SK Vorwärts Steyr

SK Vorwärts Steyr
Das Vereins-Logo des SK Vorwärts Steyr
Voller Name Sportklub Vorwärts Steyr
Gegründet 23. März 1919
Vereinsfarben rot-weiß
Stadion Vorwärts-Stadion
Plätze 9.000
Präsident Österreicher Jörg Rigger
Trainer Österreicher Adam Kensy
Homepage www.vorwaerts-steyr.at
Liga OÖ-Liga
2011/12 14. Platz (Regionalliga Mitte)
Trikotfarben
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Heim
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Auswärts

Der SK Vorwärts Steyr ist ein traditionsreicher österreichischer Fußballverein aus der Stadt Steyr in Oberösterreich. Der ehemalige Erstligaverein spielt in der aktuellen Saison 2012/13 in der Oberösterreich-Liga (vierte Spielklasse im österreichischen Fußball-Ligasystem), nachdem man 2012 nach nur einer Saison aus der drittklassigen Regionalliga Mitte abgestiegen war.

Vorwärts Steyr trägt seine Heimspiele im vereinseigenen Vorwärts-Stadion in Steyr aus, das ein Fassungsvermögen von 9.000 bis 10.000 Personen aufweist. Aktuell verfügt Vorwärts Steyr über ca. 300 Mitglieder. Der Verein zählt zu den ältesten Fußballklubs Oberösterreichs.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Frühzeit 1919–1945

Der Verein wurde am 23. März 1919 in der ehemaligen Salzburger Bierhalle in Steyr als Steyrer Fußballklub Vorwärts mit den Vereinsfarben Rot und Weiß gegründet. Die offizielle Gründungsfeier wurde am 14. April desselben Jahres abgehalten. Von den Gründungsmitgliedern sind heute noch die Namen Würzelhuber, Breinesberger, Binder, Grubinger, F. Dworaschak, K. Dworaschak, Huber, Praitenlachner, Weißengruber und Winzing bekannt. Sein erstes Spiel bestritt Vorwärts Steyr am 15. Juni 1919 in Linz gegen den Linzer ASK (Resultat 2:2). Schon im ersten Jahr seines Bestehens errang der SK Vorwärts den Titel in der oberösterreichischen Landesliga; eine überregionale Liga gab es schließlich damals noch nicht. Auch in den folgenden drei Jahren bis 1923 ging der Titel jeweils an Vorwärts Steyr. Infolge der zunehmenden Radikalisierung und politischen Spaltung der Gesellschaft während der ersten Republik kam es 1926 zur Gründung des "Verbands der Arbeiter-Fußballer Österreichs" (VAFÖ), der eine eigene Liga bildete, an der auch der SK Vorwärts teilnahm. Da die anderen bedeutenden oberösterreichischen Vereine dieser Zeit, wie LASK, Welser SC und der Lokalrivale Amateure Steyr weiter in der Liga des offiziellen Fußballverbands spielten, besaß die VAFÖ-Liga jedoch weder besondere Attraktivität noch große sportliche Bedeutung. Ab der Auflösung des VAFÖ 1934 spielte der Verein wieder im offiziellen Verband, zunächst als "Österreichischer Sportklub" in der 1. Klasse Ost und schließlich ab 1935 wieder unter dem alten Namen in der oberösterreichischen Landesliga, welche 1940 noch einmal gewonnen werden konnte. Ab der Saison 1943/44 spielten die beiden Lokalrivalen Vorwärts und Amateure Steyr gemeinsam unter dem Namen "FC Steyr", da aufgrund des kriegsbedingten Spielermangels keine eigenen Mannschaften mehr gestellt werden konnten.

Wiederbeginn, Durststrecke und Blütezeit 1945–1998

Gleich der erste Landesligatitel nach Kriegsende ging 1946 wieder an den SK Vorwärts und nachdem sich die Mannschaft besonders im Spieljahr 1948/49 als der weitaus beste Verein des Bundeslands präsentiert hatte, wurde man auch außerhalb Oberösterreichs auf den Verein aufmerksam. Dabei spielte vor allem der Einzug in das Bundesländercup-Finale im Jahr 1949 eine große Rolle, welches jedoch in Wien gegen Austria Wien mit 2:5 verloren ging; dies stellt bis heute einen der größten Vereinserfolge dar. Aufgrund dieser Erfolge wurde es dem SK Vorwärts 1949 ermöglicht, an der neugegründeten, österreichweiten Staatsliga A, der damaligen obersten Österreichischen Fußball-Liga, teilzunehmen.

Nach einem neunten Platz 1950 und dem Abstieg 1951 gehörte der SK Vorwärts noch bis 1959 der zweiten Liga (damals Staatsliga B) an, die Sechziger und Siebziger Jahre verbrachte der Verein jedoch allesamt in der Regionalliga Mitte bzw. der oberösterreichischen Landesliga. Diese zwanzigjährige Durststrecke konnte jedoch 1979 beendet werden, als man die Rückkehr in die zweithöchsten Spielklasse (damals 2. Division) schaffte. Ab 1982 konnte sich Vorwärts dauerhaft in der zweiten Liga etablieren und 1988 gelang nach 37 Jahren schließlich wieder der Aufstieg in die höchste österreichische Liga, der 1. Division, wo der Verein bis 1996 verbleiben sollte.

Die beste Platzierung erreichte der Verein in den Saisonen 1990/91 und 1991/92 jeweils mit dem siebten Tabellenplatz. 1995 nahm der SKV am UI-Cup Teil, gewann die Gruppenphase ohne Niederlage (2:1-Auswärtserfolg gegen Eintracht Frankfurt) und verfehlte die UEFA-Pokal-Qualifikation nur durch eine Auswärtsniederlage gegen Racing Straßburg. Nach der beachtlichen Leistung im Intertoto-Cup belegte der SK Vorwärts jedoch in der Bundesliga-Saison 1995/96 mit nur sechs Punkten und ohne Sieg den letzten Rang und stieg in die 2. Division ab. Nachdem man in der darauffolgenden Spielzeit als Zweiter nur knapp am sofortigen Wiederaufstieg gescheitert war, stieg man 1997/98 als Meister der zweiten Bundesliga noch ein weiteres Mal in die höchste Spielklasse auf.

Finanzcrash und Zwangsausgleich 1998–2001

Bereits 1995 war der Verein mit ca. 15 Millionen Schilling tief verschuldet, sodass es einer Rettungsaktion in Form einer Bürgschaft der Stadt Steyr bedurfte. 1998 konnte die drohende Katastrophe eines Lizenzentzuges gerade noch abgewendet werden. Mit der bitteren 0:2 Niederlage gegen den LASK Linz am 29. Mai 1999, welche den neuerlichen Abstieg aus der Bundesliga besiegelte, trat das scheinbar Unvermeidliche ein: Spielergehälter konnten nur noch stockend ausbezahlt werden, sodass einige der damaligen Bundesliga-Spieler dem Verein kurzerhand den Rücken kehrten. Mit Sprechchören forderten die Vorwärts-Fans den Rücktritt der damaligen Präsidenten Alois Radlspäck und Leo Dittrich, wobei Radlspäck dieser Forderung am 25. September 1999 nachkam. Dittrich hingegen konnte ein Ultimatum der verbliebenen Spieler durch die Zahlung von 170.000 Schilling abwenden und wurde am 20. November 1999 bei der Hauptversammlung des SK Vorwärts aus mangelnden Alternativen als Präsident bestätigt. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine Summe von bereits mehr als 50 Millionen Schilling Schulden kolportiert.

Schließlich wurde am 11. Jänner 2000 dem Verein die Lizenz endgültig entzogen, wodurch der Spielbetrieb eingestellt wurde. Mit einem Antrag auf Zwangsausgleich wurde das Konkursverfahren eröffnet. Bei der Zwangsausgleichstagsatzung am 15. Februar 2000 wurden 36 Millionen des Gesamtschuldenstands anerkannt, weitere 18 blieben hingegen umstritten. Um das endgültige Aus des Vereins abzuwenden wurde der Raiffeisenbank Sierning das Baurecht an einem 4000 Quadratmeter großen Teil des Vorwärtsstadions übertragen, wofür die Stadt Steyr von der Haftung für einen Kredit über 9 Millionen Schilling entlassen wurde. Dieses Baurecht über gewisse Teile des Vorwärts-Stadions liegt bis heute in den Händen der Raiffeisenbank. Der SK Vorwärts konnte somit vereinsrechtlich weiterbestehen, allerdings ruhte der Spielbetrieb der Kampfmannschaft von Jänner 2001 bis zum Wiederbeginn in der untersten Amateurklasse im August 2001.

Neubeginn im Unterhaus seit 2001

Nach dem erfolgreichen Zwangsausgleichsverfahren nahm der SK Vorwärts Steyr den Abstieg und Neubeginn in der 2. Klasse Ost (achte Spielklasse Österreichs) hin. Dennoch zählt der Klub weiter zu einem wahren Fanmagneten in den unteren Ligen Oberösterreichs und schafft es somit immer wieder in die Schlagzeilen der Medien. Ein Zuseherrekord folgte dem nächsten: Waren es 2003 noch 1000 Zuseher im Entscheidungsspiel der 8. Liga gegen Großraming, pilgerten 2005 schon 5000 Fans zum Meisterschaftsfinale der 7. Liga gegen den ASK St. Valentin. 2007 erreichte man mit 7000 Fans im Fünftliga-Spiel gegen Weißkirchen endgültig wieder Zuseherzahlen wie zu Bundesligazeiten. Einhergehend mit dem Aufblühen der Steyrer Fankultur erfolgte auch der sportliche Aufstieg des Vereins, indem man innerhalb von knapp sechs Jahren (von 2000 - 2006) drei Spielklassen erfolgreich hinter sich ließ: 2003 wurde Vorwärts Meister in der 2. Klasse Ost, 2005 in der 1. Klasse Ost und 2006 in der Bezirksliga Ost. Die Saisonen 06/07 07/08 und 08/09 spielte der Klub in der oberösterreichischen Landesliga Ost (fünfte Spielklasse), wo man jedoch 2007 und 2008 beide Male als Zweitplatzierter am Meistertitel und somit am Aufstieg in die Oberösterreich-Liga scheiterte. 2009 schaffte man den Aufstieg in die Oberösterreich-Liga und spielt nun in der Saison 2009/10 in der höchsten Liga Oberösterreichs. Am 3. Juni 2010 sicherte man sich durch einen 3:0-Sieg im Finale des Baumgartner Bier Landescups über den SV Gmunden vor rund 2.000 Zuschauern einen weiteren Titel. Dieser Erfolg beinhaltete die Berechtigung an der ersten Hauptrunde des ÖFB Cup 2010 teilzunehmen. In dieser ersten Runde warf Vorwärts Steyr vor toller Kulisse den niederösterreichischen Klub SKN St. Pölten aus dem ÖFB-Cup. [1] In der zweiten Runde des ÖFB Cup traf Vorwärts am 17. September 2010 zuhause auf WAC/St. Andrä und gewann sensationell mit 3:2. Am 10. November 2010 wurde im Vorwärtsstadion das ÖFB-Cup Achtelfinale gegen Sturm Graz ausgetragen, wobei ca. 7.000 Zuseher eine spannende Partie sahen, die erst in der 114 Minute durch das 0:1 für Sturm entschieden wurde. Bei dieser Partie wurde auch die renovierte Nordtribüne eröffnet. Das Fassungsvermögen des Vorwärts-Stadions erhöht sich dadurch um 1.500 Stehplätze. Vorwärts Steyr stieg nach nur einer Saison in der Regionalliga Mitte als drittletzter wieder in die Radio OÖ-Liga ab.

Saison Liga (Hierarchie) Platz S U N +/- Pkt.
2001/02 2. Klasse Ost (VIII) 002 15 05 02 +53 050
2002/03 2. Klasse Ost (VIII) 001 16 04 02 +47 052
2003/04 1. Klasse Ost (VII) 006 08 05 09 0+3 029
2004/05 1. Klasse Ost (VII) 001 21 04 01 +66 067
2005/06 Bezirksliga Ost (VI) 001 17 06 03 +46 057
2006/07 2. Landesliga Ost (V) 002 17 04 05 +34 055
2007/08 2. Landesliga Ost (V) 002 14 08 04 +25 050
2008/09 2. Landesliga Ost (V) 001 16 06 04 +25 054
2009/10 Radio OÖ Liga (IV) 005 12 06 08 +16 042
2010/11 Radio OÖ Liga (IV) 001 15 10 01 +35 055
2011/12 Regionalliga Mitte (III) 014 6 9 15 -22 027
Grün unterlegt: Aufstiege | Rot unterlegt: Abstiege

Bekannte Spieler

1988 kam Oleg Blochin, der erste bekannte Fußballspieler aus der UdSSR, nach Westeuropa zu Vorwärts. In der Saison 1992/93 kickte der tschechische Internationale Ivo Knoflíček bei den Rot-Weißen. Im Laufe der Vereinsgeschichte spielten auch weitere bekannte Kicker wie die ehemaligen österreichischen Nationalspieler Željko Vuković, Tomislav Kocijan, Peter Stöger, Johann Kogler, Alexander Manninger, Daniel Madlener, Walter Waldhör, Andreas Heraf, Manfred Linzmaier, Richard Niederbacher und Christoph Westerthaler in Steyr. Daniel Madlener und Walter Waldhör waren dabei jene Spieler, die während ihrer Zeit als Vorwärts-Spieler in die Nationalmannschaft einberufen wurden; letzterer erzielte bei seinem Debüt sogleich ein Tor (19. Mai 1992: Österreich-Polen 2:4). Ivo Knoflíček wurde 1992 ebenfalls als aktiver Vorwärtsspieler ins tschechische Team einberufen. Auch die beiden bosnischen Internationalen Elvir Rahimić (ZSKA Moskau) und Kenan Hasagić (Büyüksehir) spielten in den Neunziger Jahren bei Vorwärts Steyr.

Als Trainer arbeitete von 1988 bis 1992 der spätere österreichische und kroatische Teamchef Otto Baric beim Verein. In der Saison 2007/08 fungierte Kurt Russ, ein 28-facher Nationalspieler, als Trainer; unter ihm war der Klub jedoch nicht erfolgreich, sodass man ihn nach heftigen Fanprotesten am 17. März 2008 entließ. Ein ähnliches Schicksal erlitt der ehemalige Schalke-Legionär und Teamspieler Edi Glieder, der von 2010 bis 2012 den SK Vorwärts trainierte.

Die derzeit bekanntesten Spieler des Vereins sind:

Erfolge

zu Bundesligazeiten:

seit dem Neubeginn:

  • 2003: Meister 2. Liga Ost OÖ
  • 2005: Meister 1. Liga Ost OÖ
  • 2006: Meister Bezirksliga Ost OÖ
  • 2009: Meister 2. Landesliga Ost OÖ
  • 2010: OÖ Landespokalsieger
  • 2011: Meister in der OÖ-Liga

Einzelnachweise

  1. „Wir sind Meister! - Vorwärts steigt in die OÖ-Liga auf“

Literatur

Weblinks