SMS Aspern

SMS Aspern nach der Rückkehr aus den USA am 10. Juli 1907

SMS Aspern war ein Kleiner Kreuzer der k.u.k. Kriegsmarine und das zweite Schiff der Zenta-Klasse.

Zu dieser Klasse gehörten noch:

Inhaltsverzeichnis

Baugeschichte

In ihrem Gesamtkonzept der allgemeinen Entwicklung hinterherhinkend, sah sich die k.u.k. Kriegsmarine 1896 gezwungen zwei neue Kreuzertypen auf Kiel zu legen. Dies betraf einerseits die Kaiser Karl VI. Klasse als gepanzerten Kreuzertyp und die Zenta Klasse in einer ungepanzerten Ausführung. Entworfen wurde die Zenta Klasse von dem Konstrukteur Siegfried Popper, der mit diesem Schiff der Forderung nach großem Aktionsradius bei relativ hoher Geschwindigkeit nachkommen konnte, womit es auch die Bedingungen für Aufklärungs- und Sicherungsdienst in den Überseegebieten erfüllte. Dafür war auch eine Hilfsbesegelung von insgesamt 586 m² vorgesehen, die sich jedoch bald als überflüssig erweisen sollte. Die lebenswichtigen Bereiche waren durch ein gewölbtes, leicht gepanzertes Oberdeck geschützt, als Bewaffnung wurden ausschließlich Geschütze der Firma Škoda verwendet.

Als Österreich-Ungarn diese Klasse auf Kiel legte, besaß Italien bereits drei, Deutschland sechs, Frankreich fünf und Großbritannien 33 dieser Schiffe. Dies verdeutlichte wiederum die Schwerfälligkeit und das schneckenhafte Tempo, mit der die österreichisch-ungarische Administration zu arbeiten pflegte – die Schiffe dieser Klasse galten bei Indienststellung bereits als veraltet und hätten schon 1910 ersetzt werden müssen. Trotzdem waren sie bei Kriegsbeginn gefechtsbereit, auch wenn sie von geringem Nutzen und dementsprechend nur wenig in Kampfhandlungen verwickelt waren.

Die SMS Aspern konnte erst mit langer Verspätung fertiggestellt werden, weil man zwischenzeitlich die für das Schiff vorgesehenen Geschütze an Spanien verkauft hatte. Der Kreuzer wurde am 4. Oktober 1896 im Seearsenal in Pola auf Kiel gelegt, der Stapellauf erfolgte am 3. Mai 1899 und die Indienststellung am 29. Mai 1900.

Einsätze

  • Sommer 1900: Teilnahme an der Niederschlagung des Boxeraufstandes in China[1][2]
  • 1903 – 1905: Stationsschiff in Ostasien
  • 1905: Teilnahme an der Flottendemonstration in der Levante
  • 1907: Gemeinsam mit der SMS St. Georg in die Vereinigten Staaten zum Besuch zur 300-Jahr-Feier von Jamestown/Virginia
  • 1909 - 1910: Stationsschiff in Triest
  • 1912: Teilnahme an der Flottendemonstration in der Levante
  • 1913: Anlässlich des Balkankrieges Flottendemonstration vor der Montenegrinischen Küste. Sicherung bei der Räumung von Skutari.
  • 1914: Patrouillenfahrten im Adriatischen Meer
  • 29. Dezember 1915: Innerhalb eines Verbandes zur Verstärkung der sich im Gefecht befindlichen Helgoland Gruppe ausgelaufen.
  • 2. August 1916: Unterstützungsgruppe für zwei sich im Gefecht befindliche k.u.k. Zerstörer. 45minütiges Feuergefecht mit dem britischen Kreuzer HMS Liverpool, dem italienischen Kreuzer Nino Bixio und acht italienischen Zerstörern. Keine eigenen Schäden oder Verluste.
  • 14. März 1918: Als Wohnschiff des Seeminenkommandos in Pola bestimmt.
  • 15. März 1918: Außer Dienst gestellt.

Verbleib

Ende Januar 1920 durch alliierte Marinedelegation Großbritannien zugesprochen. Anschließend nach Italien verkauft und dort abgewrackt.

Technische Daten

  • Wasserverdrängung: 2417,32 ts / 2522,64 ts max
  • Länge: 96,4 m
  • Breite: 11,93 m
  • Tiefgang: 4,48 m
  • Antrieb: 8 Yarrow Wasserrohr-Kessel, 2 stehende 4-Zylinder 3-fach Expansionsmaschinen, 2 Schrauben
  • Leistung: 7200 PSi
  • Höchstgeschwindigkeit: 21 Knoten
  • Fahrstrecke: 3800 sm bei 12 Knoten
  • Bewaffnung: 8 x 12 cm L/40 Kanonen von Škoda in Einzellafetten – 8 x 47 mm L/44 SFK – 2 x 47 mm L/33 SFK - 2 x 45 cm Überwasser-Torpedorohre seitlich
  • Panzerung: Deck 20 – 50 mm – Geschützschilde 45 mm – Kommandoturm 50 mm – Geschützerker 35 mm
  • Besatzung: 292 Mann

Namensgebung

Benannt wurde das Schiff nach der Schlacht bei Aspern

Literatur

  • Erwin S. Sieche: Die Kreuzer der k. und k. Marine (= Marine-Arsenal mit internationalen Flottennachrichten und Marinerundblick 27). Podzun-Pallas u. a., Wölfersheim-Berstadt u. a. 1994, ISBN 3-7909-0506-2.

Einzelnachweise

  1. Manfried Rauchensteiner: Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien. Fotos von Manfred Litscher. Verlag Styria, Graz u. a. 2000, ISBN 3-222-12834-0, S. 90.
  2. Gedenkmünze zum Boxeraufstand der Münze Österreich

Weblinks

SMS Aspern auf kuk-kriegsmarine.at