Rupert Huber (Dirigent)

Rupert Huber

Rupert Huber (* 28. Mai 1953 in Braunau am Inn) ist ein österreichischer Chorleiter, Dirigent, Komponist und Performancekünstler.

Rupert Huber wurde 1953 im oberösterreichischen Innviertel in Braunau am Inn geboren und absolvierte sein Dirigier- und Kompositionsdiplom an der Universität Mozarteum Salzburg mit Auszeichnung. Mit den später von ihm gegründeten Ensembles Spinario und seconda prattica verwirklichte er zahlreiche performanceartige Aufführungen und musikalische Installationen.

Seit 1983 arbeitet Rupert Huber verstärkt mit deutschen Rundfunkchören zusammen, vor allem mit den Chören des NDR, des WDR sowie des Bayerischen Rundfunks, aber auch den Rundfunkorchestern des WDR, des SWR und des ORF sowie Ensembles wie der musikFabrik NRW oder dem KlangForum Wien. Als Dirigent ist er durch seine hohe konzeptionelle Qualität der musikalischen Programmgestaltung sehr geschätzt. Von 1989 bis 2000 war Rupert Huber Chefdirigent des SWR Vokalensembles Stuttgart und von 2002 bis 2005 leitete er die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor und war Chordirektor der Salzburger Festspiele. Im Jahr 2004 wurde er zum Chefdirigenten des WDR Rundfunkchores ernannt. Rupert Huber dirigierte zahlreiche Uraufführungen unter anderem von Luigi Nono (Da un diario italiano), Klaus Huber (Quod est pax?), Jani Christou (Project 21), Karlheinz Stockhausen (Welt-Parlament, Michaelion, Litanei 97, Hoch-Zeiten), Nikolaus Brass (The Structures of Echo – Lindauer Beweinung), Beat Furrer, Toshio Hosokawa und Klaus Lang und erhielt für CD-Produktionen, unter anderem mit Aufnahmen von Werken Robert Schumanns und Luigi Nono, Preise der deutschen Schallplattenkritik.

Als Komponist gilt sein besonderes Interesse der Wirkung von Musik, ihrer Fähigkeit, die Wahrnehmung zu verändern (z.B. Kontaktsingen). Besonderes Augenmerk legt er auf die Entfaltung von Musik und deren unmittelbare Wirkung auf Publikum und Sänger. Rupert Huber unterrichtete verschiedene Theoriefächer zum Thema „Musikalische Wirkungsforschung“ an verschiedenen Hochschulen und hatte 1996-98 eine Professur für Chordirigieren an der Musikhochschule Graz inne. Zu seinem Arbeitsspektrum gehört auch die intensive Forschungsarbeit bei den Schamanen in Nepal.

Huber ist Mitglied des Netzwerk Neue Musik e.V.. Ab September 2008 leitet er das ChorWerkRuhr in Gelsenkirchen und wird neben den klassischen Konzerten einen Schwerpunkt auf musikalische Installationen und auf neue Formen der vokalen Ensemblearbeit legen.

Im Oktober 2010 wurde Hubers Chorkomposition Al Ganvy beim Festival Zukunftsmusik in Stuttgart uraufgeführt, deren Text auf der 112. Sure des Koran basiert.

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