Schöberl

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schöberl (Begriffsklärung) aufgeführt.

Schöberl sind rasch und heiß gebackene Suppeneinlagen aus der österreichischen Küche. Spezielle Beliebtheit genießen Schöberl in Wien. In manchen alten Kochbüchern heißen sie auch „Pflanzel“. Peter Wehle berichtet von einem Kochbuch, in dem ein Hofkoch namens Schöberl als Erfinder genannt wird. Überdies fand Wehle aber auch einen alten Kalender mit Menüvorschlägen, in dem die Bezeichnung damit begründet ist, dass das Backwerk mit einem kurzen Schub in den Ofen befördert wird. [1]

Gemeinsam ist allen Sorten von Schöberl, dass es sich um Rührmassen handelt, die in der Backröhre bei hohen Temperaturen gebacken werden, bis sie eine goldgelbe Farbe erhalten.

Grundbestandteile sind Dotter und Eiweiß, Butter (auch Milch oder Obers), Salz und Mehl (alternativ auch geschnittene Semmeln oder Semmelbrösel).

Durch weitere Zutaten (zum Beispiel Leber, Schinken, Kohl, Gemüse) lassen sich viele Varianten an Schöberl zubereiten. Bei Grießschöberln entfällt das Mehl, jedoch wird der Grieß zuerst in Milch zu einer dicken Masse gekocht. In alten Kochbüchern findet man auch viele Varianten mit Innereien (Hirnschöberl, Milzschöberl, Leberschöberl, Markschöberl).

Besonders bekannt sind Bisquitschöberl (Dotter, Eiklar, Mehl, Obers, Salz), sowie die Kaiserschöberl, welche zusätzlich mit Reibkäse verfeinert werden.

Schöberl reicht man separat zu klarer Suppe.


  1.  Peter Wehle: Sprechen Sie Wienerisch? Von Adaxl bis Zwutschkerl. Ueberreuter, Wien 1980, ISBN 3-8000-3165-5, S. 47.