Saggen

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Saggen (Stadtteil)
Historisches Wappen von Saggen
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Saggen (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Innsbruck-Stadt (I), Tirol
Pol. Gemeinde Innsbruck  (KG Innsbruck)
Ortschaft Innsbruck
Koordinaten 47° 16′ 34″ N, 11° 24′ 16″ O47.27611111111111.404444444444571Koordinaten: 47° 16′ 34″ N, 11° 24′ 16″ Of1
Höhe 571 m ü. A.
Einwohner d. stat. Erh. 5867 (2009)
Postleitzahl A-6020 Innsbruck
Vorwahl +43/0512 (Innsbruck)
Statistische Kennzeichnung
Zählbezirk/Zählsprengel Saggen-West, -Nord, -Ost (70101 06, 07, 08)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM
Saggen von der Hungerburg aus gesehen, links: Blocksaggen, rechts: Villensaggen
Bundesbahndirektion
Claudiaplatz

Saggen ist ein Stadtteil im Osten der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck und Teil der Innsbrucker Katastralgemeinde Innenstadt. Er bildete bis zum Bau der ersten Innbrücke nach Mühlau, der Kettenbrücke, einen „Sack“ ohne Ausweg zwischen Inn und Sill. Mit seinen Villen stellt Saggen ein beispielhaftes Gründerzeitensemble dar, welches das Vermögen und die soziale Stellung der Erbauer widerspiegelt und heute unter Ensembleschutz steht.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Obgleich nur aus Auen bestehend, schien (der) Saggen bereits in der ersten Urkunde, die Innsbruck namentlich nannte (1187), als Weidegebiet der Bürger auf. In späterer Folge waren die Auen Teil des städtischen Burgfriedens und gehörten dennoch de iure zum Gebiet des Stifts Wilten. Ab 1339 wurde der östliche Teil des Gebietes der Stadt als Zinslehen übertragen, gerodet und als Weidegebiet genutzt. Mit der Errichtung der Kuratie St. Jakob ging die Grundherrschaft vom Kloster auf die Kirche über und damit kam das Gebiet 1453 als Eigentum des Stift Wilten nach Innsbruck.

Herzog Friedrich IV. mit der leeren Tasche erwarb schon 1410 das Gebiet des heutigen Hofgarten als reines Jagdgebiet, das im Lauf der Jahrhunderte mehrfach umgestaltet wurde. Unter Erzherzog Ferdinand II. wurde weiters der Hofgarten angelegt, in dem exotische Tiere für Schaukämpfe gehalten wurden. Zu diesem Zweck wurden das Böhmische Haus als Fasanerie, und ein Löwenhaus errichtet. Letzteres brannte jedoch 1636 ab und wurde in späterer Folge durch eine Bierbrauerei ersetzt.

Die 1858 eröffnete Unterinntalbahn durchquert den Stadtteil von der Innbrücke im Osten bis zum Hauptbahnhof gänzlich auf einem Viadukt (Viaduktbögen). Im selben Jahr entstand auch das Gaswerk am östlichen Ende des Stadtteils, am Zusammenfluss von Inn und Sill.

Saggen wurde über die Jahrhunderte bis auf vereinzelte Bauten vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. 1847 erwarb der Orden der Barmherzigen Schwester das Kettenbrückenareal und errichteten ein Armenhaus. 1862 wurde schließlich auch das Kloster hierher verlegt und 1881-83 die Mutterhauskirche erbaut. 1910 kam das Sanatorium hinzu. Zwischen 1868 und 1872 wurden Kloster und Kirche zur Ewigen Anbetung erbaut, die jedoch während der Zeit des Nationalsozialismus geschlossen wurden.

Ein 1886 erstellter Bebauungsplan sah den heutigen Villensaggen (offene Bebauung mit Gärten) mit einem Straßennetz in Form einer Bischofsmütze vor. Eine zweite Bebauungswelle setzte 1898 mit dem Blocksaggen (mehrgeschossige Häuserzeilen mit Innenhöfen) ein. Architektonisch spiegelt Saggen damit recht typisch die Gründerzeit mit ihrem Historismus wider.

In dieser Zeit wurden von einem der größten Wohltäter Innsbrucks, Johann von Sieberer, ein Waisenhaus (1886) und Greisenasyl (1909) gestiftet.

Das seit 1892 bestehende, hölzerne Sommertheater am Rennweg, in welchem u. a. die Exl-Bühne auftrat, brannte 1958 ab und wurde durch den Neubau des ORF-Landesstudios-Tirol ersetzt.

Für die Tiroler Landesausstellung wurde 1893 eine Halle aus Glas-Stahl errichtet und bildete die Grundlage für das heute noch auf diesem Gelände befindliche Innsbrucker Messeareal. In unmittelbarer Nähe entstand 1897 die Holzrotunde des Riesenrundgemäldes, welches 1907 in einen gemauerten Bau neben der Talstation der 1906 eröffneten Hungerburgbahn übersiedelte. Seit 1. Dezember 2007 befindet sich die Talstation der Hungerburgbahn nicht mehr bei der Kettenbrücke nach Mühlau, sondern beim Kongresshaus (Dogana), mit einer Station am Rennweg (Löwenhaus).

Zwischen 1904 und 1906 wurde das Gebäude der Handelsakademie errichtet. Daneben entstand 1905-1906 die evangelische Christuskirche. Im Jahre 1912 erwarb die jüdische Gemeinde Innsbruck in der Gutenbergstraße ein Grundstück, das 1936 wieder veräußert wurde. Auf dem Grundstück war der Bau einer Synagoge geplant.

1930 wurde schließlich, in unmittelbarer Nähe der Volks- und Hauptschule der Barmherzigen Schwestern, eine eigene Kirche für die Bewohner des Stadtteils angelegt. Nachdem Saggen 1940 zur Kuratie erhoben worden war, wurde die Kirche schließlich 1949 zur Pfarrkirche der neu erhobenen Pfarre. 1965-66 wurde die neue Pfarrkirche zu Unserer Lieben Frau errichtet und der Vorgängerbau 1972 abgetragen.

Bauwerke/ Öffentliche Einrichtungen

Bildung

  • Volksschule Siebererstraße
  • Sonderpädagogisches Zentrum Daniel-Sailer-Schule
  • Bundeshandelsakademie und -schule Innsbruck
  • Katholische Volksschule der Barmherzigen Schwestern
  • Katholische Hauptschule der Barmherzigen Schwestern
  • Katholisches Oberstufenrealgymnasium Kettenbrücke
  • Katholische Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik
  • Canisianum

Öffentlicher Verkehr

Der Stadtteil verfügt über eine mehrfache Anbindung an das städtische Nahverkehrsnetz der Innsbrucker Verkehrsbetriebe. Die Straßenbahnlinie 1 verkehrt von der Mühlauer Brücke (ehem. Kettenbrücke) über das Stadtzentrum nach Wilten, die Buslinie 4 verbindet Saggen mit Hall in Tirol, die Linie F mit dem Flughafen, die Linie T mit dem Gewerbegebiet Rossau und dem Westen der Stadt (Völs, via Südring), die Linien A und E schließlich mit den östlichen Randgemeinden (MARTHA-Dörfer).

Bis 2005 schließlich verband die Hungerburgbahn Saggen ab der Talstation bei der Mühlauer-Brücke mit dem Stadtteil Hungerburg. Heute befindet sich eine neue Haltestelle am Rennweg beim Löwenhaus.

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