Salzburger Kommunalfriedhof

Kommunalfriedhof in Salzburg, Anonymes Urnenfeld.

Der Salzburger Kommunalfriedhof am Rande des Stadtteiles Gneis ist mit etwa 20.000 Grabstellen der größte Friedhof der Stadt sowie des Bundeslandes Salzburg und existiert seit 1879. Jedes Jahr finden dort etwa 1.300 Menschen ihre letzte Ruhestätte, etwa ein Drittel davon in einer Feuerbestattung. Der Friedhof verfügt über eine Fläche von 25 ha und dient vielen Salzburgern auch als Naherholungsgebiet. Neben den eigentlichen Gräberanlagen finden sich am Kommunalfriedhof auch ein anonymes Urnenfeld, Kriegsgräberanlagen, ein niederländischer Soldatenfriedhof, eine Anlage mit Ehrengräbern und ein moslemischer Friedhof.

Für den Betrieb und die Gestaltung zeichnet sich die Städtische Friedhofsverwaltung zuständig, die neben dem Kommunalfriedhof auch die Stadtteilfriedhöfe in Gnigl, Maxglan, Aigen und Morzg betreut. Im Gegensatz zu den Stadtteilfriedhöfen verfügt der Kommunalfriedhof über Öffnungszeiten (in der Regel zwischen 08:00 und 16:30 Uhr) außerhalb derer er für Besucher nicht zugänglich ist. Der Friedhof ist gut an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen und mit den StadtBus-Linien 5 (Haltestelle Kommunalfriedhof) und 22 (Georg-von-Nissen-Straße) zu erreichen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Als die Flächen der kleinen Stadtfriedhöfe gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund des Bevölkerungswachstums der Stadt allmählich nicht mehr ausreichten und eine Erweiterung der bestehenden Friedhofsräume, wie zum Beispiel jene des Sebastiansfriedhofs am Widerstand der Anrainer scheiterten, erwarben die Stadtväter weit vor den Toren Salzburgs, in deren südlicher Nachbargemeinde Morzg, fern jeglichen öffentlichen Verkehrsnetzes, mit dem „Sandbichlgut“ die ersten Flächen für den heutigen Kommunalfriedhof. Nur wenige Meter vom neuen Friedhof entfernt lag jenseits der Berchtesgadener Straße zwischen 1700 (in einfacherer Form aber vermutlich schon seit 1599) und 1810 der "Arme-Sünder-Friedhof", wo die Toten der nahen Richtstätte (mit Galgen und Köpfstätte) beerdigt worden waren.

Der neue Friedhof fand sein Vorbild im 1877 eröffneten Ohlsdorfer Waldfriedhof in Hamburg und wurde bereits im Vorfeld als Teil der Stadtdurchgrünung und neben einem Ort des Gedenkens auch als Erholungsraum für die Bevölkerung konzipiert. Zu ersten Bestattungen kam es bereits 1873, noch vor der Errichtung des Friedhofs, durch den Ausbruch einer Cholera-Epidemie. Ein Jahr darauf erfolgte die Vermessung des Grundstücks samt Einteilung der Grabfelder. Durch Auseinandersetzungen über die Reihenbeerdigung ohne Ansehen der Konfession der Verstorbenen verzögerte sich die offizielle Eröffnung um weitere Jahre. Nach der Eröffnung am 1. Januar 1879 wurden im ersten Jahr seines Bestehens 378 Beerdigungen abgehalten. Weitere Schritte folgten 1914 mit der Errichtung der noch heute genützten Leichenhalle und dem Bau des ersten Salzburger Krematoriums am Friedhofsgelände im Jahr 1931, womit das Ausweichen bei Feuerbestattungen in die oberösterreichischen Städte Linz und Steyr unnötig wurden. Bis zum Jahr 2005 fanden am Salzburger Kommunalfriedhof rund 150.000 Menschen ihre letzte Ruhe.

Lage und Gestaltung

Der Kommunalfriedhof befindet sich in dem seit 1935 zu Salzburg eingemeindeten Stadtteil Gneis an der Grenze zum Nonntal und zu Morzg-Kleingmain. Von der Friedhofsanlage aus sind die Festung Hohensalzburg und im Süden die Gebirgsketten Tennengebirge, Hagengebirge und der Untersberg an der Stadtgrenze zu sehen. Geprägt wird der Friedhof, der seit seiner Eröffnung seinen ursprünglichen Charakter erhalten konnte, neben den Gräbern von etwa 1.600 teils sehr alten und imposanten Bäumen im Inneren des Friedhofgeländes und rund 200 Bäumen, die als Umrandung der Anlage dienen. Die reichliche Verwendung von Laubbäumen und sonstigen Laubhölzern sorgt im Einklang mit der künstlerischen und gärtnerischen Gestaltung der Anlage für ein buntes Bild eines Naherholungsgebietes, in dem Lebensbäume (Thujen), Trauerweiden und Fichten als symbolische Bäume der Trauer nicht häufig in Erscheinung treten.

Kulturhistorisch interessant sind das im Originalbestand erhalten Hauptportal, das Mauerwerk aus roh behauenen Konglomeratsteinsockel und geschlemmten Wienerbergziegeln und die Arkaden. Das Torgitter des Hauptportals wurde von Josef Salb, einem Professor der damaligen Gewerbeschule, entworfen und 1885 von Karl Fiedler aus Rundeisen geschmiedet. Es weist wundervolle getriebene Ornamente auf und wird noch heute als eines der hervorragendsten Werke der Salzburger Schlosserkunst bezeichnet. In Zusammenarbeit mit Christoph Obermair und der Halleiner Fachschule für Steinmetze entstand 2003 der Friedhofsbrunnen dessen Rundweg mit vier Abgängen aus Kopfsteinpflaster die Wandlung vom Leben zum Tod symbolisieren sollen und zu den vier Elementen Wasser, Erde, Feuer und Luft führen.

Persönlichkeiten

Ehrengräber der Stadt Salzburg