Sam (Salzburg)

Sam ist eine Siedlung am Stadtrand Salzburgs. Sie liegt im Nordosten der Stadt Salzburg nahe der Stadtgrenze zu Hallwang und gehört zum Stadtteil Langwied. Die Grenze zu Gnigl bildet dabei der Alterbach, die Grenze zu Itzling die Bahn Salzburg - Zell am See. In der Nähe von Sam, aber schon im Nordteil von Gnigl liegt seit 2005 die Haltestelle Salzburg-Sam der S-Bahn Salzburg. Sam ist auch mit den Buslinie 23 erreichbar (Haltestellen Schleiferbachweg und Langmoosweg). Gelegentlich wird in jüngster Zeit der Stadtteil Gnigl-Nord allerdings zur Siedlung von Sam hinzugezählt, was von der Siedlungsentwicklung her aber nicht nachvollziehbar ist. Sam besitzt etwa 1300 Einwohner.

Geschichte

Die Siedlung entstand wesentlich in der Zeit des autoritären Ständestaates (siehe auch Austrofaschismus) zwischen 1932 und 1938. Durch diese neue Siedlung am Stadtrand sollte der allgemeinen Wohnungsnot entgegengewirkt werden und die hohe Arbeitslosigkeit im Baugewerbe bekämpft werden. In der Form des Bauens sollte aber anstelle des verdichteten städtischen Bauens, damals abwertend oft als „sozialistischer Massenwohnbau“ bezeichnet, der offene „bodenständige“ Bau am Stadtrand – ähnlich der „intakten Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft im Bauernhaus“ gefördert werden. Die Siedlung wurde an einem Ort errichtet, wo zuvor jahrzehntelang in Ziegelteichen Lehm für den nahen Ziegelofen (Ceconi-Ofen, Hannak-Ofen etc.) gewonnen wurde. Der Landschaftsraum eignete sich nach dem Abbau nur mehr schlecht für die Landwirtschaft. Die Ziegelteiche wurden im Zuge der Bautätigkeit, oft aber auch erst später großteils zugeschüttet und aufgefüllt. Nur die Bittner-Teiche in Sam sind heute noch erhalten.

Der Stadtteil hieß zuerst Ullreich-Siedlung nach dem Gründer und langjährigen Obmann namens Franz Ullreich der als Bauherr auftretenden Wohnungs- Bau- und Siedlungsgenossenschaft Heim (gegründet 1912). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Siedlung in Sam umbenannt.

Das alte Bauerngut Samer

Das alte Bauerngut ist als „Savme“, schon 1250 urkundlich erwähnt und war gemeinsam mit dem gesamten weiten Umland dem Stift Sankt Peter grunduntertänig. Das heutige Samer Bauerngut (bzw. der Samhof) bezeichnet einen alten Hof in der flachen Böschung direkt oberhalb der neuen Siedlung, der seinen Namen wieder von den Samern erhielt, jenem Berufszweig, der im Mittelalter und auch in der frühen Neuzeit über Saumpfade Güter aus dem Mittelmeerraum nach Salzburg brachte. Saum hieß dabei das Gewicht der beförderten einzelnen Traglast, Säumer oder Samer hießen die Händler, die ihren kargen Erwerb in der Landwirtschaft oft mit Handelstätigkeit aufbesserte.

Der Natur- und Erholungsraum von Sam

Der Grünraum zwischen Sam und Langwied-Esch ist heute als Naherholungsgebiet vielfältig genutzt. Da sind vor allem der Möslweg und der Söllheimer Wanderweg beliebte Wander- und Spazierwege. Im Zentrum des erhaltenen Grünraumes liegt östlich der Siedlung das Samer Mösl, der letzte erhaltene Moorrest am rechten Salzachufer in der Stadt Salzburg. Der Langmoosweg am Norden der Siedlung erinnert an das einstige große Moor in das die Siedlung hineingebaut wurde.