Sankt Urban (Kärnten)

Sankt Urban
Wappen von Sankt Urban
Sankt Urban (Kärnten) (Österreich)
Sankt Urban (Kärnten)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Feldkirchen
Kfz-Kennzeichen: FE
Fläche: 27,24 km²
Koordinaten: 46° 45′ N, 14° 10′ O46.75027777777814.169166666667792Koordinaten: 46° 45′ 1″ N, 14° 10′ 9″ O
Höhe: 792 m ü. A.
Einwohner: 1.525 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 55,98 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9554
Vorwahl: 0 42 77
Gemeindekennziffer: 2 10 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfplatz 1, A-9554 St. Urban
Website: www.sturban.at
Politik
Bürgermeister: Dietmar Rauter (FPK)
Gemeinderat: (2009)
(15 Mitglieder)
7 FPK, 5 SPÖ, 3 ÖVP
Lage der Gemeinde Sankt Urban im Bezirk Feldkirchen
Albeck Feldkirchen Glanegg Gnesau Himmelberg Ossiach Reichenau Sankt Urban Steindorf am Ossiacher See Steuerberg KärntenLage der Gemeinde Sankt Urban (Kärnten) im Bezirk Feldkirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Sankt Urban aus der Vogelperspektive
Sankt Urban aus der Vogelperspektive
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Sankt Urban ist eine Gemeinde mit 1525 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Feldkirchen in Kärnten.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Sankt Urban liegt in den Gurktaler Alpen im nördlichen Mittelkärnten, etwa 10 km nordöstlich von Feldkirchen. Die Gemeinde liegt am St. Urbaner See. Das Gemeindegebiet liegt in 520 m (im Glantal) bis 1338 m Seehöhe (Hocheck, Simonhöhe).

Gemeindegliederung

Sankt Urban ist in die fünf Katastralgemeinden Bach, Hafenberg, Rasting, St. Urban und Zirkitz gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 26 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 2001):

  • Agsdorf (302)
  • Agsdorf-Gegend (135)
  • Bach (120)
  • Bach-Sankt Urban (56)
  • Eggen (5)
  • Göschl (9)
  • Gößeberg (10)
  • Gall (33)
  • Gasmai (14)
  • Grai (12)
  • Hafenberg (19)
  • Kleingradenegg (3)
  • Lawesen (11)
  • Oberdorf (247)
  • Reggen (87)
  • Retschitz (50)
  • Retschitz-Simonhöhe (24)
  • Rittolach (4)
  • Rogg (68)
  • Sankt Paul (10)
  • Sankt Urban (25)
  • Stattenberg (46)
  • Trenk (80)
  • Tumpf (15)
  • Zirkitz (30)
  • Zwattendorf (25)

Nachbargemeinden

Steuerberg Frauenstein
Nachbargemeinden Liebenfels
Feldkirchen Glanegg
Kirche von St. Urban
Schloss Bach bei Sankt Urban
Filialkirche Hoch Sankt Paul
Filialkirche auf dem Veitsberg
Mithrasfels
Gedenktafel an der Mithraskultstätte

Geschichte

Hinweise auf erste Besiedlungen auf dem heutigen Gemeindegebiet stammen aus der Bronzezeit. Eine römische Mithras-Kultstätte in einer Felshöhle an der Brockenwand wird auf das Jahr 250 geschätzt, Hinweise auf eine geschlossene Ansiedlung in dieser Zeit gibt es jedoch nicht.

Die älteste urkundliche Erwähnung der Kirche sanctus urbanus stammt aus dem Jahr 1164, seit dem Jahr 1169 ist St. Urban eigenständige Pfarre. Der größte Teil der Bevölkerung war zu dieser Zeit dem Stift Ossiach untertänig. Aus dem 12. Jahrhundert stammen auch Urkunden über die Hafnerburger, herzogliche Ministerialen, die die Hafnerburg errichteten.

Im späten 15. Jahrhundert gab es Türkeneinfälle. Im 16. und 17. Jahrhundert spielte der Gold- und Kupferbergbau am Gößeberg eine bedeutende Rolle.

Die politische Gemeinde St. Urban hat sich 1849/50 konstituiert. Der Umfang des Gemeindegebiets hat sich seither, abgesehen von einer kleineren Gebietskorrektur zugunsten der Gemeinde 1973, nicht verändert.

Bevölkerung

Bei der Volkszählung 2001 hatte Sankt Urban 1440 Einwohner, davon besaßen 96,0 % die österreichische und 1,6 % die deutsche Staatsbürgerschaft. 90,8 % der Bevölkerung bekannten sich zur römisch-katholischen und 4,4 % zur evangelischen Kirche, 2,6 % waren ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche Hl. Urban, barockisierte spätgotische Kirchenbau, urkundlich erstmals 1164 erwähnt, im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts umgebaut und erweitert, 1957 restauriert. Chor und Chorturm stammen aus dem 14. Jahrhundert.[1]
  • Das Schloss Bach, ein Renaissancebau mit Schindeldach aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, befindet sich an einem Hang nördlich des St. Urbaner Sees.
  • Auf dem Gemeindegebiet finden sich auch Reste der Hafnerburg.
  • Eine Mithraskultstätte befindet sich in einer natürlichen Felshöhle an der Südseite der Brockenwand, oberhalb des Urbansees. An der Ostseite ist ein einfaches Bildnis des Sonnengottes Mithras in den Fels hineingemeißelt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Vorherrschend ist Land- und Forstwirtschaft. Daneben spielen Sommer- (See) und Wintertourismus (Skigebiet Simonhöhe) eine Rolle.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von St. Urban hat 15 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Bürgermeister ist seit 2009 Dietmar Rauter (BZÖ).

Wappen

Von dem Ministrialengeschlecht, das im Mittelalter die Hafnerburg bewohnte, ist erstmals am 4. Mai 1230 ein Wappen überliefert, das aber vor 1322 von den Himmelbergern übernommen wurde und bildet seit 1960 das Wappen der Gemeinde Himmelberg. St. Urban hat daher nur einen Teil dieses Wappens. den silbernen Schrägrechtsbalken in Rot, übernommen.

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 10. September 1990 verliehen. Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet wie folgt:

„In Rot ein silberner Schrägrechtsbalken, oben begleitet von einer silbernen Sonne, unten von einem silbernen Zweig der Strauchbirke (betula humilis) mit zwei silbernen Blättern.“[2]

Die silberne Sonne spielt einerseits auf die Mithras-Inschrift auf einem im 19. Jahrhundert am Wirtshaus zu St. Urban gefundenen Römerstein an, kann aber auch als Symbol für den Fremdenverkehr gedeutet werden. Die nordische Strauchbirke (betula humilis) im unteren Teil des Wappens ist eine Besonderheit im Dobramoor oder Freudsamer Moos, ein aus den Schmelzwässern der Eiszeit entstandenes und erhaltenes Moor im Gemeindegebiet.

Die Fahne ist Weiß-Rot mit eingearbeitetem Wappen.

Persönlichkeiten

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten, S. 837 f. Anton Schroll, Wien 2001. ISBN 3-7031-0712-X
  2. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 256