäftshäuser. Das 18. Einrichtungshaus wurde 2012 in Innsbruck eröffnet.

Zur heutigen Leiner-Gruppe gehören rund 2.900 Mitarbeiter.

Weitere Marken

Auch die Möbelhauskette Kika befindet sich im Besitz der Familie Leiner.

18 Leiner-Einrichtungshäuser

Einzelnachweise

  1. Spektakuläre Brände und ihre Auswirkungen vom 13. Jänner 2007 abgerufen am 20. März 2010

Weblink