Rudolf Müller (SDAP)

Rudolf Müller (* 8. Februar 1864 in Münchhof bei Karlsbad; † 22. März 1955 in Wien) war ein österreichischer Politiker (SDAP). Müller war Abgeordneter im Reichsrat, Mitglied der Provisorischen sowie Konstituierenden Nationalversammlung und Mitglied des Bundesrates.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Müller besuchte die Volksschule und erlernte den Beruf des Bäckers. Er zog zunächst als Handwerker durch mehrere Länder in Europa und war danach Bediensteter der Staatseisenbahngesellschaft und der Aspangbahn. Müller arbeitete als Verwalter in der deutsch-österreichischen Eisenbahnorganisation und war Direktor des Eisenbahnerheims in Wien. Er war Mitglied des Arbeitsbeirates beim Handelsministerium und Vorstand der Gewerkschaftskommission.

Müller engagierte sich in der Gewerkschaft und begründete 1890 die Eisenbahngewerkschaft mit. 1893 gründete er die Gewerkschaftszeitschrift „Der Eisenbahner“, für die er auch als Redakteur arbeitete. Zudem wurde er aus politischen Gründen mehrmals verhaftet. Müller wurde am 16. Juli 1908 in das Abgeordnetenhaus des Reichsrats gewählt, dem er bis zum 20. März 1911 fast durchgehend angehörte. Er gehörte dem „Klub der deutschen Sozialdemokraten“ an und war vom 30. Mai 1917 bis zum 12. November 1918 erneut Mitglied des Abgeordnetenhauses.[1] Nach dem Ersten Weltkrieg vertrat Müller die Sozialdemokratische Arbeiterpartei zunächst vom 21. Oktober 1918 bis zum 16. Februar 1919 in der Provisorischen Nationalversammlung und war danach vom 4. März 1919 bis zum 31. Mai 1919 Mitglied der Konstituierenden Nationalversammlung. Müller wurde am 1. Dezember 1920 als Bundesrat angelobt, dem er bis zum 24. Mai 1931 angehörte.

Auf Landesebene engagierte sich Müller nach dem ersten Weltkrieg im Niederösterreichischen Landtag. Er gehörte zunächst vom 5. November 1918 bis zum 4. Mai 1919 dem Provisorischen Landtag an und war vom 20. Mai 1919 bis zum 11. Mai 1921 während der Trennungsphase Wiens von Niederösterreich Mitglied des Landtags. Dabei gehörte er ab dem 10. November 1920 der Wiener Kurie an und war ab dem 30. Dezember 1920 Wiener Delegierter. Zudem war Müller vom 5. November 1918 bis zum 20. Mai 1919 Mitglied des Landesausschusses (Landesrat) gewesen und hatte zwischen dem 20. Mai 1919 und dem 10. November 1920 das Amt eines Landesrates in der Landesregierung Sever inne. Zudem war Müller von 1918 bis 1923 Gemeinderat in Wien.

Sein Grab befindet sich am Wiener Zentralfriedhof.

Literaturliste

  • Josef Weimann: Egerländer Biographisches Lexikon. Band 1: (A – M). J. Weinmann, Männedorf/ZH 1985, ISBN 3-922808-12-3.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. parlament.gv.at ] - Zugehörigkeit von Rudolf Müller zum Österreichischen Reichsrat