Sankt Stefan ob Leoben

Sankt Stefan ob Leoben
Wappen von Sankt Stefan ob Leoben
Sankt Stefan ob Leoben (Österreich)
Sankt Stefan ob Leoben
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Leoben
Kfz-Kennzeichen: LN
Fläche: 78,55 km²
Koordinaten: 47° 19′ N, 14° 59′ O47.31972222222214.9775588Koordinaten: 47° 19′ 11″ N, 14° 58′ 39″ O
Höhe: 588 m ü. A.
Einwohner: 1.966 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 25,03 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 8713, 8714
Vorwahl: 03832
Gemeindekennziffer: 6 11 15
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfplatz 14
8713 Sankt Stefan ob Leoben
Website: www.st-stefan-leoben.at
Politik
Bürgermeister: Ronald Schlager (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
8
5
1
1
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Sankt Stefan ob Leoben im Bezirk Leoben
Eisenerz Gai Hafning bei Trofaiach Hieflau Kalwang Kammern im Liesingtal Kraubath an der Mur Leoben Mautern in Steiermark Niklasdorf Proleb Radmer Sankt Michael in Obersteiermark Sankt Peter-Freienstein Sankt Stefan ob Leoben Traboch Trofaiach Vordernberg Wald am Schoberpaß SteiermarkLage der Gemeinde Sankt Stefan ob Leoben im Bezirk Leoben (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Sankt Stefan ob Leoben ist eine Gemeinde mit 1966 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) in der Steiermark (Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Leoben).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Sankt Stefan liegt im Murtal ca. 15 km westlich der Bezirkshauptstadt Leoben und liegt im geographischen Mittelpunkt der Steiermark.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Sankt Stefan ob Leoben gliedert sich in die Katastralgemeinden St. Stefan, Lobming, Greith, Lichtensteinerberg, Chromwerk, Niederdorf, Zmöllach, Preßnitz und Kaisersberg.

Blick vom Kamsberg auf St. Stefan ob Leoben
St. Stefan ob Leoben von Südosten

Wappen

Im Jahre 1971 hat die Gemeinde von der steiermärkischen Landesregierung ein Gemeindewappen erhalten. Es enthält auf blauem Grund eine silberne Burg (Kaisersberg), die auf einem silbernen Dreiberg mit Mundloch steht (3 Bergbaugebiete - Chromwerk, Kaisersberg, Lobming). Im unteren Teil des Wappenschildes befindet sich die goldene Schiffsschraube.

Geschichte

Seine Entstehung hat der Ort einer Brücke über die Mur (genannt "Brücke zum hl. Stefan") zu verdanken. Diese war der einzige Übergang zwischen Knittelfeld und Leoben. Um 860 n. Chr. werden in Schenkungsurkunden Gehöfte im heutigen Gemeindegebiet genannt und 927 findet sich die Ortsbezeichnung „Lobminichamundi“ = Lobmingmündung. 1105 wird eine Kapelle vom Grafen Waldo von Rein errichtet, 1122 kommt das Testament von Herzog Heinrich III. von Kärnten zum Tragen, in dem dieser den steyrischen Otakaren u. a. das obere Murtal bis ...hintz Sanct Stephandes prukke... vermacht. 1155 kommt der Name „Goggendorf iuxta pontem Sancti Stephani“ = Dorf des Gogo (Name eines bayrischen Grundherrn) bei der "„Stephansbrücke“" vor. Der Name St. Stefan hält sich auch in der Zeit der slawischen Besiedelung: „St. Stephanus Chrowat“ (Chrowat noch im Namen des Nachbarortes Kraubath erhalten). Im 13. Jahrhundert finden wir die Grafen von Pfannberg als landesfürstliche Lehensnehmer der Herrschaft; um 1240 wird mit dem Burgbau in „Chaysersperch“ (Burg Kaisersberg)[1] begonnen.

Um 1581 wird ein Alaunwerk „ob Kaisersberg“ erwähnt, 1629 der Beginn des Kupfererzabbaues in Lobming und 1755 den Beginn des Grafitbergbaues in Kaisersberg (Grafit wurde damals „Wasserblei“ genannt).

1776 wird eine Schule im Ort gegründet und 1787 erhält die Pfarrkirche ihre heutige Gestalt. Bis 1793 war die Burg besiedelt, dann begann der Burgherr Graf Breuner, sie abzutragen. Gleichzeitig wurde am Fuße des Burgberges das Neuschloss errichtet.

Im Jahre 1809 wird die Burg in den Franzosenkriegen (Schlacht bei St. Michael, dem Nachbarort) gänzlich zerstört.

Seine größte Bergbaubedeutung erhält der Ort durch Toneisenfunde am Lichtensteinerberg und dem dazugehörigen Schmelzwerk in der Vorlobming. Hier hat auch Josef Ressel, der Erfinder der Schiffsschraube, 1828 den Röhrenkessel für sein Versuchsschiff „Civetta“ bauen lassen. Dieser Kessel brachte durch das Schmelzen eines Kupferrohres bei der Probefahrt Ressels Schiffsschraube in Misskredit und diese bedeutende Erfindung wurde in Österreich zur Seite gelegt.

1848 wird St. Stefan eine selbstständige Gemeinde mit heutigen Gemeindegrenzen und erhält 1860 Anschluss an die Südbahn. 1862 kauft Baron Mayr-Melnhof den Grafitbergbau, das Eisenwerk Lobming und den Chromerzbergbau in Chromwerk. Er baut den Grafitbergbau aus, schließt aber die Betriebe in Lobming und Chromwerk. Später wird im Chromwerkgraben noch einmal mit Bergbau begonnen. Man findet Magnesit, baut dieses aber nur kurzzeitig ab.

1886 wird das damalige Schulhaus adaptiert und 1904 erhält Lobming eine eigene Schule, die erst im Jahre 1969 aufgelöst wurde.

1934 wurde die Triester Bundesstraße ausgebaut, in den Jahren 1938-1939 wurde dann eine direkte Straßenverbindung von der Bundesstraße nach St. Stefan durch den Neubau der Murbrücke geschaffen. Diese wurde durch ein Hochwasser zerstört und im darauffolgenden Jahr nochmals neu errichtet. Im Zweiten Weltkrieg blieb der Ort von Schäden verschont, nach dem Krieg waren Russen und Engländer kurz als Besatzer im Ort.

1967 wurde nach 99-jährigem Bestand die ÖBB-Haltestelle in Preßnitz aufgelassen. Die neue Umfahrungsstraße über die Eisenbahn wurde 1970 gebaut. 1975 wurde das neue Amtsgebäude am Dorfplatz eröffnet und 1976 die neue Volksschule. In den Jahren 1978/79 wurde der Pfarrhof umgestaltet und im Jahre 1987 die Renovierung der Pfarrkirche und der Außenanlage abgeschlossen. Mit 1. Jänner 1981 wurde der Ortsteil Greith in das Gemeindegebiet eingegliedert. Das Kanalnetz der Ortschaften Preßnitz und Kaisersberg wurde in den Jahren 1985 bis 1987 neu angelegt und im Juni 1988 wurde der Straßenknoten der S 36 dem Verkehr übergeben.

Am 12. Juni 1992 wurde die neue Murbrücke eröffnet und mit 1. Oktober 1992 der Gendarmerieposten geschlossen. Am 23. Mai 1992 wurde das neue Rüsthaus der FF St. Stefan eingeweiht, am 22. November 1995 wurde der neu gestaltete Kindergarten in Betrieb genommen und am 15. September 1996 wurde das Musikheim übergeben. Im Zuge der Umgestaltung der Streckenführung wurden in Preßnitz und Kaisersberg die Schrankenanlagen der Bahn abgetragen und durch die ÖBB Straßenunterführungen nach Preßnitz und in den Windischbachgraben gebaut. Die Eröffnung fand am 24. Juli 1998 statt. Das Rüsthaus der FF Kaisersberg wurde vergrößert und modernisiert und im August 1999 durch Pfarrer Machata feierlich eingeweiht.

Die Gemeinde ist eine eigene Pfarre mit der Filialkirche Lobming. Für den Freizeitbereich bieten der Sport- und Tennisverein sowie zahlreiche Interessensvereine ihre Dienste an.

Lobming

Lobming ist ein Seitental vom Murtal und ist Teil von St. Stefan ob Leoben. Unterteilt wird die Lobming in Vor und Hinterlobming. In der Hinterlobming befindet sich eine Kirche aus der Römerzeit, die heutzutage vielfach für Hochzeiten und Taufen benutzt wird. In früheren Zeiten wurde in der Lobming Eisenerz abgebaut, das in der Vorlobming verhüttet wurde. Die Schiffsschraube, die sich auch im Wappen von St. Stefan befindet, wurde im Auftrag von Josef Ressl im Hüttenwerk Lobming erstmals gefertigt. In der Vorlobming befindet sich ein Steinbruch, in dem Steinmaterial für die Auskleidung von Hochöfen auf der ganzen Welt (Schamotte) abgebaut wird.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Weblinks

 Commons: Sankt Stefan ob Leoben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Burg Kaisersberg Geschichte Baubeschreibung