Salzburger Kalkhochalpen

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Salzburger Kalkhochalpen
Höchster Gipfel Hochkönig (2941 m ü. A.)
Lage Salzburg, Österreich
Teil der Nördliche Kalkalpen, Ostalpen
Einteilung nach Salzburger Raumordnung
Salzburger Kalkhochalpen (Alpen)
Salzburger Kalkhochalpen
Koordinaten 47° 25′ N, 13° 4′ O47.42080555555613.0631666666672941Koordinaten: 47° 25′ N, 13° 4′ O
Typ Kalkkarststöcke
Gestein Gebirgsstöcke: Dachsteinkalke
Alter des Gesteins 230 Mio. Jahre (Späteres Trias)

Die Salzburger Kalkhochalpen, in der Landesgeographie auch Steinberge, sind die Anteile des österreichischen Land Salzburgs an den Nördlichen Kalkhochalpen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Salzburger Kalkhochalpen umfassen die Steinplatte, Loferer, Leoganger und Reiter Steinberge (Reiteralpe), das Steinerne Meer, das Hochkönigmassiv, das Hagengebirge, das Göllmassiv und den Untersbergstock und das Tennengebirge – von diesen liegen nur das Tennengebirge und der Hochkönig vollständig in Salzburg, alle anderen ragen über das Landesgebiet hinaus, teils nach Deutschland, teils nach Tirol. Sie erstrecken sich damit als etwa 70 Kilometer langer Gürtel von der Tiroler Ache bis zum Lammertal und Salzburger Becken über das Land Salzburg, und werden vom Salzach- und Saalachdurchbruch (Unterer Salzachpongau, Pinzgauer Saalachtal) gegliedert.[1] Sie umfassen also die Salzburger Anteile an den Waidringer und den Berchtesgadener Alpen (die auch Salzburger Alpen genannt werden)[2] sowie das gänzlich in Salzburg liegende Tennengebirge, die zusammen als Nordtiroler-Salzburger Kalkalpen[2] bezeichnet werden. Den östlich anschließenden Dachsteinstock, von dem der Gosaukamm, die Bischofsmütze und die südlichen Vorlagen des Hauptgipfels zu Salzburg gehören, rechnet man oft auch nicht mehr zu den Salzburger Kalkhochalpen als Gebirgsgruppe.

Südlich werden sie von den Schieferalpen (Kitzbüheler Alpen, Salzburger Schieferalpen) begleitet, nördlich grenzen sie an die Bayerischen Alpen, im Westen folgt das Kaisergebirge, und im Nordosten setzen sie sich gegen das Salzburger Becken (Alpenvorland) und die Salzburger Voralpen ab. Im Osten folgt die entsprechende oberösterreichisch-landesgeographische Zone Kalk-Hochalpen.

Landläufig werden aber manchmal auch das Gebiet der Salzburger Kalkvoralpen im Osterhorngebiet dazugerechnet, die nach Salzburger Raumordnung zur Region Salzburger Mittelgebirge zählen.

Name und Landschaftsform

Steinberge ist ein üblicher Lokalname für die Salzburger Kalkalpen. Der Begriff grenzt die Kalkstöcke gegen die südlich anschließenden welligen Grasberge der Schieferalpen ab. Der Name meint Berge aus Kalk und Dolomit, im Gegensatz zu denen aus Schiefer, welche leichter verwittern, wasserspeichernde Böden bilden, stärker erodiert, niedriger und daher weitaus stärker und bis in die Gipfelflur begrünt sind. In den Steinbergen dagegen tritt oberhalb der Waldzone der nackte Fels zutage, zumindest wo dieser keine ruhende Schuttdecke und Schuttboden trägt.

Kalk- und Dolomitgesteine sind praktisch monomineralisch und lösen sich ohne Rückstände im Regenwasser auf; es sind dann keine wasserspeichernden Tonminerale o.ä. vorhanden. Daher rührt die Kahlheit der Berge. Nur dort, wo eine ruhende Schuttdecke auf dem Fels liegt, etwa bei Moränenablagerungen o.ä., kann sich Erde halten, welche ihre Nährstoffe oft großenteils aus dem vom Wind angewehten Staub bezieht; dieser kommt bei Föhnstürmen von den Zentralalpen. Der Wald dagegen filtert diesen Löss aus der Luft und ist somit besser mit Nährstoffen versorgt. Entwaldung führt nach einer kurzen Phase üppiger Almwiesen leicht zur Verkahlung dieser Berge.

Geologie

Die mächtigsten Gesteinserien, welche die Steinberge im Sinne der Salzburger Kalkalpen aufbauen, sind der Dachsteinkalk und der Ramsaudolomit, der eigentlich eine Zusammenfassung über eine Zeitengrenze darstellt, und die beiden Serien des Wettersteindolomits und des Hauptdolomits zusammenfasst.[3]

Naturschutz

Die ganzen zwischen Saalach und Salzach liegenden Teile, also die Salzburgischen Anteile an den Berchtesgadener Alpen, sind als Kalkhochalpen (NSG 00012)[4][5][6] seit 1983 ein Naturschutzgebiet, das die südliche Ergänzung des Nationalpark Berchtesgaden darstellt und so als grenzübergreifendes Großschutzgebiet im Kontext der EuRegio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein konzipiert ist.[7] Die Schutzzone umfasst 236,46 km². Als Göll, Hagen-, Hochköniggebirge, Steinernes Meer sind 36,7 km² auch als Landschaftsschutzgebiet (LSG 00030)[8] ausgewiesen.

Das Tennengebirge ist mit 85,4 km² ebenfalls als ein Naturschutzgebiet (NSG 00005).[9]

Literatur

  •  Benno Plöchinger: Salzburger Kalkalpen. In: Sammlung geologischer Führer. 73, Gebr. Borntraeger/Schweizerbart, Science Publishers, Stuttgart, ISBN 978-3-443-15034-1.
  •  Helmut Riedl, Wagner (Hrsg.): Beiträge zur Landschaftsökologie der Salzburger Kalkalpen, mit besonderer Berücksichtigung der sozioökonomischen Prozesssteuerung. 1987, ISBN 9783703001925.

Einzelnachweise

  1. Großlandschaften (Mosochoren) nach  F. Dollinger: Die Naturräume des Bundeslandes Salzburg. (= Forschungen zur deutschen Landeskunde Bd. 245). Flensburg 1998.
    Zitiert in  Land Salzburg – Abteilung 7 Raumplanung, Friedrich Mair; Arbeitsgruppe Fortschreibung Landesentwicklungsprogramm (Hrsg.): Salzburger Landesentwicklungsprogramm. Gesamtüberarbeitung 2003 (LEP 2003). Amt der Salzburger Landesregierung, Salzburg 2003, Erläuterungen zum Salzburger Landesentwicklungsprogramm. Die Landschaftsstruktur des Landes Salzburg; mit Karte 12 Die Großlandschaften des Landes Salzburg, S. 111,112 (ISBN 3-901343-63-6 gebundene Fassung, ISBN 3-901343-64-4 Loseblatt-Sammlung, Weblink, salzburg.gv.at).
  2. a b Untergruppe1330 und Großeinheit 1300.  Hubert Trimmel, Verband österreichischer Höhlenforscher (Hrsg.): Gebirgsgruppengliederung für das österreichische Höhlenverzeichnis. Wien 1962.
  3.  Alexander Tollmann: Tektonische Karte der Nördlichen Kalkalpen. 2. Teil: Der Mittelabschnitt. In: Geologische Gesellschaft in Wien (Hrsg.): Mitteilungen der Geol.Ges.i.W. 61. Band, Wien 1968 (pdf, uibk.ac.at).
  4. Sbg. LGBl. 93/1983, 42/2000
  5. Naturschutzgebiet 00012 Kalkhochalpen. In: Naturschutzbuch; Umwelt / Natur / Wasser > Naturschutz > Schutzgebietsinventar. Amt der Salzburger Landesregierung Ref. Naturschutzrecht, Landespressebüro, abgerufen am 16. August 2010.
  6. Naturschutzgebiet Kalkhochalpen. In Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  7.  Gerald Schlager: Das Naturschutzgebiet Salzburger Kalkhochalpen als Teil eines künftigen grenzüberschreitenden Nationalparks Berchtesgaden-Salzburg?. In: Jahrbuch des Vereins zum Schutz der Bergwelt. 1985, S. 175-207.
  8. Landschaftsschutzgebiet 00030 Göll,Hagen-,Hochköniggeb.,Steinernes M. Abgerufen am 9. Januar 2011.
  9. Naturschutzgebiet 00005 Tennengebirge. Abgerufen am 17. August 2010.