Rudolf Lochner (Erziehungswissenschaftler)

Rudolf Lochner (* 3. September 1895 in Prag; † 23. April 1978 in Lüneburg) war ein deutsch-böhmischer Erziehungswissenschaftler und Agitator der sudetendeutschen völkischen Bewegung. Von 1946 bis 1951 war Lochner Professor an der Pädagogischen Akademie in Celle und von 1951 bis 1963 an der Pädagogischen Hochschule Lüneburg.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach seinem Studium an der deutschen Karl-Ferdinands-Universität war Lochner als Mitarbeiter bei Erich Gierach tätig. Danach wurde er Geschäftsführer des Deutschen Stadtbildungsausschusses in Reichenberg. 1935 habilitierte sich Lochner in Breslau. Zwischen 1942 und 1945 lehrte Lochner als Dozent für Erziehungswissenschaften an der Reichsuniversität Posen. Lochner war Mitglied der SdP und NSDAP[1].

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er 1946 zum Professor an der Pädagogischen Akademie in Celle berufen. Anschließend war er zwischen 1951 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1963 Lehrstuhlinhaber für Erziehungswissenschaften an der Pädagogischen Hochschule Lüneburg.

Wirken

Lochner gehörte seit den 1920er Jahren zusammen mit Emil Lehmann und Eugen Lemberg zu den Protagonisten einer sudetendeutschen Volksbildung in der Tschechoslowakei. Er veröffentlichte in dieser Zeit eine Vielzahl von Völkerhass geprägter Schriften:

„Gewisse häßliche Züge schreibt man ihnen zu; seit alters werden sie von den Nachbarn der Neigung zum Diebstahl bezichtigt und es muß etwas Wahres daran sein; ihr erster Staatspräsident hat als Erziehungsziel öffentlich verkündet: „Sich nicht fürchten und – nicht stehlen!“ Vielleicht kann man diese Neigung zu mehr oder minder harmlosen Dieberei mit dem gewissen Unterwürfigkeitszug zusammenbringen, der ihnen bis heute aus geschichtlichen Gründen anhaftet; sie ärgern sich selbst darüber und fallen oft aus der Rolle: dann werden sie gehässig und tyrannisch und trumpfen nach Art des kleinen Mannes auf. Das hindert sie aber nicht, einen recht beachtlichen Angriffsgeist zu entfalten, den ihre deutschen Nachbarn seit Jahrhunderten wellenartig zu spüren bekommen. Vom Nachbarn nehmen, was man kann, ihn aber dabei schlagen, verdrängen, austilgen; das ist ihre Taktik. Dem deutschen Einfluß verdanken sie fast alles an Kulturgütern; sie sind germanisierte Slawen. Die Anpassung an deutsche Verhältnisse ergreift frühzeitig alle tschechischen Lebensäußerungen; Verfassungsformen, Rechtspflege, wirtschaftliche und soziale Verhältnisse, Entwicklung der Stammesgliederung, Glaube, Schrifttum, Kunst, Wohnweise usw. Die ganze tschechische Kultur besitzt keine slawische Eigentümlichkeit mehr“

Rudolf Lochner: Der völkische Gegner – Die Tschechen[2]

„Mit Schönerer sich zu beschäftigen, heißt, großdeutsche Geschichte zu treiben. Schönerer einer der leidenschaftlichsten Deutschen, die je gelebt, ist der größte deutsche politische Erzieher nach Bismarck und vor Adolf Hitler.“

Rudolf Lochner: Georg von Schönerer, ein Erzieher zu Großdeutschland[3]

Lochner wird in Deutschland als einer der Mitbegründer der empirischen Pädagogik angesehen[4].

Schriften

  • Grundsätze und Forderungen der deutsch-arischen Studentenschaft der Prager deutschen Hochschulen, 1920
  • Grimmelshausen, 1924
  • Erweckung der Gefolgschaft, 1931
  • Die pädagogischen Akademien in Preußen und die Neugestaltung der deutschen Lehrerbildung in der Tschechoslowakischen Republik, 1932
  • Erziehungswissenschaft, 1934
  • Wandlungen des großdeutschen Gedankens, 1937
  • Sudetendeutschland. Ein Beitrag zur Grenzlanderziehung im ostmitteldeutschen Raum, 1938
  • Georg von Schönerer, ein Erzieher zu Großdeutschland, 1942
  • Erziehungswissenschaft im Abriss. Wolfenbüttel-Hannover: Wolfenbütteler Verlagsanstalt, 1947.
  • Deutsche Erziehungswissenschaft. Meisenheim am Glan: Hain, 1963.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. NSDAP-Akte Lochner, in Wolfgang Brezinka: Pädagogik in Österreich.
  2. in: Sudetendeutschland. Ein Beitrag zur Grenzlanderziehung im ostmitteldeutschen Raum, Berlin-Leipzig 1937, S. 28-35
  3. Rudolf Lochner: Georg von Schönerer, ein Erzieher zu Großdeutschland. Bonn 1942, S. 3ff.
  4. http://www.fb12.uni-dortmund.de/archiv/wtheorie/JPEG/GLOSSAR.HTM