Südliche Böhmerwaldausläufer

Alle OÖ Raumeinheiten

Die Südlichen Böhmerwaldausläufer sind eine von 41 Oberösterreichischen Raumeinheiten und liegen im oberen Mühlviertel.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Raumeinheit umfasst den nordwestlichen Teil der Bezirke Urfahr-Umgebung und Rohrbach. Im Westen bildet die Raumeinheit die Grenze zu Bayern (Deutschland).

Die Größe der Südliche Böhmerwaldausläufer beträgt 491,98 km². Das Gebiet erstreckt sich über eine Länge von rund 38 km und eine maximale Breite von 30 km im Westteil und 24 km im Ostteil. Der schmalste Bereich ist nur 6 km breit. Der tiefste Bereich liegen bei rund 500 m ü. A. im Mühltal und im Rodltal. Die höchsten Erhebungen des Gebiets sind im Westen der Ameisberg bei Sarleinsbach mit 941 m ü. A. und im Ostteil der Hohe Breitenstein mit 956 m ü. A..

Folgenden Gemeindegebiete liegen überwiegend oder gänzlich im Südliche Böhmerwaldausläufer (beginnend im Nordwesten): Ulrichsberg, Julbach, Schlägl, Nebelberg, Peilstein, St. Oswald, Kollerschlag, Lichtenau, Afiesl, Haslach an der Mühl, Schönegg, St. Stefan, Oberkappel, Vorderweißenbach, Helfenberg, Atzesberg, St. Peter, Ahorn, St. Johann, Oberneukirchen, St. Veit, Zwettl, Kirchschlag bei Linz, Eidenberg.

Die Raumeinheit ist von folgenden OÖ Raumeinheiten umgeben (Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Böhmerwald, Zentralmühlviertler Hochland, Leonfeldner Hochland und Donauschlucht und Nebentäler.

Charakteristik

  • Hügelland zwischen 600 und 900 Meter südlich des Böhmerwaldes.
  • Im Bergland existieren Großwaldflächen zwischen 30 und 50 % Waldanteil mit hohem Anteil an Buchenwäldern. Bei kleinflächigen Wäldern sind Eschen-Bergahorn-Wälder verbreitet. Zerstreut sind auch naturnahe Feldgehölze zu finden.
  • Mäßig dichtes Fließgewässernetz wobei die Bäche überwiegend naturnah strukturiert sind. Große und Steinerne Mühl weisen viele Mäanderstrecken auf und sind auf weite Strecken landschaftsprägend. Die Bäche sind Lebensraum für Fischotter, Flussperlmuschel und Biber. Speziell im Mühltal existieren einige größere Teiche mit großer ökologischer Bedeutung als Lebensraum für seltene Pflanzen, Vögel und Amphibien.
  • Steinbrüche sind eher selten, aber bedeutsam für die Artenvielfalt der Gegend. Zusätzlich ist die Raumeinheit seit den 90er Jahren Lebensraum für den Luchs.
  • Bachverbauung erfolgte in den Ortschaften. Regulierungen und Drainagen sind gelegentlich in landwirtschaftlich genutzten Bereichen zu finden.
  • Überwiegend Grünlandnutzung, wenig Ackerbau (vorwiegend: Roggen, Kartoffeln, Hafer und Kraut). Das Gebiet ist eher nährstoffarm, nur in den Tal- und Beckenbereichen besteht ein bedeutender Anteil an Feuchtwiesen.
  • Vielfach sind Terrassierung der landwirtschaftlichen Flächen (Stufenrain-System) zu finden. Hier herrscht eine reiche Kulturlandschaft vor allem mit Hecken und Lesesteinwällen und -haufen.
  • Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung in Ungunstlagen und Aufforstung dieser Gebiete.
  • Charakteristische Siedlungsformen: im Westen sind Straßen- und Gassendörfer vorherrschend, im Osten eher langgestreckte Reihendörfer (Waldhufendörfer), die teilweise noch völlig zusammenhängend sind. Im Westen sind die Siedlungen verstärkt in den Tallagen (z.B. Mühltal) anzutreffen. Es herrscht lokal (Nordwesten) eine deutliche Abwanderungstendenz.
  • Hohe Niederschlagsmengen, insbesondere im Nordwesten.

Literatur

Amt der oö Landesregierung, Naturschutzabteilung (Hrsg.):Band 35: Raumeinheit Südliche Böhmerwaldausläufer, Linz, 2007 (Herunterladen als pdf)

Weblinks