Salzburger Pfingstfestspiele

1973-1989
2007-2011
2012-

Die Salzburger Pfingstkonzerte wurden erstmals 1973 von Herbert von Karajan organisiert. Die Idee, Festspiele in Salzburg nicht nur im Sommer zu veranstalten, geht auf einen der Gründerväter der Salzburger Festspiele zurück: Hugo von Hofmannsthal schrieb bereits im Jahr 1919, dass die Festspiele "alljährlich im Sommer, dann und wann aber auch zu anderen Zeiten, etwa um Weihnachten, oder sonst im Winter, auch zu Ostern und Pfingsten" stattfinden sollten.

Herbert von Karajan schuf die Pfingstkonzerte vorrangig um Kartenwünsche potenzieller Osterfestspiel-Abonnenten zu erfüllen. Bis 1982 wurden die Pfingstkonzerte von den Berliner Philharmonikern unter Karajans Dirigat veranstaltet, danach dirigierten auch Sir George Solti, Seiji Ozawa und Andre Previn. Nach Karajans Tod gastierten internationaler Orchester wie das Chicago Symphony Orchestra oder das London Symphony Orchestra. Die ursprüngliche Idee, die Pfingstkonzerte vor allem der Pflege der Musik von Anton Bruckner zu widmen, fand nach 1989 keine Nachfolge mehr.

Im Jahr 1997 wurde der Titel "Pfingstkonzerte" nach Baden-Baden gegeben, um in Salzburg den Weg für ein neues Konzept zu ebnen: 1998 wurden die Salzburger Pfingstfestspiele als Ergänzung zu den Sommerfestspielen als deren fester Bestandteil ins Leben gerufen und in ein Barockfestival umgewidmet: mit einem großen Stadtfest, der Aufführung von Cavallis Oper La Calisto und sieben exklusiv dem vorklassischen Repertoire vorbehaltenen Konzerten. Für die künstlerische Ausrichtung zeichnet Hans Landesmann verantwortlich.

2007 übernahm Riccardo Muti die künstlerische Leitung und legte den Schwerpunkt auf neapolitanische Komponisten des 18. Jahrhunderts. Mit dem Motto „Neapel – Metropole der Erinnerung“ sollten die gemeinsame Vergangenheit von Wien und Neapel als zwei der wichtigsten musikalischen Zentren Europas hervorgehoben werden. Das Orchestra in Residence der Festspiele war das von Riccardo Muti gegründete Nachwuchsorchester Orchestra Giovanile Luigi Cherubini, die Opern wurden gemeinsam mit dem Ravenna Festival und fallweise mit europäischen Opernhäusern koproduziert. Das ursprünglich auf drei Jahre angelegte Projekt wurde bis 2011 auf fünf Jahre erweitert. Traditionell beginnen die Pfingstfestspiele mit einer Oper und schließen mit einem kirchenmusikalischen Werk.

2012 übernahm die italienische Sängerin Cecilia Bartoli die künstlerische Leitung der Pfingstfestspiele und singt auch jeweils die Hauptrolle der Opernproduktion.[1]. Orchestra in Residence ist seither Il Giardino Armonico unter Giovanni Antonini. Der Intendant der Salzburger Festspiele ab 2012, Alexander Pereira, erklärte bei der Ernennung, dass künftig die Opernproduktion der Pfingstfestspiele künftig in derselben Besetzung auch in den Spielplan der Sommerfestspiele übernommen wird. „Alles andere wäre 'Energieverschwendung'", so Pereira.[1]

Opernproduktionen

Weblinks

Einzelnachweis

  1. 2012 Cleopatra in Giulio Cesare in Egitto, 2013 Norma