Salinenmusikkapelle Hall in Tirol

Salinenmusikkapelle Hall in Tirol
Allgemeine Informationen
Genre(s) Blasmusik, Orchester
Gründung 1821
Website http://www.salinenmusikhall.at/
Aktuelle Besetzung
Eva-Maria Posch
Markus Galloner
Daniel Walch
Hannes Erhart
Richard Erhart
Melanie Braganza
Zeichnung E. Wach
Salinenmusikkapelle Hall in Tirol
Salinenmusikkapelle Hall in Tirol
Salinenmusik- Präsidentin Evi Posch und Kapellmeister Daniel Walch
Salinenmusik in Straubschützentracht
Salinenmusik 1921
Klarinettenregister 1930

Die Salinenmusikkapelle Hall in Tirol ist eine der beiden Stadt-Musikkapellen in Hall in Tirol und eine der sechs Musikkapellen der Salinen Austria AG, neben Bad Ischl, Dürrnberg (Hallein), Ebensee, Hallstatt und Altaussee. Die Salinenmusikkapelle war bis ins Jahr 1954 eine Werksmusik der Salinen Österreich. Die Kapelle umfasst derzeit 40 aktive Mitglieder und wird seit 2006 von Kapellmeister Daniel Walch musikalisch geleitet. Das Gründungsjahr lässt sich aufgrund der chronistischen Aufzeichnungen auf das Jahr 1821 zurückführen. Seit dem 26. Oktober 1954 ist die Salinenmusikkapelle Hall in Tirol keine juristische Werksmusik mehr, sondern wird als Musikverein geführt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vor 1800 sollen die "Urmusikanten" des Salzbergwerkes in losen Gruppen musiziert haben. Ein Zeitungsbericht von 1808 schildert, dass anlässlich der Eröffnung des Kaiser Max Stollens Bergwerksmusikanten teilgenommen haben. 1821 erfolgte die offizielle Gründung, nachdem bereits eine aus 16 Salzbergern bestehende "Musikbanda" bestand, die vom Bergoffizier Josef Holzhammer sen. geleitet wurde. Im Jahr 1838 gründeten die Hüttenleute unter Josef Pircher die "Pfannhausmusikkapelle" welche bald der ältesten Knappenkapelle überlegen war. Die Bürgergardemusik wurde 1839/40 gegründet. Damit musizierten in der Kleinstadt Hall 3 Musikkapellen. 1840 erfolgte die 1. Ausrückung als reine Blechharmonie in der Öffentlichkeit unter der Leitung von Josef Pircher als Pfannhausmusik. In den Partituren von 1854 kommen Klarinetten vor - jedoch bis zu dieser Zeit kein Schlagwerk. Hall beherbergte im Jahr 1858 vier Musikkapellen, denn auch die Bürgergarde und das Militär hatten eine eigene Musik aufgestellt. Der Salinen-Amtsvorstand Michael Kelb sammelte die Musikanten der Knappen- und Pfannhausmusik und vereinte sie zur „Salinenmusik“. Die "Salinerler" waren es, die von 1875 bis 1910 als offizielle Musikkapelle der Stadtgemeinde für viele Aufgaben herangezogen wurden. Musikalische Leiter waren die Kapellmeister Ploner und Johann Fintl. Johann Fintl war von 1897 bis 1928 Dirigent der Pfannhauser-Musikkapelle. Am 23.März 1928 übernahm Alois Fintl den Taktstock. Unterbrochen wurde die Tätigkeit nur durch den Zweiten Weltkrieg, aber schon am 2. März 1946 konnte die erste Probe abgehalten werden. Als im Jahr 1967 der Salinenbetrieb stillgelegt wurde, konnte dank der geschlossenen Haltung aller Musikanten die Musikkapelle in die neue Zeit gerettet werden. Nach der Gründung der Haller "Straubschützenkompanie" übernahm die Salinenmusik neben der traditionsreichen Bergmannstracht auch die Straubschützentracht und fungiert nun auch als Schützenmusik. 1987 übergab Professor Alois Fintl den Taktstock dem städtischen Musikdirektor Hannes Buchegger, welcher nach wenigen Monaten dieses Amt wieder abgab. Im Jahr 1988 übernahm Georg Bleyer die musikalische Leitung. Im Frühjahr 1989 legte der 60 Jahre alte Obmann Gottfried Zanger nach 31 jähriger Tätigkeit diese Funktion in jüngere Hände. Nach Rudolf Hornsteiner und Kurt Kreidl ist nun Harald Fischer Obmann der Salinenmusik.[1][2]

Die Salinenmusik ist untrennbar in Verbindung mit dem Haller Salzbergbau und der Salinenstadt Hall in Tirol. Seit dieser Zeit sind musikalische Bergknappen und musikinteressierte Personen aus den verschiedenen Berufsgruppen bei Anlässen zur Stelle. Empfänge für Mitglieder des Kaiserhauses, der Bundesregierung, Parkkonzerte, Bergfeste, Fernsehauftritte, Hochzeiten, kirchliche Feiern Wahlfahrten und Ständchen gehörten und gehören zu den Aufgaben der Musik.

Im 20. Jahrhundert waren es 2 große Persönlichkeiten: Johann Fintl und sein Sohn Alois Fintl die gemeinsam durch ihren Einsatz 90 Jahre die Musik geprägt haben.

Eine neue musikalische Herausforderung entstand durch das Zusammentreffen mit Daniel Walch aus Zug am Arlberg, der heute Mitglied der Kapelle ist und diese seit 2006 leitet. Unter seiner Leitung wurden schon zahlreiche erfolgreiche Konzertprojekte veranstaltet. Die Salinenmusik hat eine Bersonderheit ... der Kapellmeister schwingt während den Konzerten nicht nur den Taktstock sondern beteiligt sich auch musikalisch am Geschehen. Eine neue Erfahrung für Musiker und Konzertzuhörer.

Chronik im Überblick

Jahr Ereignis
1821 Gründungsjahr der Salinenmusik Hall bestehend aus 16 Mannen unter der Leitung von Josef Holzhammer sen.
1839/40 Die Bürgergardemusik wird gegründet. Dabei tretet ein Problem auf, da in der Kleinstadt Hall 3 Musikkapellen musizieren. Amtsvorstand Michael Kelb sammelt die Musikanten der Knappen- und Pfannhausmusik und vereint sie zur „heutigen Salinenmusik“
1840 1. Ausrückung als reine Blechharmonie in der Öffentlichkeit unter der Leitung von Josef Pircher; Pfannhausmusik.
1854 In den Partituren kommen Klarinetten vor - jedoch bis zu dieser Zeit kein Schlagwerk
ab 1897 Johann Fintl bekleidet das Amt als Kapellmeister bis ins Jahr 1927. Trotz des 1. Weltkrieges kann die Musikkapelle personell weitergeführt werden da fast 1000 Menschen bei Saline und Berg beschäftigt sind. Da andere Gemeinden diesen Vorteil nicht hatten wechselten viele Musikanten aus den umliegenden Dörfern Mils, Tulfes, Ampass, Thaur, Absam und Rum zur Salinenmusik.
1927 Johann Fintl übergibt Alois Fintl (Sohn) den Dirigentenstab. Ein musikalischer Höhepunkt in der Geschichte der Musikkapelle.
22. März 1937 Die Salinenmusik erklingt erstmals aus dem Äther.
1946 Eine Freundschaft mit Personalmusik Winterthur beginnt.
26. Oktober 1954 Die Salinenmusik ist juristisch keine Werkskapelle mehr. Sie wird von diesem Zeitpunkt an als Musikverein geführt.
1958 Die Salinenmusik erreicht beim Wertungsspiel im Rahmen des Bundesmusikfestes in Lienz den 1. Rang mit Auszeichnung.

Die erste MusikantIN (Klarinettistin) stößt zur Männerrunde der Salinenmusik.

Oktober 1967 1. Rang mit Auszeichnung beim „Konzert der 1000 Musiker“
1969 Die Beschaffung einer Tiroler Tracht für Musikkapelle wird erörtert; Art: Zillertalertracht
1981 Die Straubschützenkompanie Hall wünscht sich die Salinenmusikkapelle Musikkapelle für Ausrückungen mit „Straubschützentracht“.
17. Mai 1987 Hannes Buchegger wird neuer Kapellmeister der Salinenmusik.
13. Juni 1988 Alois Fintl stirbt (85. Lebensjahr)nach einer unglaublichen Zeit von 60 Jahren als Kapellmeister der Salinenmusik.
1988 Georg Bleyer übernimmt die musikalische Leitung der Salinenmusik.
30. Juni 1995 1. gemeinsames Pavillonkonzert mit der Speckbacher Stadtmusik Hall.
Oktober 1995 Die erste CD der Salinenmusik wir mit dem Aufnahmeleiter Joschi Binder produziert.
2003 Die Salinenmusik organisiert ein Salzfest im Salzlager Hall. 5 Salinenmusikkapellen aus ganz Österreich sind zu Gast (Hallstatt, Altaussee, Bad Ischl, Ebensee und Hallein-Dürnberg)
2006 Mag. (FH) Daniel W. Walch wird neuer Kapellmeister der Salinenmusik Hall und läutet eine neue junge dynamische Ära ein.

Kapellmeister seit dem Gründungsjahr 1821

Kapellmeister
Josef Holzhammer sen. 1821 - 1836
Anton Steinlechner 1837 - 1838
Josef Pircher 1838 - 1866
Alois Lener 1867 - 1874
Johann Hurmann 1875 - 1876
Josef Holzhammer jun. 1877 - 1896
Johann Fintl 1897 - 1927
Prof. Alois Fintl 1928 - 1986
Hannes Buchegger 1987 - 1988
Georg Bleyer 1988 - 2005
Mag.(FH) Daniel Walch seit 2006
Ehrenkapellmeister
Johann Fintl 1897 - 1927
Prof. Alois Fintl 1928 - 1986
Georg Bleyer 1987 - 2005

Fotos von Kapellmeistern und Ehrenkapellmeistern

Uniform der Salinenmusikkapelle

Der 4. Dezember wird alljährlich traditionell mit der heiligen Barbara assoziiert, die Schutzpatronin der Bergleute. Ein Festtag, der durch die schwarzen Uniformen der Bergmänner mit Federbuschen (die schwarzen, die der Bergleute, die weißen, die des Aufsichtspersonals oder die roten, die der Musiker der Bergmannsblaskapelle) geprägt wird.

Alle Uniformelemente symbolisieren bestimmte historische Arbeitstätigkeiten oder Arbeitsabläufe im Bergwerk, sie sind der historischen Arbeitswelt des Bergmanns entliehen.[3]

  • ein Kalpak, Kopfbedeckung auf dem eine goldene Kokarde und ein weißer oder schwarzer Federbusch aufgesteckt werden
  • Kokarde, goldenes Abzeichen mit Hammer und Schlägel, wird am Kalpak getragen
  • ein Federbusch, früher: Federwisch, der für die Reinigung von Sprenglöchern genutzt wurde, und von Bergmännern hinter einem Band am Hut getragen wurde
  • eine Schachtmütze, in Abwandlung eines kleinen Hutes ohne Schirm (ehemals als Kopfschutz bei Abbauarbeiten benutzt)
  • schwarze Fransen an Ärmeln, diese symbolisieren eine Reihe von Zündschnüren, die unentbehrlich bei Sprengarbeiten waren, und die man angebunden an Ärmeln getragen hat
  • Schulterkragen ist dagegen ein "Reststück" einer Pelerine (eines schützendes Mantels), die als Schulter- und Wasserschutz diente,
  • Goldene Knöpfe mit Hammer und Schlägel (auch als Eisen und Schlägel bezeichnet) in der Anzahl von nicht weniger als 29, die die Lebensjahre der Hl. Barbara und das Gold der Knöpfe das Licht der Sonne symbolisieren sollen.

Salinenkameradschaft

Zu feierlichen Anlässen wird die Salinenmusik Hall in Tirol von der Salinenkameradschaft ehemaliger Bergwerksbediensteter mit einer Fahnenabordnung begleitet. Die Gründung des Vereins "Kameradschaft der ehemaligen Salinenbediensteten Hall/Absam/Thaur" geht auf das Jahr 1967 in Absam zurück. Noch bevor der letzte Akt der Schließung des Salzberges mit der endgültigen Schließung der Saline in Hall mit 31. Dezember.1967 gesetzt wurde, trafen sich 26 Kameraden der ehemaligen Salinenbediensteten im Gasthof in Absam, um die alte Tradition und die Verbundenheit zu Berg und Hütte zu pflegen und weiter leben zu lassen. Diese gemeinsame Unterstützung hat nahezu 500-jährige Geschichte und ist aus den alten Bruderladen des Österreichischen und Deutschen Bergbaues entstanden. Einerseits eine der ersten Krankenversicherungen, andererseits auch als eine Art von Pension für Witwen und Waisen der Berg- und Hüttenarbeiter.[4]

Persönlichkeiten

Instrumente

In der Salinenmusikkapelle Hall in Tirol finden folgende Instrumente Verwendung:

Diskografie

Neben z Radioaufnahmen und mitwirken bei Gemeinschaftsproduktionen, hat die Musikkapelle zwei eigene Tonträger auf CD herausgebracht. Ein Höhepunkt war die Mitwirkung auf der Jubiläums CD DANKE DANZER bei der die Musikkapelle das Stück Zombiball von Georg Danzer (arrangiert Georg Bleyer) als Instrumentalversion heraus brachte.

  • CD - Glück Auf - Salinemusik Hall 1995
  • CD - Danke Danzer 1996
  • CD - Salt Water 2001

Weblink

Einzelnachweise

  1. Blasmusik in Tirol (1991) S.92.
  2. Chronik Salinenmusikkapelle Hall in Tirol. Abgerufen am 15. Oktober 2010.;
  3. Bergmannsuniform. Abgerufen am 21. Oktober 2010.;
  4. Geschichte der Salinenkameradschaft. Abgerufen am 22. Oktober 2010.;