Säckelmeister

Säckelmeister (Säckelwart, Seckelmeister, Sekelmeister oder Kassenwart, Schatzmeister, Kassierer, Kassirer, Kämmerer u. Ä.) ist eine in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit dem Spätmittelalter übliche Bezeichnung für den Vorgesetzten oder Verantwortlichen einer Geldeinnahme von öffentlich respektive für das Gemeinwesen zu verwendenden Geldern, Vermögen (Staatsschatz) oder Gütern, sei es in der öffentlichen (feudalen) Verwaltung, im Vereinswesen oder bei politischen Parteien. Der Name leitet sich vom lateinischen sacellus (Geldbeutel) respektive althochdeutschen saccus (Sack) her.

Der Begriff Säckelmeister findet in der Schweiz auch heute noch als Funktionsbezeichnung in der öffentlichen Verwaltung Verwendung, z. B. für Finanzverantwortliche auf kommunaler (Gemeinde/Stadt) Ebene, meist in vergleichsweise eher kleineren Gemeinden aus der Innerschweiz oder im Vereinswesen (auch bei Zünften). Im Kanton Appenzell Innerrhoden ist Säckelmeister die offizielle Bezeichnung des Vorstehers des Finanzdepartements, d. h. des Finanzministers.[1] Als Landessäckelmeister wurde während der Alten Eidgenossenschaft üblicherweise der Verwalter des kantonalen Staatsschatzes bezeichnet. In der Stadt und Republik Bern wurde die Bezeichnung Deutsch-Seckelmeister (für den deutschsprachigen Teil) und Welsch-Seckelmeister (in der Waadt) für diesen Posten verwendet.[2] Im allgemeinen deutschsprachigen Gebrauch scheint die Bezeichnung im Vereinswesen und bei politischen Organisationen weiterhin länderübergreifend für Schatzmeister in Gebrauch.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Website der Regierung des Kantons Appenzell Innerrhoden
  2. http://www.bzgh.ch/4_99/leuenb.pdf Die Berner Deutsch-Seckelmeister und ihre Standesrechnung von Jolanda Leuenberger-Binggeli PDF